So, 22. Okt 2006
The Information - Beck
Beck
The Information

Zum Selberbasteln ist hier nur das Cover. Der Rest wird quasi eiskalt serviert von Beck, dem Großmeister der instrumentalen Geräuschverschmelzung. Angeblich seit dem Jahr 2003 arbeitet Beck mit Nigel Godrich (Radiohead u.a. ‚OK Comuter‘) an diesem Werk.
Der Opener ‚Elevator Music‘ mit den Worten ‚One, two, you know what to do‘ eingeläutet, birgt eine Mischung aus Hip Hop gepaart mit Elementen des Albums ‚Sea Change‘ in sich. Immer wieder auffallendes Element ist die Geige. Hier als die melodiösen Musikwellen zerschneidenes Instrument eingesetzt. ‚Think I´m In Love‘ erinnert an die ruhigeren Zeiten des blonden zierlichen Mannes, ein klassisches Produkt der Beckschen Evolution.
Bei ‚Cellphone´s Dead‘ verfällt Beck dem von ihm geliebten Sprechgesang, den er beim Refrain in Gesang und Melodie eintauscht. Von zahlreichen Geräuschen begleitet, wird man in einen Dschungel der zusammengereihten Töne entführt, wie sie nur der Synthesizer zu produzieren vermag.
Bei ‚1000Bpm‘ ist viel Lärm zu hören, Becks Stimme geht fast unter, dennoch ein sehr innovatives Stück.
Beck liebt Hip Hop, Funk, den Syntheziser und die Popmusik. Sein Vorteil ist die Kreativität und sein Geschmack, der musiktechnisch noch nie wirklich versagt hat. Andere Künstler wären wahrscheinlich beim Versuch ähnliches zu verschmischen längst gescheitert.
16 Albumtitel lang, vermengt der begnadete Künstler verschiedene Schaffensperioden seiner Karriere zu einem extravaganten neuen Produkt. Den Spagat zwischen altbekannt und erfrischend einzigartig hat er längst geschafft. Auf ‚The Information‘ steht jeder Titel für sich, jeder klingt anders, im Gesamtbild jedoch fügen sich alle ineinander.
Spezielles Goodie: Die zweite Silberscheibe des Albums ist eine DVD. Darauf zu sehen: Videos zu jedem Song. (nst)

— Nobody