Di, 25. Februar 2014

Schlafwandeln

Dinge, die du getan haben solltest…(36te Ausgabe)

In Zeiten von unbezahlten Praktikumsplätzen, schlecht bezahlten Vollzeitjobs und semiprofessioneller Prostitution (= Studium) kann es schon vorkommen, dass du gestresst bist. Oder dem Alkohol in rauen Mengen zusprichst. Oder beides. Neben Kater, Verhärmung und Impotenz gibt es allerdings auch eine, zugegeben seltene aber durchaus amüsante Nebenwirkung, nämlich Schlafwandeln. Wenn du nach Stress und Komasaufen ins Bett fällst, einschläfst und plötzlich, ohne zu wissen wie und warum, nackt im Lichthof aufwachst.
Gegen den einsamen, unschuldigen Lichthofbaum wischerlnd, den Arsch abfrierend. Dich erschrocken umsiehst, ob es eh niemand bemerkt hat. Dann ins Haus zurückkehrst, um festzustellen, dass du den Wohnungsschlüssel nicht dabei hast. Eh klar, wo sind denn am Adams- oder Evakostüm irgendwelche Taschen? Mitten in der Nacht nackig die Nachbarn rausläuten, zeugt von keiner guten Kinderstube. Es bleibt noch die Möglichkeit, sich vor der Kälte in die gesammelten Fußmatten der Nachbarschaft zu wickeln.
Ein feiner Plan. Zum Elend gesellt sich da im Nu der Dreck. Jetzt nur noch das Morgengrauen abwarten, von der wahnsinnigsten Nachbarin eine Kinderglockenhose aus den 90ern ausborgen, den Schlüsseldienst anrufen und den Arbeitsplatz wechseln. Zu heftig? Mag sein, aber du willst den dereinstigen Enkerln ja nicht erzählen, dass du in der Jugend nur Videospiele gespielt, Fastfood gegessen, und Blümchensex gehabt hast, oder?