Do, 7. August 2008

New Hot Music Shit (2te Ausgabe)

Für diese Bands geht’s steil bergauf im Jahr 2008:

1) FOALS – die aufregendste Band 2008

Den „Cassius-Roboter-Tanz“ tanzen schon die Indie-Babies, als sich im Jahr 2008 die FOALS aus Oxford, UK höher in die Herzen und die weltweiten Charts schlagen. Das liegt nicht zuletzt an ihrem großartigen Debüt-Album „Antitodes“ (seit 28.3. bei Warner erhätlich), und noch mehr an ihren berühmt-berüchtigten eklektischen Live-Shows. Das kommt davon, wenn ein junger Grieche Philippakis mit Math Rock das Jugendzimmer beschallt und auf der Uni die Liebe zu Minimal Techno und Indie-Sounds entdeckt. Als Vorbilder werden Talking Heads, aber auch Gwen Stefani genannt. Beides hört man bei den Foals heraus und ergibt eine großartige Mischung, die zum (Roboter)-Tanzen bewegt. Den Status der Newcomer 2008 haben sie eigentlich schon in der Tasche. Das finden wir, und die Foals höchst ansteckend.

Für Fans von: Bloc Party, We Are Scientists
www.myspace.com/foals

2) IDA MARIA – die Kunst-Machende

Dieses Mädchen Ida mag ihren Freund lieber nackt, und sich selbst auch. Nein, hier ist nicht die Rede von der neuen Britney oder Xtina. Ida Maria zieht es vor, mit Gitarre und hübsch angezogen ihre süßen Texte in rauher Stimme zu singen. Die Norwegerin, die in Schweden lebt, kommt wie eine in Punk gehüllte Kate Nash daher. Dabei fehlt es ihr nicht an der trotzigen Launigkeit einer Amy Winehouse (allerdings ohne Drogen). Bei Liveauftritten schreit sie gerne herum, wirft sich auf den Boden und zerschlägt ihre Gitarre. Und singt: „Jetzt habe ich schon 10 Bier getrunken, und traue mich trotzdem nicht, dich zu fragen, ob du mit mir tanzen willst.“ Ehrlich und gerade raus, und dabei so entzückend!

Für Fans von: Kate Nash
http://www.myspace.com/idamaria

3) CAGE THE ELEPHANT – Rock’n’Roll

Bitte Platz machen – der Rock’n’Roll-Elephant betritt die Bühne!

Wenn dieser Elephant im Rampenlicht steht, wimmelt es nur so von Musikjournalisten und Photographen. Dabei ist es nebensächlich, dass der springlustige Frontmann Matt Schultz genau weiß, wie er sich für gutes Fotomaterial in Szene setzen soll. Es ist eher ein sicheres Zeichen dafür, dass es bei Cage The Elephant um den heißesten Scheiß handelt, den wir aus der amerikanischen Kleinöde seit den Kings of Leon gehört haben. Hier sind auch talenierte Brüder am Spielwerk, Matt und Brad, die wohl schon mit der Muttermilch den Rock’n’Blues aufgesogen haben. Zumindest klingt es danach, wenn sie heute die Bühne betreten und ihren eingängigen rauhen Rock-Elephanten mitnehmen. Cage Zeppelin? Cage Against the Machine? Cage The Elephant!

Für Fans von: Arctic Monkeys, Kings of Leon
http://www.myspace.com/cagetheelephant

4) LATE OF THE PIER – bunt gemischt

Post-Klaxons – so wurden Late of The Pier leichter Hand kategorisiert. Nur sagt das genau gar nichts über den Sound der Band aus Notthingham aus. Sie hauen nämlich am liebsten auf die Synthesizer drauf, als wären es Metalgitarren. Den Techno-Beat lieben sie auch und haben ein schräges Talent für melodischen Pop. Dazu kommt noch eine Prise Zappa’esker Prog-Rock, und auf geht es raketenartig Richtung Musikhimmel. Late of The Pier sind der Beweis, dass Musik alles sein kann.

Verrückt und unwiderstehlich!

Für Fans von: Muse, Klaxons
www.myspace.com/lateofthepier

5) WE ARE THE PHYSICS – Hornbrille und schottischer Humor

Krawatte, weißes Hemd und der Vorname Michael? So präsentieren sich und heißen gleich drei der vier Mitglieder dieser tanzlustigen Truppe aus Glasgow. Der vierte, namens Chris, hat aber bis auf den Namen auch alles, was diese Band ausmacht: eine Hornbrille, das Gespür für poppig-punkige und schnelle Songs, und vor allem den Humor, den es bei dieser Band wie Salz im Meer gibt. Ja, echte Scherzkekse sind diese Schotten: das Debütalbum betiteln sie „We Are The Physics – Are OK At Music“ (nicht super, nicht großartig – nur OK?) und meinen, dass ihr einziges Ziel ist „im Musikspielen anständig zu sein, während sie am Robotertanz feilen“. Den Robotertanz (siehe auch: Foals) kann man bei ihren energischen Liveauftritten bewundern. Hoffentlich bald auch bei uns.

Für Fans von: Foals, Kaiser Chiefs
www.myspace.com/wearethephysics

6) THE TEENAGERS –  Hipster-Pop-Rave

Kluge Ideen muss man haben: Hipster-Kids aus Paris und London Michael, Dorian und Quentin hatten eine Band, bevor sie eine Band hatten. Wie? Dank MySpace natürlich. Sie gründeten die Band The Teenagers als ein Fake-Profil bei MySpace im Jahr 2005 und bastelten die Songtexte aus den ersten Pinnwandkommentaren zusammen. Dabei war noch keine Musik zu hören. Und trotzdem spendete das Label Merok einen Vorschuss, weil sie das Konzept geil fanden. Die Musik, die nun aufgenommen wurde, traf ins Schwarze und katapultierte die Nu-Rave-Hipster in die Charts.

Deren Bubble-Gum-Pop ist zeitgemäß und trendy und hinterlässt vor allem Worte wie  Kitsune, Paris, London, Fashion, Vice, Remixe in Erinnerung.

Mit dem Album-Namen ‚And don’t forget to send me a friend request‘ haben sie zeitgeistmäßig auch nichts falsch gemacht. Im Jahr 2008 auf keinen Fall.

Für Fans von: Klaxons, Stereo Total
www.myspace.com/theteenagers