Mi, 10. September 2014

Waffen für alle

Supernackt #42

Einblicke in die Gedankenwelt der Reichen und Geföhnten

Einblicke in die Gedankenwelt der Reichen und Geföhnten

Die Menschen sind nicht unbedingt eine friedliebende Spezies. Kein Wunder, dass die Aliens uns aus sicherem Abstand beobachten. Ständig liefern wir uns an irgendwelchen Ecken unserer Kugel kleine bis größere Scharmützel und bomben die Erdkruste weg. Manchmal brodelt die ganze Welt. Doch wer sind die Kriegstreiber? Wir Weltlenker, die mit jedem Krieg, jeder verkauften Waffe verdienen? Oder ihr verängstigten Tagträumer, die am Ende bezahlen? Mit eurem Geld oder Leben. Die Antwort ist gar nicht so schwer: Waffen für alle!
Genau! Die Menschheit, geteilt durch ein Meer von Waffen. Für ein Meer voll Geld. Ressourcen. Schädel. Es gibt üblere Deals. Die Ungläubigen, Unwürdigen, Herrschsüchtigen vernichten sich weltweit gegenseitig, wir halten auf allen Seiten die Hand auf und free on top ballert sich ein bisschen menschliches Unterklassenmaterial im eigenen Land die Birne weg. Natürliche Auslese. Denn wenn eine Neunjährige ihren Waffenlehrer mit einer Uzi umräumt, dann kann man nur sagen: Selbst schuld, hätte er die Kleine früher ausgebildet. Waffen für alle!

Denn es gibt viel zu verteidigen. Wehe, da kommt wer und fladert euch den dreifach gebeizten Gartenzwerg von der Veranda. Kopfschuss. Die Waffe immer im Anschlag. Besser so, denn der Einbrecher wird ziemlich sicher auch bewaffnet sein! Waffen für alle!

Ihr braucht Waffen. Schließlich müsst ihr euch gegen potenzielle Ungerechtigkeiten übermächtiger Aggressoren, seien sie staatlicher oder privater Natur, verteidigen können. Dass die Übermacht zumeist mit Panzern und Drohnen anrückt, spielt bei der Überlegung keine Rolle. Während ihr im kleinen, persönlichen Umfeld wütet, glaubt ihr das große Ganze zu bekämpfen. Waffen für alle!
Würde es auf der Welt keine Waffen geben und würden sämtliche finanzielle Ressourcen, die jetzt in Rüstungsausgaben, Kriegsführung, Waffenproduktion etc. fließen, in sinnvolle und alternative Projekte, rein einer globalen Gemeinschaft dienlich, investiert werden, glaubt ihr, die Welt wäre ein besserer Ort? Nein, denn sobald wir die ersten Waffen bauen, nehmen wir euch alles weg. Euer Geld und wenn es blöd kommt euer Leben. Also besser: Waffen für alle!
Wir müssen alle sterben. Ihr wie wir. Aber sonst nichts. Eine Waffe lässt uns sterben. Aber sonst nichts. Perfect match, denn eine Kugel reicht, um ein Leben zu beenden. Mit einer Waffe in der Hand habt ihr stets selbst die Freiheit, diese Entscheidung zu treffen. Freiheit für alle!