Di, 6. September 2016

Geldlos, Leinen los!

Supernackt #59

Es könnte alles anders sein. Es könnte alles einfach sein. Wenn alle ihr Sein ändern und in dem Einfachen Zufriedenheit finden. Was nicht so einfach ist.

Einblicke in die Gedankenwelt der Reichen und Geföhnten

Wir haben euch in ein System manövriert, in dem ihr als Lohnsöldner ums Überleben radelt. Egal wie weit ihr es bringt, der nächste Endboss wartet. Das Spiel geht nie zu Ende. Das nächste Add-on kommt bestimmt. Solange ihr erfolgreich seid. Sonst bleibt ihr in der Kanalisation stecken und die Palasttürme bleiben unerforscht. Nach jeder Gehaltserhöhung hechelt ihr der nächsten hinterher. Hinter jeder Karrierestufe verbirgt sich die nächste Karriereleiter. Nie kommt ihr ans Ende. Dazwischen werdet ihr auf Konsum programmiert und passt euer sinnbefreites Leben den Zahlen auf eurem Konto an. Jeder soll wissen, wie viele Stellen ihr wert seid. Und während wir uns mit Goldplättchen den Hintern abtupfen lassen, freut ihr euch nur auf den aktuellen 3D-Fernseher, der euch die neuesten Werbespots eindringlicher ins Unter-/ Bewusstsein betoniert. Die Karotten hängen, ihr lauft noch schneller. Immer brav an der Leine gehalten. Unser Geld führt euch spazieren. Dafür gibt’s dann auch ein kleines Leckerli. Und schon werden die Augen groß. Vielleicht ein neuer 3D-Fernseher? Das Rad muss sich drehen, also dreht ihr am Rad.
Statt einfach erscheinende Wege Richtung schwierige – und daher oft falsche – Lösungen zu gehen, solltet ihr die schwierig erscheinenden Wege zu den einfachen Lösungen einschlagen.
In gigantischen Betonlandschaften lebt ihr von der Natur abgekapselt. Die Werbung sagt an, was ihr braucht und wie schnell, bequem und einfach alles zu haben ist. Den weirdesten Heckmeck kriegt man mit 2 Klicks (oder 1x Dash-Button drücken) innerhalb von Stunden für wenig Geld nach Hause geliefert. Was die Werbung nicht sagt, ist wie komplex, selbstzerstörerisch und unfair das System dahinter aufgebaut ist. Ihr kennt primär die werbeinduzierte Hochglanzfassade, wie viel Leid, Ausbeutung und Destruktion hinter den gekauften Produkten steckt, bleibt verborgen. Das Mittel der Trennung ist das globalisierte Geld. Es bewertet alles, stellt alles in Relation zueinander und abstrahiert alles auf einen Wert. Es vereinfacht alles. Wie es zu diesem Wert kam, bleibt irrelevant. Einfach geil billig bitte! Einfacher Weg, schwierige Lösung.Geldlos, Leinen los!

GELDLOS, LEINEN LOS!

Schwieriger Weg: Selbstdisziplin, Genügsamkeit, Ehrlichkeit, Naturverbundenheit, Empathie, geänderte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Entmachtung des Geldes. Einfache Lösungsansätze: Bildung, Gemeinschaft, Fairness, Weitblick, Langfristigkeit. Free your life! – das sollte euer Motto sein. Fuck your life ist solang das unsere. Schnauze halten und vielleicht wird es was mit dem 3D-Fernseher.