The Art of Pretending to Swim - Villagers
Villagers
The Art of Pretending to Swim
Domino
2018

Nach dem zurückgenommenen, intimen „Darling Arythmetic“ aus dem Jahr 2015 besinnt sich Conor O’Brien wieder auf seine unverwechselbare Stärke: vielschichtige, facettenreiche wie ausgeklügelte Langspieler zu schaffen, denen man sein Herzblut vom ersten Ton weg anhört. Ein solches Exemplar ist auch „The Art of Pretending to Swim“.

„You’re not drowning, but you’re not exactly swimming either. You’re making it all up as you go along. It’s a blind faith.“

So läuft es nun mal auf dem Ozean, der sich Leben nennt. Rastlos war der Ire ja schon immer, doch in Kombination mit unseren eher hoffnungslosen, dystopischen, von Technik bestimmten Zeiten kann man berechtigterweise umso mehr unter existenziellen Ängsten leiden – dazu muss man gar nicht erst Conor O’Brien sein. Wenn man aber O’Brien ist, dann schafft man aus diesem Schwebezustand, respektive Schwimmzustand, ein Album, das sich diesem „blinden Vertauen“ behutsam annimmt und alles, was dazugehört, liebevoll in die Arme schließt: den Glauben, das alles gut werden wird; den Verlust dieses Glaubens und die niederschmetternde Hoffnungslosigkeit; das Suchen und Wiederfinden des Vertrauens in sich selbst und seinen Weg, das wiederum verloren gehen kann. Es ist ein ewiger Kreislauf, wie Ebbe und Flut – oder eben „The Art of Pretending to Swim“ selbst.

(c) Rich Gilligan

Dieser natürliche Kreislauf besteht auf Platte aus einem beeindruckenden Spektrum an akustischen Details und verbindet leichtfüßig wie feinfühlig intelligente Songwriter-Kunst mit stimmungsvollem Soul, bittersüßem Indie-Folk und interessanten rhythmischen Spielereien. Mal analog, mal digital, mit teils sehr eingängigen Melodien, doch immer mit hoch emotionalem Pathos.

Mit diesem Soundtrack im Ohr können wir gern weiter so tun, als könnten wir schwimmen – oder uns einfach treiben lassen. Das ist nämlich mit Conor O’Brian besonders schön. [AMY]

— Amy Mahmoudi
Lautstärke

Release 2018-09-21
Shortcut Einfach treiben lassen!
Highlight „Sweet Saviour“
Connection Conor Oberst, The Milk Carton Kids