Mi, 19. Oktober 2011

Eine WM/EM-Endrunde, bzw ein Finale besuchen.

Dinge, die du getan haben musst... #21

Entgegen der inoffiziellen österreichischen Bundeshymne ist nicht Schifahren, sondern Fußball das Leiwandste, was man sich nur vorstellen kann. Zumindest, wenn es ums zuschauen geht. Während sich Schifahrer mir wahnsinniger Geschwindigkeit, bekleidet mit einem Ganzkörperkondom und Lord Helmchens namensgebender Kopfbedeckung aus Weltraummaterialien, einen Abhang hinunterschweissen, spielen Fußballer ein Spiel. Und Spiele machen einfach mehr Spaß, auch wenn du nur zuschauen kannst. Das ultimative Ereignis dieser Art ist eine Endrunde. Zumindest war das einmal so.

Heutzutage tritt die Begeisterung in den Hintergrund, um die Bühne irgendwelchen Moralaposteln und Spaßbremsen zu überlassen. Allein das alkfreie Pseudo Bier schlägt ja dem Fass die Krone ins Gesicht. Die üblichen Sponsorenmarken sind schon mit Alk im Nähebereich von Tierquälerei zu verorten, aber ohne Alk haben sie endgültig die Daseinsberechtigung verwirkt. Das bedeutet, dass du dich halt vor dem Spiel im Kreise deiner Freunde mit richtigen Prozent marinierst, mürbe machst, streichfähig wirst. Ob das im Interesse der Moralin-Lobby ist? Egal. Hauptsache für die noch aufrechten Bürger ist, dass der signifikante Anstieg der Prostitution aus den Augen und in die stadionumgebenden Büsche verlegt wurde.

Wie auch immer: Du erreichst – in vorgeglühter Laune und möglicherweise um einiges an Erbinformation erleichtert – endlich das Stadion, gröhlst, hüpfst und kommst dir wie ein Dolm vor, nüchterst wieder aus, wirst nach dem Spiel von Fans der Gegner verprügelt, und lasst für den ganzen Spass eine vierstellige Summe liegen. Oleee oleee! Denn du kannst den dereinstigen Enkeln ja nicht erzählen, dass du in der ganzen Jugend nur Videospiele gespielt, Fastfood gefressen und Blümchensex gehabt hast. Oder?