Do, 27. April 2006
Fake Chemical State - SKIN
SKIN
Fake Chemical State
V2

Skin, die ehemalige Skunk-Anansie-Frontfrau mit der markanten Nichtfrisur, versucht sich nach „Fleshwounds“ nun zum zweiten Mal als Solokünstlerin. Nach dem Erstlingswerk, das selbst bei langjährigen Fans gerade noch als etwas müdes Balladenkonvolut durchging, darf „Fake Chemical State“ getrost als routinierte Rockplatte bezeichnet werden.

Mit an Bord ist diesmal neben Strokes-Produzent Gordon Raphael auch Ex-4-Non-Blondie Linda Perry, die bei einigen Nummern ihren erfolgsversprechenden Einfluss gelten lässt. Das Resultat der Kollaboration mit der Hitmacherin (sie verhalf schon Pink und Christina Aguilera zu höheren Top 10-Weihen) ist jedoch leider ernüchternd. Zweifellos ist „Fake Chemical State“ ein Album ohne deutliche Schwächen, dafür aber leider auch ohne Ecken und Kanten. Tiefgang vermisst man ebenso wie einen wirklichen Höhepunkt, einzig Skins wie immer beeindruckendes Organ verleiht der matten Produktion einen gewissen Charme.

Obwohl das insgesamt seichte Album bestenfalls Ende der 90er Jahre noch ein beeindruckender Wurf gewesen wäre, kann man ihm hier und da einige Ohrwurmqualitäten nicht absprechen. Während mit „Just let the sun“ die eingängigste der zehn vertretenen Nummern ausgekoppelt wurde, wirken Songs wie „Alone in my room“ wie der mißglückte Versuch, Rock der härteren Gangart massentauglich zu glätten. Wen Skin 2006 damit beeindrucken kann, ist fraglich. (eru)

— Nobody