Di, 13. Oktober 2015

Ziemlich beste Freunde

Eagles of Death Metal im Interview

Interviews mit Eagles Of Death Metal bzw. Jesse Hughes und Josh Homme sind immer ein großes Spektakel – ganz egal, wie lange Mann oder Frau schon über Musik schreibt. Warum? Es riecht nach Gras, alle Vorbereitungsmaßnahmen sind vollkommen umsonst, weil hier keine Regeln wie bei einem klassischen Frage-und-Antwort-Spiel gelten, außerdem ist es den beiden Typen spürbar anzumerken, dass sie jede Menge Spaß daran haben, feingeistigen Blödsinn zu erzählen. Die Erkenntnis aus dem Gespräch: Jesse Hughes ist in Wahrheit eine Frau, die dreckige Wäsche von Josh Homme ist jetzt sauber und rote Haare verbinden.

Willkommen zurück, Eagles of Death Metal! Euer letztes gemeinsames Album ist 2008 erschienen…

Josh Homme: Scheiße, ist das echt schon so lange her? Ich habe in der Zwischenzeit auf jeden Fall tonnenweise dreckige Wäsche gewaschen.
Jesse Hughes: Meine Steuererklärung ist jetzt auch endlich fertig. So ein bisschen Beständigkeit und Routine im Leben hat schon was. Wir waren richtig beschäftigt. Aber im guten Sinne.
Josh: Es ist wichtig, neben der Musik auch andere, teilweise banale Dinge zu tun. Das verleiht dem Leben die nötige Frische und Abwechslung. Gerade bei kreativen Prozessen ist die Abwechslung wichtig, damit das Ganze auch noch Spaß macht und es genießbar bleibt.
Jesse: Das stimmt. Und ich finde, dass wir uns beim nächsten Album nicht nochmal so lange Zeit lassen sollten.

Ein sehr guter Vorsatz! Warum macht gerade ihr beide gemeinsame Sache?

Josh: Weil wir uns schon eine gefühlte Ewigkeit kennen. Ich war vierzehn, er fünfzehn. Jesse war der einzig andere Rothaarige, den ich kannte. Das musste vermutlich so kommen.

Woher kommen denn die roten Haare?

Jesse: Daran sind unsere Mütter schuld.
Josh: Unsere Eltern hatten Sex, davon kommt das. Bei mir ist es eine Paarung aus schottisch und norwegisch.
Jesse: Bei mir ist es walisisch. Meine Eltern sind zu viel rumgehangen, dann haben sie es halt getan und Peng – da war ich!

Seid ihr schon mal dort gewesen, wo ihr gezeugt wurdet?

Josh: Wir haben uns eine Liste geben lassen, von all den Orten, an denen es unsere Eltern getrieben haben und sind die dann abgefahren. Ich habe noch die Landkarte mit den Stecknadeln daheim an der Wand hängen.
Jesse: Das klingt schrecklich – aber ich weiß sogar wirklich, wo ich gezeugt wurde. Aber das geht niemanden etwas an…
Josh: Sei nicht so verklemmt! Das kann doch jeder wissen: Ich wurde zum Beispiel in einer Höhle zu den Füßen der Jungfrau Maria gezeugt. Amen!

Wer’s glaubt! Angeblich bist du auch der Meinung, dass es die hübschesten Frauen in Australien gibt. Warum?

Josh: Egal, wo sie her sind: Frauen müssen für mich stark, selbstbestimmt und witzig sein.
Jesse: Stimmt! Wir wurden beide von tollen Frauen groß gezogen, beide haben wir tolle Familien, in denen uns beigebracht wurde, wie man Menschen und insbesondere Frauen respektvoll behandelt.

Und deshalb sind so viele halbnackte Frauen in euren Videos zu sehen?

Jesse: Ich liebe Frauen und wir machen Musik für sie.
Josh: Unsere Musik sollte etwas sein, das Frauen wirklich begeistert und worüber sie sich freuen. Wer interessiert sich schon dafür, was Männer wollen oder denken? Wenn ich mir wirklich Gedanken darüber mache, wem das, was wir machen, gefallen soll, dann denke ich immer an Frauen. Scheiß auf die Typen. Sorry Guys! Zu unseren Shows dürft ihr trotzdem kommen…

Gutes Stichwort und letzte Frage, bevor ihr im November live in Wien zu sehen seid: Gibt es etwas, das ihr euch immer schon mal gegenseitig sagen wolltet, es aber nie getan habt?

Jesse: Ich bin eine Frau!
Josh: Du bist was? Dann bin ich dein Vater! Oder nein, warte. Ich bin der beste Freund deines Vaters Bruder. Wir waren zusammen im Krieg. Im Krieg gegen die Langeweile und wir haben leider verloren. Er ist hingefallen. Ich hätte ihn aufheben und retten können, aber ich wollte einfach nur lebend da raus kommen, um mit dir Konzerte spielen zu können.
Jesse: Ich liebe dich!
Josh: Ich dich auch!

Süß, Österreich liebt Eagles of Death Metal!