Di, 7. Juli 2015

Der Tag der Toten

Hollywood Undead im Interview

There’s No Business Like Show Business! Dass die Musikszene aber nicht immer nur Gutes für aufstrebende Künstler bereithält, haben auch Johnny 3 Tears, J-Dog, Charlie Scene, Danny, Funny Man und Da Kurlzz bereits mehrmals zu spüren bekommen. Doch sie wären nicht Hollywood Undead, wenn sie ihrem Ärger über Labelbosse, Managements & Co. nicht auf ihrem aktuellen Album ‚The Day of the Dead‘ ordentlich Luft machen würden. Im Interview haben uns Johnny 3 Tears und J-Dog erklärt, warum man manchmal einfach nicht mehr als ‚Fuck you!‘ sagen kann, wieso sie sich wieder auf ihre Wurzeln besinnen und ob Hip-Hop und Metal überhaupt zusammenpassen.

Euer Markenzeichen sind eure Masken – aber ist es nicht schrecklich heiß darunter, wenn ihr auf der Bühne steht?

Johnny 3 Tears: Man schwitzt wie ein Verrückter. (lacht) Aber wir haben schon in Clubs gespielt, in denen es fast 50 Grad auf der Bühne hatte – wir sind es also gewöhnt.
J-Dog: Eigentlich finde ich es ganz gut, vor allem wenn man auf Tour viel Party macht. Da schwitzt man auf der Bühne den ganzen Alkohol vom Vorabend aus.
Johnny 3 Tears: Oder man geht betrunken auf die Bühne und kommt nüchtern wieder runter. Das ist super! (lacht) Wir tragen die Masken aber meistens nur für drei oder vier Songs – die sind dann zwar ein bisschen anstrengend, aber es ist OK.

Habt ihr eure Masken selbst designt?

Johnny 3 Tears: Ja, jeder hat seine Maske selbst entworfen. Wir kennen einen coolen Typen namens Jerry Constantine – er macht Special Effects, Monster und Ähnliches für Filme. Wir haben unsere Masken mit ihm gemeinsam kreiert.

Manche würden ja meinen, Hip-Hop und Metal passen nicht zusammen. Was sagt ihr dazu?

Johnny 3 Tears: Ich würde sagen, das stimmt. (lacht)
J-Dog: Wir sind ja keine Rap Rock Band per se. Wir rappen beispielsweise nicht zu Rock’n’Roll-Riffs. Unsere Musik ist anderes als der Rap Rock, der in den 90ern aufkam.
Johnny 3 Tears: Wir sind einfach Hollywood Undead. Wenn uns jemand fragt, dann sagen wir: Wir sind eine Rock Band! Wir sind aus L.A., wo Hip-Hop und Rap ein großer Teil der Kultur ist. Für uns ist es also wichtiger, Musikstile zu verbinden, die wir mögen, als gezielt einen bestimmten Sound zu erzeugen.

Was haltet ihr dann davon, mit Linkin Park verglichen zu werden?

J-Dog: Wenn uns Leute mit einer anderen Band vergleichen wollen, dann ist Linkin Park natürlich naheliegend. Das stört uns nicht, denn Linkin Park ist eine großartige Band.
Johnny 3 Tears: Es ist ein Kompliment! Ich denke zwar nicht, dass wir wie sie klingen, aber die Jungs sind großartige Songschreiber. Also wenn ihr uns damit vergleichen wollt – cool!

Kommen wir zu eurem aktuellen Album. Welche Botschaft steckt hinter dem Titel ‚Day of the Dead‘?

Johnny 3 Tears: Wir haben vor diesem Album einiges durchgemacht. Wir hatten eine Zeit lang kein Label, deshalb feiern wir damit sozusagen unser Comeback. Für diese Platte haben wir uns auf unsere Wurzeln besonnen – ‚The Day of the Dead‘ bedeutet also unsere Rückkehr zu dem, was wir am besten können.
J-Dog: Alles, was für eine Band schief laufen kann, haben wir schon erlebt: Probleme mit dem Management, dem Label, usw. Ich weiß auch nicht wieso – ‚The Day of the Dead‘ ist also unsere Chance, wieder zu glänzen.
Johnny 3 Tears: Als Band hast du es manchmal nicht leicht. Meiner Meinung nach besteht das größte Problem darin, dass die Kontrolle über die Musik nicht bei den Menschen liegt, die sie machen, sondern bei Studiobesitzern, Plattenbossen und Managern. Die meisten – aber natürlich nicht alle – sind nur auf Geld aus. Wenn du nicht genug Kohle machst, dann bescheißen sie dich. Vielen Bands ist es so ergangen – nicht nur uns. Das Musikbusiness ist hart, deshalb geht es in einigen Nummern auf dem Album auch um genau diese schmierigen Typen.

Ihr seid also vorsichtiger geworden?

Johnny 3 Tears: Unglücklicherweise ist es zu spät, sobald du einen Vertrag unterzeichnet hast und diese Typen haben bessere Anwälte als wir. (lacht) Das Einzige, was du dann machen kannst, ist einen Song über sie zu schreiben, um darin zu sagen: ‚Fuck you!‘ Derzeit verändert sich aber viel im Business. Bands können immer mehr Musik ohne Labels veröffentlichen. Als wir angefangen haben, gab’s das nicht. Ich denke, die Kräfte verschieben sich zugunsten der Musiker.

Wie haben eure Fans auf diese Rückkehr zu euren Wurzeln reagiert?

Johnny 3 Tears: Sie lieben es!
J-Dog: Ja, das Feedback war großartig! Unsere Fans sind brutal ehrlich – wenn ihnen etwas nicht gefällt, dann lassen sie uns das definitiv wissen. Die Resonanz zu ‚The Day of the Dead‘ war aber zu 90% positiv. Im Vergleich zur letzten Platte, von der sie nur zu ca. 70% überzeugt waren. Ich denke, unsere Fans mögen das Album genauso sehr wie wir.

Das freut uns zu hören! Vielen lieben Dank.