Fr, 15. Juli 2016

Good Charlotte 'Youth Authority'

Album der Woche #28

Jeder spielt wieder Pokémon und Good Charlotte haben ein neues Album an den Start – welches Jahr haben wir noch mal? Doch auch wenn es dem geneigten Twenty-Something so vorkommen als wären wir in der Zeit zurückgereist, muss zunächst folgendes festgehalten werden: Die Madden-Brüder und ihr Gefolge waren ja eigentlich nie weg …

Vielleicht liegt es einfach am derzeitigen 90ies/00ies-Spirit, der uns, beflügelt durch Pokémon Go, dem neuen Tarzan-Film oder Blink-182s ‚California‘, euphorisch durch die Straßen rennen lässt. Anderseits blicken Good Charlotte bereits im April dieses Jahres mit der zweiten Singleauskoppelung ’40 oz. Dream‘ nostalgisch zurück … alle Punkrocker aus der guten alten Zeit sind mittlerweile über 40 und verdammt, wie ist nicht alles langweilig geworden, na, na, na, na, na, na.

Eh klar: Nichts ist mehr wie früher (’40 oz. Dream‘), das Leben verändert sich (‚Life Changes‘) und alles ist in Bewegung (‚Moving on‘). Doch eine Konstante bleibt: der Sound von Good Charlotte, der sie einst groß machte und uns durch das Kinderzimmer tanzen ließ. Denn auch im Jahre 2016 ist der Pop Punk der Ü-30er so feingeschliffen, so ecken- und kantenlos, so Formatradio-tauglich wie eh und je. Daran können auch Sleeping with Sirens‘ Kellin Quinn in ‚Keep Swingin‘ oder Biffy Clyro-Mastermind Simon Neil in ‚Reason to Stay‘ ändern.

Und nun? Als Hörer hat man nun genau zwei Möglichkeiten! Erstens: Man kann sich maßlos über den nicht altern wollenden, massentauglichen Punk aufregen und Good Charlotte erneut ins Mainstream-Niemandsland verdammen. Oder: Man scheißt auf das Postulat nach anspruchsvollem, revolutionsanzettelnden Punkrock (den fand man in Charlotte-Hollywood sowieso noch nie), lässt mit ‚Youth Authority‘ seine Jugend noch einmal hochleben und erinnert sich daran, dass der Kommerz-Punk von Good Charlotte schon immer so und nie anders funktioniert hat. And they still now how to throw a party, yeah, yeah, yeah, yeah …

EBENFALLS NEU IM GUT SORTIERTEN PLATTENREGAL:

  • 9Electric: The Damaged Ones
  • Jeff Beck: Loud Hailer
  • Breath: Carry Your Kin
  • Dare: Sacred Ground
  • Debauchery + Blood God: Thunderbeast
  • Family: Future History
  • Impala Ray: From The Valley To The Sea
  • Michael Kiwanuka: Love And Hate
  • Lamiya: Reflection
  • Needtobreathe: Hard Love
  • Neo Rodeo: Bingo Ringo
  • Aaron Neville: Apache
  • Jack Palmer + Amanda Palmer: You Got Me Singing
  • Saitenfeuer: Ein wenig Farbe
  • Schoolboy Q: Blank Face LP
  • Snoop Dogg: Coolaid
  • Alvaro Soler: Eterno Agosto
  • Teesy: Wünschdirwas
  • Steven Tyler: We’re All Somebody From Somewhere
  • Von wegen Lisbeth: Grande