Do, 6. April 2006
Irgendwo auf der Welt - Nina Hagen
Nina Hagen
Irgendwo auf der Welt
Island/universal

Die vermeintlich schlechte Nachricht vorweg: abseits von jeglichen Stromgitarren versucht sich 80er-Punk-Ikone Nina Hagen nun schon zum zweiten Mal am bereits etwas ausgelutschten Genre der Neuinterpretation von Swing- und Jazz-Klassikern. Überraschenderweise – und das ist die gute Nachricht – gelingt das Vorhaben der Grande Dame ganz gut.
Auf ihrem bereits vierzehnten Longplayer übt sich die „Mother Of Punk“ und bekennende UFO-Gläubige im schweren Spagat zwischen ihrem unverwechselbaren Gesang und einem Timbre à la Zarah Leander. Nicht selten hört man gerne überrascht nochmal hin, wenn die Hagen zu Klassikern von Frank Sinatra, George Gershwin oder Hildegard Knef ansetzt. Die dreizehnköpfige Band tut ihr übriges und swingt, was das Zeug hält.
„Irgendwo auf der Welt“ ist ein durchaus hörenswertes Swing-Album und lässt die erprobten Herren Robbie Williams oder Rod Stewart brav und langweilig aussehen. Leider, das ist die große Schwäche des Albums, nützt sich das Konzept der aufwändig gestalteten CD schon nach einigen Durchläufen ab; so mancher Nina-Hagen-Fan könnte unter Umständen demnächst einen gut gemachten Staubfänger im Plattenregal stehen haben.
(eru)

— Nobody