Fr, 4. November 2016
The Heavy Entertainment Show - Robbie Williams
Robbie Williams
The Heavy Entertainment Show

Der Albumtitel „The Heavy Entertainment Show” ist nicht nur trefflich gewählt, weil er eh Programm ist, er bringt auch Mr. Williams begnadetes Talent auf den Punkt. Robbie ist eine Rampensau, ein Vollblut-Entertainer, ein Showmaster, der auf  den Bühnen dieser Welt zu Hause ist.
Das alles geschieht auch auf „The Heavy Entertainment Show“, ein Album wie eine prächtige Abendgala: Was Rang und Namen hat, ist anwesend. Der neureiche Russe, die Hymne im Abendkleid, die Ballade zum Dahinschmelzen. Kein Klischee wird ausgelassen – und es funktioniert. Auf „Party Like A Russian“ marschiert symbolisch die Sowjetarmee im Stechschritt, während auf „Mixed Signals“ Melodien für Millionen gesungen werden. Am Cover derweil, wird Robbie als muskelbepackter Boxer inszeniert. Tätowiert, verschwitzt reißt er sich für uns den Arsch auf, legt sich bei jedem Song aufs Neue ins Zeug, nur um uns den Alltag zu versüßen. Dies gelingt auch in „Motherfucker“. Ein launischer Song mit prägnanter Melodie, vom Gospelchor gen Klimax getrieben. Es wird nichts ausgelassen. Sexy Horns wie auf „Bruce Lee“ befinden sich mit 80er Jahre– Disco–Slapbass, wie auf „Sensitive“ zu hören,  im munteren Wechselspiel. Ein Lied wie eine Discokugel. Auf „David‘s Song“ kommt dann der obligate Butterschmalz zum Rinnen. Er weiß einfach, was die Massen wollen  – nämlich alles – und bedient diese Nachfrage vorzüglich. Und er kennt auch, was uns bewegt, also singt er drüber: Robbie Williams im Dienste der Mehrheit. Mit „Pretty Woman“ wischt er dann noch den Dancefloor auf, nur um mit „Hotel Crazy“ Weihnachtsstimmung und Lametta zu versprühen: Als ob Tom Waits mit Melonenhut in der Hotelbar versumpft. „The Heavy Entertainment Show“ ist ein am Reißbrett perfekt durchkonstruierter Pop, ein Meisterwerk, das schwer empfohlen werden kann. The show can go on! [I-BOT]

— Amy Mahmoudi
Lautstärke

Shortcut GALANACHT DER POPMUSIK
Highlight „MOTHERFUCKER“
Connection BON JOVI, OASIS, MADONNA