Wie weit würdet ihr kommen?

Supernackt #52

Warum sind wir auf der Welt? Ist es ein irrelevanter kosmischer Zufall, dass wir über die Erdenrundung streifen? Oder hat unsere Existenz eine tiefere Bedeutung? Ist das irdische Leben nur eine Zwischenstufe des Daseins, eine Prüfung, der sich unsere unsterbliche Seele stellen muss? Oder sind die Lichter aus, wenn wir sterben?

Einblicke in die Gedankenwelt der Reichen und Geföhnten

Eine exakte Beantwortung ist nicht möglich, aber es kann vermutet werden, dass der Sinn darin liegt, ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen. Somit ist jeder selbst dazu aufgerufen, seinen eigenen, individuellen Sinn im Leben zu entdecken. Anbei eine kleine Orientierungshilfe zur rücksichtlosen Glückseligkeit:
Werden wir – im Leben oder nach unserem Tod – von einer übergeordneten Macht für unsere Wohltaten belohnt beziehungsweise für unsere Untaten bestraft? Wir wissen: Nein. Zumindest nicht im Leben und nicht für die Untaten. Ist es nicht unfair, dass sehr wenige auf Kosten aller immer reicher werden, während ein Großteil kaum überleben kann? Mit Sicherheit, aber kommt mal auf die andere Seite, dann versteht ihr es. Interessiert es uns daher einen Dreck, ob die übrige Menschheit und zukünftige Generationen nichts mehr von dieser Welt haben, weil wir ihnen die Ressourcen erbarmungslos rauben und den Planeten dabei, zerstören, vermüllen und vergiften? Genau so ist es – nütze den Tag, nütze die Welt!
Ist es egal, wenn wir Lebewesen als Objekte betrachten, die profitmaximiert nur unserem finanziellen und leiblichen Wohl zu dienen haben? Logo, wenn´s halt schmeckt. Ist es belustigend, wenn Politiker wie Marionetten am Finanzsystem hängen, langfristige Entscheidungen kurzfristigen Gewinnbestrebungen untergeordnet und dabei die Verluste den Steuerzahlern in Rechnung gestellt werden? Ehrlich gesagt: Das ist mehr als belustigend, das ist das beste Kabarett der Welt, die größte Verarschung von allen. Und alle haben Eintritt gezahlt.
Sollten wir als Weltgemeinschaft nicht die Möglichkeiten bieten, dass sich Menschen überall sicher fühlen können und nicht aus Überlebensängsten aus ihrer Heimat fliehen und dabei alles was sie haben zurücklassen müssen, um Schleppern ihr letztes Hab und Gut zu geben, damit sie diese unter akuter Lebensgefahr in eine Zukunft befördern, in der sie nicht erwünscht sind? Drauf geschissen, man kann sich nicht um alles kümmern. Wir haben mal für uns vorgesorgt, wenn wir fliehen müssen, haben wir noch 10 Villen und einige Bunker über die Welt verstreut. Packen werden wir nur einen schicken Geldkoffer. Aber wie weit würdet ihr eigentlich kommen?

— Michael Ledl