Mi, 16. November 2016

Bang, Bang, Back To The Roots

Green Day im Interview

Nach einigen übermäßig ambitionierten Platten besannen sich Green Day 2016 wieder auf ihre Wurzeln, um den Leuten mit ‚Revolution Radio‘ zu beweisen, dass sie es immer noch drauf haben: laut, schnell und zur Abwechslung auch sehr intim. Eine vielversprechende Mischung, mit der die California Punks 2017 die Pannonia Fields in Nickelsdorf rocken werden. VOLUME hat mit Bassist Mike über die schöne Vergangenheit, die schwierige Gegenwart und eine laute Zukunft nachgedacht.

Mit ‚Revolution Radio‘ habt ihr euer drittes Nummer-eins-Album vom Stapel gelassen. Gratulation!

Vielen Dank! Wir freuen uns natürlich darüber, aber eigentlich sind uns solche Chartplatzierungen nicht so wichtig. Wir wollten einfach eine gute Platte machen. Dennoch sagt Platz 1 viel über unsere Fans aus, gleichzeitig spiegelt sich darin aber auch die Stärke des Albums wider. Das ist das Einzige, was zählt! In hundert Jahren erinnert sich keiner mehr an die Chartplatzierung, sondern an die Musik.

Hat das schwierige Jahr 2016 genau diese teils sehr politische Platte gebraucht?

Meiner Meinung nach braucht es in diesen schwierigen Zeiten, in denen wir leben, vor allem Musik, die das Weltgeschehen reflektiert. Es gibt immer noch zu wenig davon, obwohl doch ständig so viel Schlimmes passiert!Revolution Radio“ bildet zumindest einen Teil davon ab.

Wie viel revolutionäre Kraft hat Musik denn eigentlich?

Jegliche Form von Kunst, die die Fähigkeit besitzt, Menschen zum Nachdenken anzuregen, hat revolutionäre Kraft. Es beginnt alles damit, die Dinge infrage zu stellen: Autorität, Missstände, richtig oder falsch. Ich denke, vor allem für junge Menschen erleichtert Musik die kritische Auseinandersetzung mit dem Weltgeschehen.

Erzähl mal, wie waren Billie Joe und du als Teenager so?

Ich kenne Billie schon seit der 5. Klasse – es kommt mir wie eine halbe Ewigkeit vor. Als Teenager waren wir sehr konstruktive Unruhestifter. Konstruktiv in dem Sinn, dass wir immer sehr konzentriert an unserer Musik gearbeitet haben. Doch wenn wir keine Musik gemacht haben, dann sind wir meistens in Schwierigkeiten geraten.

Was würdest du deinem Teenager-Ich heute raten?

Denk nach, bevor du sprichst – erst wägen, dann wagen!

Feiert man nach so einer langen Zeit eigentlich noch runde Bandjubiläen?

Billie und ich machen gemeinsam Musik, seit wir zehn Jahre alt sind. Genau genommen würden wir 2017 also unser 35. Jubiläum feiern. Nach so vielen Jahren hört man irgendwann auf zu zählen und lebt lieber im Moment.

Verständlich. Wie lauten deine Vorsätze für ein weiteres gemeinsames Jahr?

Ich bin sehr dankbar für alles, was 2016 passiert ist. Es war ein gutes Jahr für mich und meine Band. Wir sind glücklich, gesund und kreativ. Das soll natürlich 2017 so weitergehen! Außerdem möchte ich so oft wie möglich für unsere Fans live spielen – vor allem an Orten, wo wir schon lange nicht mehr waren.

Frei nach eurer Songzeile ‚I don’t have much, but what we have is more than enough’…welche kleinen Dinge machen dich glücklich?

Meine Familie! Es ist die kleinen Dinge, die zählen! Wir hatten viel Erfolg und sind sehr dankbar, aber am Ende des Tages sind meine Kinder, meine Frau und meine Freundschaften mehr als genug.

Schön gesagt. Uns macht vor allem eure Show als Headliner am Nova Rock Festival 2017 glücklich!

Ich kann es auch kaum mehr erwarten, die beste Rock’n’Roll-Show, die ihr je gesehen habt, auf die Pannonia Fields zu bringen. Es wird ein großartiges Wiedersehen mit unseren Fans!

Was müssen eure Fans zum Nova Rock Festival 2017 mitbringen?

Wasser, Sonnencreme, gute Laune und eine große Flasche zum Reinpinkeln. (lacht)

Wird gemacht! Bis bald auf den Pannonia Fields…