Fr, 26. August 2016

Apologies, I Have None 'Pharmacie'

Album der Woche #34

Seit dem Release des Kritikerlieblings “London” 2012 haben sich Apologies, I Have None einem gnadenlosen Tourplan verpflichtet. Am Rande des Weges fanden die Briten dennoch die Zeit, neben der EP “Black Everything”, auch an ihrem großartigen Debütnachfolger zu werken. Das Ergebnis liegt heute vor und hat es in sich! Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Diagnose: Der rasche Verfall geistiger Gesundheit und dessen Auswirkungen auf ein eng verbandeltes Liebespaar – schwerer Stoff, der dermaßen vielschichtig ist wie das jeweilige Krankheitsbild selbst. Die Medizin: Melancholische bis zerstörerische Gitarren, eine druckvolle Rhythmusfraktion, filigrane Klaviermelodien, die punktuell wie eine beruhigende Umarmung wirken, und McKenzies einfühlsame bis frustrierte Stimme, deren Dringlichkeit so intensiv und impulsiv scheint wie Emotionen an sich. Der Befund: Ein betäubender Soundcocktail, der sofort ins Blut und damit ans Herz geht.

Trotz der schweren Thematik, die in düsteren, fast depressiven Nummern genügend Platz zur Entfaltung findet, stellt ‚Pharmacie‘ eine Rückkehr zu alter Form dar. Apologies, I Have None konfrontieren ihre Hörerschaft mit Licht und Schatten und diagnostizieren deren Gegensätze so klar und ausgereift, dass die Chancen auf Heilung gut stehen. Denn selten war Punk so hoffnungslos wie hoffnungsvoll, so einnehmend wie unaufdringlich, so persönlich wie allumfassend.

Die Medizin sollte aber unbedingt am 29. September 2016 live in der Arena Wien unter Aufsicht von Apologies, I Have None eingenommen werden!

EBENFALLS NEU IM GUT SORTIERTEN PLATTENREGAL:

  • Adiam: Black Wedding
  • Any Given Day: Everlasting
  • Bad Plus: It’s Hard
  • Banks + Steelz: Anything But Words
  • Beginner: Advanced Chemistry
  • Nels Cline: Lovers
  • Cocoon: Welcome Home
  • Crystal F: Narben
  • De La Soul: And The Anonymous Nobody
  • Delain: Moonbathers
  • Celine Dion: Encore un soir
  • Glass Animals: How To Be A Human Being
  • Höchste Eisenbahn: Wer bringt mich jetzt zu den Anderen
  • Hunna: 100
  • Imany: The Wrong Kind Of War
  • King Company: One For The Road
  • Robin Leon: Mein Sommertraum
  • Lina Maly: Nur zu Besuch
  • Mesh: Looking Skyward Monkees: Forever
  • New Model Army: Winter
  • Orphaned Land + Amaseffer: Kna’an
  • Running Wild: Rapid Foray
  • Sodom: Decision Day
  • Britney Spears: Glory
  • Twilight Force: Heroes Of Mighty Magic
  • Tatwaffe: Sternenklar