Mi, 19. Dezember 2012

In den Wald sch....en

Dinge, die du getan haben musst... #28

bevor du alt/fad/tot bist…

Die Japaner (sie tauchen mysteriöserweise in dieser Kolummne immer wieder auf) sind im Bereich der Multifunktionalhäusln Weltmarktführer, kreativ bis zuletzt (siehe auch S 52). Es gibt in Nippon tatsächlich Klos käuflich zu erwerben, die musizieren, um unangenehme Geräusche zu überdecken, die ventilieren oder vielmehr hyperventilieren, um die Geruchsbelästigung zu minimieren, deinen Arsch wasserdruckstrahlmäßig säubern, und dann auch noch sich selbst reinigen, damit sich der nächste Arsch nicht verarscht vorkommt. Großartig! Hygiene pur.

Volume hat sich schon solche Teile bestellt, sie sehen so geil aus, wie die Umkleidekabine von Darth Vader. Doch immer, wenn es technologischen Superfortschritt gibt, kommt ein bisschen ein Gefühl der Entfremdung auf. Manch einer möchte sich emotional nicht allzu weit von seinen Körperfunktionen entfernen, und möglichst viele andere Menschen, Tiere und Pflanzen damit belästigen. Also, ab in den Wald, um auf Tuchfühlung mit seinem inneren Neandertaler zu kommen. Kaum packt einen der Drang, vermisst man auch schon die erhabene Klobrille. Man muss knapp über dem Erdreich hockerln. Die Risiken sind mannigfaltig: du kannst dich selbst, dein Gewand, und die Umgebung verunstalten, und die umgehenden und umgebenden Lebewesen starren dich auch noch an.

Von wegen Privatsphäre. Hunde und ihre Besitzer, der Förster vom Silberwald, Hasen und Igel, Winnetou und Old Shatterhand, das Bundesheer und verzweifelte Schwammerlsucher – sie alle und noch mehr, kommen nach dem Gesetz Murphys sofort starrend daher. Wenigstens ist das gemeine „In der Hocke“-scheißen angeblich gut für die Kniegelenke – laut einer japanischen Studie übrigens. Wer sich allerdings, wie es im Wald authentisch ist, mit Laub, Moos, Farn oder einem Igel zu reinigen versucht hat, weiß, was für ein exotisches Abenteuer das ist – und das Wort reinigen ist in diesem Zusammenhang eher ein Euphemismus. Einmal solltest du es jedoch ausprobieren, denn du willst ja den dereinstigen Enkeln nicht erzählen müssen, dass du die Jugend nur mit Fastfood fressen, Blümchensex und Videospielen verbracht hast. Oder?