Gott segne Amerika!

VOLUME Kinokritik: BlacKkKlansman

Wenn die Frisur richtig sitzt, kann man so ziemlich alles erreichen. Zum Beispiel Ende der 1970er als Schwarzer in Colorado Springs Polizist werden. Immerhin ermutigt der Staat einen dazu: Gott schütze Amerika!

Um sich zu profilieren, muss man allerhand schaffen. Etwa die örtliche Fraktion des Ku-Klux-Klans infiltrieren. Dafür braucht es die Hilfe eines weißen Kollegen. Dass der ausgerechnet Jude ist, kann doch nicht stören!

Und so agiert Ron Stallworth (John David Washington) permanent zwischen Black Power – wunderbar auf den Punkt gebracht von dem großen Harry Belafonte – und White Power, während er seine Kollegen instruiert, den KKK zu infiltrieren. Flip Zimmerman (Adam Driver) übernimmt dabei seine Rolle als rassenhassender Patriot so gut, dass er alsbald zum Kopf des Sprengels gewählt wird. Jetzt fängt die Scharade erst richtig an und Spaß ist vorprogrammiert!

Das Herantasten an die auf wahren Begebenheiten basierende Handlung über die komödiantische Schiene lässt den (tages-) aktuellen Bezug, der am Ende aufgezeigt wird, einschlagen wie eine Bombe – ganz ohne die Moralkeule zu schwingen! Großartig gemacht, großartig gespielt. Man darf mit einem guten Gefühl den Kinosaal verlassen, denn Regisseur Spike Lee will uns nur sagen: Gott schütze Amerika – vor Blödheit, Rassenhass und der Wiederholung der Geschichte!

Regie: Spike Lee
Mit: Adam Driver, John David, Alec Baldwin, Harry Belafonte
Kinostart: 23.08.2018
Bewertung:
 4/5