Lil Julez zählt zu den spannendsten Stimmen der aktuellen Indie-Generation und sorgt spätestens seit seinem Debütalbum „It Was A Hoax“ (2023) auch international für erste Aufmerksamkeit. Als Live-Act hat er sich in den vergangenen Jahren zunehmend etabliert – unter anderem als Support für Geese und The Godfathers sowie bei Festivals wie Lido Sounds und Waves Vienna.
Mit „Pleasurecruise“ legt Lil Julez nun sein zweites Album vor und entwickelt seinen Sound konsequent weiter. Zwischen Referenzen an die 60er- bis 00er-Jahre und dem zeitgenössischen Sound der Gen-Z-Indie-Bewegung entsteht eine eigenständige musikalische Sprache, getragen von einer unverwechselbaren, charismatischen Stimme und einer spürbaren Nähe zur Energie seiner Live-Shows.
Die Vorab-Singles „I Wanna Be Lonely“, „Your Life“ und zuletzt „Lovebyte“ gaben bereits erste Einblicke in die Welt von Pleasurecruise. Mehrere der Songs erhielten europaweit Airplay und zeigten einen Künstler, der große Melodien mit Themen verbindet, die oft deutlich schwerer wiegen, als es die Musik zunächst vermuten lässt.
Mit dem Album erscheint auch die neue Single „Into The Sun“, die diesen Gedanken konsequent weiterführt. Während „Lovebyte“, inspiriert von der tragischen Geschichte von Sewell Setzer und einem Chatbot, von einer Beziehung zwischen Mensch und Computer erzählt, kreist „Into The Sun“ um Kontrollverlust und die Bedeutung eines vertrauten Menschen, der dabei hilft, wieder zu sich selbst zurückzufinden.
Mit „Pleasurecruise“ verschiebt sich der Fokus für Lil Julez hörbar.
„Es ist für mich ein ganz besonderes Album, da wir die Songs zum ersten Mal als Band gemeinsam aufgenommen haben. Als Live-Act sind wir über die Zeit immer stärker geworden und haben beschlossen, dieses Live-Gefühl einzufangen. Im Gegensatz zum ersten Album ist nun nicht jedes Detail perfekt ausgearbeitet. Es geht mehr um das Gefühl als um Präzision.
Der Albumtitel ist dabei Programm. Pleasurecruise steht für den Flow-Zustand, in den ich beim Schreiben eintauchen konnte. In einer sehr schwierigen persönlichen Phase war das ein Ausweg, ein Raum, in dem ich mir meine eigene Welt erschaffen und für ein paar Minuten verschwinden konnte.“
So entstand ein Album, das zwischen Sehnsucht, Eskapismus und digitaler Gegenwart seinen eigenen Raum eröffnet – ein Ort, an dem große Melodien auf leise Irritationen treffen und Gefühl wichtiger wird als Perfektion.
— Sebastian Juhn