Eine gezupfte E-Gitarre, vier Stimmen. So minimalistisch eröffnen soulparlez ihr zweites Album „All we need“.
Doch schon die ersten Lyrics – „Anger makes my skin grow old, anger makes my skin grow cold.“ – tragen die Band aus der vertrauten Soundwelt schnell in eine neue, unaufhaltsame Dimension: Effektierte Vocals, knarrende E-Gitarren, vielfältige Basssounds, wilde Synthesizer und ein treibendes Schlagzeug machen aus dem einst zarten A-cappella-Ensemble eine wuchtige Band.
In neun Songs nehmen soulparlez ihre Hörer*innen mit auf eine Reise, die mal entspannt, im nächsten Moment wieder aufwühlt, empowert oder ganz einfach Spaß macht.
Wut als schöpferische Kraft
Getragen wird das Album von einer Fülle an Instrumenten und den Stimmen der vier Musikerinnen, die sich mal als kollektive Einheit präsentieren, mal solistisch hervortreten.
Diese Stimmen singen von der Gemeinschaft zwischen FLINTA-Personen* und von einer Emotion, die insbesondere dieser Gruppe viel zu oft abgesprochen wird: Wut.
Wut über unsere patriarchale Gesellschaft, über Menschen, die im absoluten Überfluss leben, während andere durch die Finger schauen, oder über Personen, die ständig emotionalen Ballast bei einem abladen.
Diese Wut holen sich soulparlez mit „All we need“ zurück – nicht als etwas Zerstörerisches, sondern als schöpferische Kraft, als Motor für Veränderung und Selbstermächtigung. Denn geteilte Wut kann unglaublich viel Kraft entfalten.
Ein eigenständiger Sound zwischen Alternative Pop, Chanson und Jazz
Inspiriert von Alternative Pop, französischen Chansons und Jazz schrecken die Musikerinnen nicht davor zurück, einen eigenständigen Sound zu formen.
Eine Hymne an die Freundschaft
Seine abschließende Krönung findet „All we need“ in einer Hymne an die Freundschaft.
Denn soulparlez sind sich sicher: Wenn wir mit Freund*innen verbunden sind, haben wir bereits alles, was wir brauchen.
Und so heißt es am Ende nicht umsonst:
„We have all we need and we don’t need anyone else!“
— Sebastian Juhn