Aller guten Dinge sind drei

Aller guten Dinge sind drei

AnnenMayKantereit im Interview

Mit ihrem neuen Album „Schlagschatten“ knüpfen Annen, May, Kantereit und Huck beinahe nahtlos dort an, wo die letzten Töne ihres Debüts „Alles nix konkretes“ gerade erst verklungen sind. Handwerklich bodenständig, charmant authentisch und leidenschaftlich melancholisch stellen sie erneut die relevanten wie banalen (aber gerade deshalb wichtigen) Fragen unserer Generation – denn die sind noch lange nicht alle beantwortet. Restliche Unklarheiten hat Henning May aber höchstpersönlich im Interview beseitigt.

Ihr spielt in diesem Jahr drei ausverkaufte Shows in Wien. Was glaubst du, macht die Österreicher an AMK besonders an?

Das lesen jetzt hoffentlich nicht allzu viele Fans aus Deutschland von uns. (lacht) Nun, ich würde sagen, dass unsere deutsche Hörerschaft eher etwas mittiger und „schlagerorientierter“ ist. Es wurden ja schon Lieder von uns in dementsprechenden Versionen gecovert. In Österreich hören uns eher mehr jüngere, offene, linksorientierte Menschen. Das macht vielleicht den Unterschied aus – aber was genau ihr an uns findet, wissen wir auch nicht. (lacht) Wir spielen auf jeden Fall sehr gerne bei euch.

Die Groupies sind euch hier zumindest sicher!

Ich lasse die Welt gerne in dem Glauben, wir hätten viele Groupies. (lacht)

(c) Martin Lamberty

Drei Konzertabende in Folge sind schon etwas Besonderes. Wie bereitet man sich vor, um das in einen Hattrick zu verwandeln?

Jetzt muss ich aufpassen, dass ich euch nicht spoiler. Wir haben uns natürlich etwas ganz Besonderes für euch ausgedacht. Wir haben nun viel mehr Möglichkeiten, unser Programm zu erweitern, da wir ja erstens mehr Lieder und zweitens mehr Instrumente haben. Außerdem
bringen wir tollen Support mit, der auch länger als nur 30 Minuten spielt. Wir können euch schon was bieten – freut euch!

Apropos Konzerte … wie haben sich die für euch verändert?

Ich muss gestehen, völlig frei und unvoreingenommen ein Konzert zu besuchen, ist mittlerweile ziemlich schwierig geworden. Man sieht dann nämlich immer, was technisch richtig oder falsch läuft und konzentriert sich nicht mehr so auf die Musik an sich. Das finde ich manchmal etwas schade. Doch beim Musikmachen selbst haben wir keine Probleme, unseren Spaß zu haben.

Wenn du deinem Ich von vor zwei Jahren einen Satz sagen könntest, welcher wäre das?

Henning, crem’ dich gefälligst mehr ein, wenn du so viel in der Sonne rumstehst!

Auf eurem neuen Album geht es in „Nur wegen dir“ ums Träumen. Kannst du uns von einem verrückten Traum erzählen?

Ich träume meistens nicht lang und bedeutungsvoll, sondern sehr kurz, bunt und intensiv. Ich erinnere mich an einen Traum, in dem ich in einem Restaurant war und eine Schlange gegessen habe. Die musste ich erst aus der Haut schälen. Das war etwas merkwürdig. Ich denke aber nicht, dass mich mein Unterbewusstsein in Träumen vor etwas warnt. Ich glaube eher, mein Gehirn entledigt sich von geistigem Müll. (lacht)

Im darauffolgenden Song „willst du hier für immer liegen“. Was ist notwendig, damit du dich trotzdem richtig aufs Aufstehen freust?

Interviews natürlich. (lacht) Ich kann auf jeden Fall schnell aufstehen. Zähne putzen, Glas Wasser trinken, fertig. Gerne mache ich das aber nicht. (lacht) Wenn ich die Aussicht darauf habe, gleich etwas zu tun, geht es leichter. Außerdem brauche ich morgens erst mal schnell etwas zu essen, damit ich nicht in mich zusammenfalle. Oder zumindest so aussehe, als würde das demnächst passieren.

„Ich geh heute nicht mehr tanzen“ – was macht ihr stattdessen?

Wir sind mittlerweile an einem Punkt, an dem man sich nicht mehr schämt, wenn man einfach mal alleine daheim bleibt und ein Buch liest. Wir lesen gerne und mögen auch Spieleabende. Manchmal treffen wir uns aber auch einfach nur zum Tee trinken und reden. Die Zeit verfliegt so schnell und man hat oft keine Möglichkeit, mit Leuten bewusst Zeit zu verbringen. Natürlich gehen wir auch noch gerne mal tanzen, aber diese Abende mit guten Gesprächen sind unersetzbar.

Hast du vielleicht Vorschläge für den nächsten Spieleabend?

Ja, das Brettspiel in unserer limitierten Fanbox zu „Schlagschatten“. Damit haben wir ziemlich viel Freude. Jeder kennt Backgammon, oder? So haben wir das vorgesehen. Der Boden der Box ist das Spielbrett und Spielsteine gibt es auch dazu.

(c) Martin Lamberty

Zum Schluss: Was wird das Beste an 2019?

Ich kann da jetzt nur mal für mich sprechen, aber meiner Meinung nach wird das die Tour. Das wird zwar anstrengend, aber wir freuen uns alle schon sehr darauf – und ich glaube, wir brauchen das jetzt richtig. Der Tagesrhythmus ist dann einfach ein komplett anderer und das fehlt uns mittlerweile schon ein bisschen.

Wir freuen uns auch schon sehr darauf, gleich drei Mal zu AnnenMayKantereit in der Arena Wien zu tanzen!

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