Hallo, Sonnenschein!

The Kooks im Interview

Wenn Hugh Harris und der Rest der Truppe die Bühne des FM4 Frequency Festivals betreten, geht die Sonne auf. Kein Wunder, frönen die Briten auf ihrem fünften Langspieler doch einer ungestümen Mischung aus Euphorie und Melancholie, die ihre Fans zum Tanzen bringen soll. Doch no pressure, alles ganz relaxed – genau wie in unserem Interview mit besagtem Gitarristen. Ein tiefenentspanntes Gespräch über Meditation, Tesco-Einkäufe und Schnitzel mit Preiselbeeren.

„Let‘s Go Sunshine“ ist ein sonniger Kontrast zu den doch oft deprimierenden Ereignissen, die tagtäglich in der Welt passieren. Wie bewahrt man sich 2018 am besten eine optimistische Lebenseinstellung?

Es tut nicht gut, übermäßig lange über Dinge nachzudenken, die in der Vergangenheit oder der Zukunft liegen und die wir gerade nicht beeinflussen können. Dieses Denken hindert uns oft daran, den Moment bewusst wahrzunehmen. Meditation ist für mich ein guter Weg zu mehr Wohlbefinden: Einfach einmal die Kontrolle abzugeben und sich aktiv zu fühlen, stimmt automatisch optimistischer. Das Gehirn braucht eine Pause, eine Erleichterung, doch wir entschließen uns stattdessen meistens dazu, unseren Verstand mit Problemen zu belasten, die in Wirklichkeit keine sind. Es ist natürlich nicht so einfach, weil negative Gedanken immer wieder mal auftauchen – das ist völlig normal. Irgendwann bemerkst du aber: Es ist okay, dass sie da sind. Du verurteilst dich nicht dafür. Du nimmst sie einfach nur wahr und lässt sie mit deinem Atem wieder ziehen. Wir sind nun mal Menschen und unser Denken macht uns erst dazu. Doch wenn man einmal bewusst den Unterschied zwischen den Gedanken und dem wirklichen Ich erkannt hat, ist das Gröbste geschafft. Let it flow! Es wird sich auszahlen!

Auf der Bühne kann alles passieren, auf einem Festival generell – doch über das Publikum muss diese Energie spürbar sein.

Ähnlich tiefenentspannt flowt die sommerliche Nummer „No Pressure“. Sie beschließt das Album, aber Teile davon finden sich auch im Intro. Was macht den Song als Anfang und Ende der Platte für euch so besonders?

Wir haben die Aufnahmen dieses Songs einfach am meisten genossen. Das waren sehr besondere und freundschaftliche Momente für uns, die uns für immer in Erinnerung bleiben werden. Mit diesem Lied das Album zu eröffnen und abzuschließen, setzt den perfekten Ton, um die gesamte Stimmung darauf widerzuspiegeln. Es ist die Nummer, die uns am meisten verbindet und die es schafft, jedes Bandmitglied auf einer gewissen Ebene zu berühren.

Man hat in gewissen Situationen einfach mehr Spaß, wenn man betrunken ist.

Apropos neue Songs … „Tesco Disco“ handelt von einer Freundin. Zudem ist Tesco eine Supermarktkette. Was würdest du deiner Freundin bei Tesco kaufen?

Da gibt es nur eine Antwort: Tesco Imperial Vodka! Sie liebt Vodka – und mal ehrlich: Man hat in gewissen Situationen einfach mehr Spaß, wenn man betrunken ist. Ich habe in meinen Lyrics nicht umsonst einmal den Satz „Sanity is ugly“ verwendet. (lacht)

Viele Musiker sind mittlerweile überzeugte Vegetarier oder Veganer. Kommt Fleisch auch in deinen Einkaufswagen?

Das ist eine gute Frage. (lacht) Ich glaube an Veganismus. Es ist verrückt, was in der Fleischindustrie abläuft. Kühe sind nicht so glücklich, wie wir denken – auch wenn das jetzt albern klingen mag. Wenn man den Planeten und seine Kreaturen respektiert, unterstützt man so etwas nicht. Abgesehen davon ist Fleisch einfach nur schlecht für deinen Körper. Ich glaube somit an Veganismus, allerdings hat er in meinem Leben leider zurzeit keinen Platz. Ich esse immer noch Fleisch, obwohl ich es nicht gut finde.

Wann hast du das letzte Mal ein vierblättriges Kleeblatt gefunden?

Interessanterweise finde ich fast täglich eines. Ich bin wohl ein Mann mit viel Glück. (lacht) Aber Geduld, lass sie einfach zu dir kommen!

Let it flow! Es wird sich auszahlen!

Ihr kommt in diesem Jahr auch auf das FM4 Frequency Festival. Was braucht es, damit das Festival für dich großartig wird?

Die Menge muss einfach fucking unglaublich sein. Auf der Bühne kann alles passieren, auf einem Festival generell – doch über das Publikum muss diese Energie spürbar sein. Das ist das Um und Auf. Außerdem wäre ein Schnitzel großartig – bitte unbedingt mit Preiselbeeren. So ist das nämlich in England üblich. In Österreich bekommt man oft keine dazu, was wirklich schade ist.

Die Bestellung ist notiert! Hast du zum Schluss noch drei Festival Survival Tipps für eure Fans?

Viele, viele Socken mitnehmen! Die sind ein unterschätztes Gut auf Festivals. Du weißt nie, was mit dir und deinen Schuhen passiert, und du musst deine Füße gesund und glücklich halten. A happy foot is a happy person! Wenn du campst, platziere dein Zelt unbedingt unter einem Baum. Es ist grauenvoll, wenn du am Abend davor ein paar Bier zu viel hattest und dann verkatert in der Hitze aufwachst. Du kannst nicht atmen, du brauchst dringend Wasser und die Sonne verwandelt deinen Schlafplatz in einen Ofen. Das willst du vermeiden. Zu guter Letzt: Wenn du die Duschen benutzt, fang unbedingt an zu singen. Immer! Stimme ein Lied an, das jeder kennt. Höchstwahrscheinlich steigt jemand mit ein. Am besten du startest mit den Beatles oder Frank Sinatra. Am Ende deiner Duscherfahrung hast du einen ganzen Background-Chor und neue Freunde.

Somit kann nichts mehr schiefgehen! Let’s Go Sunshine!