Di, 13. Februar 2007
Vegetal - Emilie Simon
Emilie Simon
Vegetal

Auch wenn das Cover auf den ersten Blick ein bisschen an Joanna Newsom erinnert, ist es doch treffender Emilie Simon als „französische Björk“ zu bezeichnen. Wie das große Vorbild aus Island, verbindet auch Simon elektronische Klänge mit einer zerbrechlichen Stimme und atmosphärischen Streichern.

Dass das Ganze aber mehr als nur ein netter Abklatsch ist, beweist die zierliche Singer/Songwriterin auf „Vegetal“, ihrem mittlerweile dritten Album nach dem Debut und dem Soundtrack zur preisgekrönten französischen Doku ‚Die Reise der Pinguine‘. Unter den an der Oberfläche meist ruhigen und verträumten Songs schlummern vertrackte Arrangements, die von Simons beeindruckendem musikalischem Talent zeugen. „Ecrit, composé, arrangé, programmé et réalisé par Emilie Simon“, steht dann auch ganz selbstbewusst auf dem Plattenrücken und lässt einen anerkennend nicken. Textlich setzt Simon die von Blumfeld begonnene Tradition fort, ein ganzes Album über Blumen, Sträucher, Seen und die Natur im Allgemeinen zu singen, nur dass das aus Simons Mund natürlich tausendmal sexier klingt als bei Jochen Distelmayer & Co.

Wenn es ein Problem bei dieser Platte gibt, dann dass sie einen Standout-Track vermissen lässt, diesen einen Song, der einen anspringt und nicht mehr loslässt. Auf diese Weise ist es etwas schwieriger sich in das Album „einzuarbeiten“, aber wer bereit ist, sich die Mühe zu machen, wird sich bald bis über beide Ohren in Emilie Simon und „Vegetal“ verlieben.

[reiner]

— Nobody