Studentenjobben

Dinge, die man getan haben muss… #67

Es kam leider so, wie es die Ulknudeln von den Bäumen pfiffen: Die Regierung möchte, dass nur noch Reiche studieren, der Rest soll gefälligst hackln gehen. Das kommt gut in bourgeoisen Kreisen und lustigerweise auch bei Hacklern. Bei den einen, weil sie Hacklerkinder ungern an der Uni sehen, bei den anderen, weil sie Studierende als Tachinierer imaginieren. Wie auch immer, zum Überleben muss ein Studentenjob her!

Empirische Beobachtungen haben ergeben, dass diese immer damit einhergehen, dass der Jobber am Ende der Gefickte ist. Verkauft man beispielsweise Weihnachtsbäume, friert man sich dabei in erster Linie den Arsch ab. Versucht man, undankbarerweise Spender zu keilen, wird man auf der Mariahilfer Straße von einem rasenden Fahrradboten durchaus unsanft begegnungsgezont und landet auf dem Arsch. Der Fahrradbote, klarerweise ebenfalls ein Studentenjobber, kann daraufhin auf eine Zweitkarriere als zahnloses Flughörnchen hoffen, während einem selbst plötzlich Organspender – zum Beispiel für eine akute Steißbeintransplantation – wesentlich interessanter erscheinen. Am vielversprechendsten erscheint da immer noch die Karriere in der Wachstumsbranche der Nebenerwerbsprostitution. Da kann man für die Germanistikbachelorarbeit – Titel: Posex & Poesie – wenigstens Synergien in der Recherchearbeit nutzen. Übertrieben? Abartig? Leider nicht, aber Kopf hoch: Man will den dereinstigen Enkerln ja nicht erzählen, dass man in der Jugend nur Videospiele gespielt, Fast Food gegessen und Blümchensex gehabt hat, oder?

— Thomas Varkonyi