Mi, 25. April 2018

SBÄM does (shitty) art

SBÄM im Interview

SBÄM does shitty art! Tatsächlich? Erinnert ein bisschen an ‘Joey Cape is Bullshit’, mit dem dich grundsätzlich sehr viel verbindet…

Ha, ich hoffe nicht wirklich. Irgendein Typ, der offenbar politisch nicht meiner Meinung war, meinte irgendwann mal, dass ich nur scheiß Designs mache. Aber du hast schon recht, der Spruch erinnert auch sehr an Joey Cape, für den ich bekanntlich mein erstes Artwork designt habe.

Dein ganz persönliches Resümee des SBÄM Fest 1? 

Ich habe gemischte Gefühle. Wir hatten bei der ersten Ausgabe ziemlich mit logistischen Problemen zu kämpfen. Der Klub war cool, genauso wie ihre Betreiber, aber so viele Acts an einem Tag sind dort leider nicht zu handeln. Der Ticketverkauf lief letztes Jahr auch nicht so easy wie diesmal. Die meisten Tickets haben in den letzten Tagen vor dem Fest verkauft. Das stresst einen schon ein wenig. Dieses Jahr können wir uns aber nicht beschweren. Was ich aber feststellen muss, ist, dass das österreichische Publikum, zumindest in dieser Szene, sehr konzertfaul geworden ist. Man sieht fast keine Kids mehr – keine Ahnung was die so machen. Fast mehr als die Hälfte der Tickets gingen diesmal ins Ausland (Deutschland, Spanien, Schweden, Finnland, Kanada, etc.) Für uns war es und ist es nach wie vor, das Geilste, auf Konzerte zu gehen und die Bands live zu bewundern.

Same here! Die vielen neuen Fans aus dem Ausland lassen vermutlich mit dem Wegfallen des Groezrock in diesem Jahr erklären… 

Wir waren, neben dem Obenuse, plötzlich das einzige Punkrock-Festival zu dieser Zeit. Das war natürlich in Bezug auf die Bekanntheit schon ein ordentlicher Push für uns. Beim Line-Up war es dann durch das gecancelte Groezrock doch etwas schwierig für uns. Die meisten Bands haben aufgrund dessen ihre Europatouren verschoben bzw. komplett abgesagt. Es war eine kleine Challenge trotzdem ein gutes Line-Up zu basteln. Aber ich denke, das ist uns doch gelungen!

Du magst intime Clubshows grundsätzlich lieber als große Festivals. Was bedeutet das für das SBÄM Fest – wenn die logische Konsequenz aus dem bisherigen Erfolg ja eigentlich weiteres Wachstum wäre?

Auf jeden Fall. Ich kann noch gar nicht sagen, in welche Richtung sich das SBÄM Fest entwickeln wird. Doch es wird garantiert keine Dimensionen wie das Groezrock (hinsichtlich der Besucherzahlen) einnehmen. Ich will, dass es etwas Exklusives bleibt. Und ich denke, das ist auch das, was die Leute wollen.

Du spendest den gesamten Gewinn des Festivals an wohltätigen Einrichtungen. Wieso? Wer bekommt es in diesem Jahr?

Das haben wir einfach mal so beschlossen. Der Gewinn (Sampler, etc.) geht dieses Jahr an ANIMAL CARE AUSTRIA. Ich finde, die machen einen supertollen Job und mir liegen Tiere einfach wahnsinnig am Herzen.

Auch das Medieninteresse an deiner Person wird größer. Wie empfindest du das persönlich?

Eigentlich ganz gut. Man merkt, dass das ganze Engagement und Herzblut, das ich in die Sache packe, immer mehr gewürdigt und anerkannt wird. Aber es ist natürlich noch ein weiter Weg.

Mit wem aus dem großartigen Line-Up würdest du auch gern in Sachen Design mal zusammenarbeiten?

Für die meisten habe ich eigentlich schon etwas gemacht, aber ich denke, es wird mal Zeit für die Donots.

3 deiner Lieblingssongs aus dem Line-Up?

Puh, 30 wären da besser! Aber ganz spontan: Propagandhi ‘A Speculative Fiction’, Donots ‘Keiner kommt hier lebend raus’ und Iron Chic ‘My Best Friend’.

Gute Wahl! Du hast nun auch dein eigenes Plattenlabel gegründet. Bist du neben Designs, Konzerten, Festival, etc. ‘unterbeschäftigt’?

Hahaha, sieht so aus! Ich will einfach gerade all das machen, auf das ich Bock habe. Und da steht SBÄM Records momentan ganz weit oben.

Was wird der erste Release?

Eigentlich ist es der SBÄM Fest Sampler. Das erste Album wird aber ein Re-Issue von No Fun At All „Lowrider“ sein. Gefolgt von einem selftitled Get Dead Release, einem Soloalbum von Yotam Ben Horin (Sänger/Useless ID) und der neuen Consumed-Scheibe. Das sind jetzt mal die Pläne bis August. Danach kommt dann aber noch einiges mehr.

Wen würdest du am liebsten auf deinem Label signen?

Da gibt’s sehr, sehr, sehr viele Acts. Not On Tour zum Beispiel. Natürlich wären auch Descendents und Lagwagon geil, aber ich will jetzt mal realistisch bleiben.

Auf wen freust du dich vorerst am SBÄM Fest 2 besonders?

Natürlich auf alle Bands, aber man lernt über die Zeit doch einige Bands besser kennen. Ich freue mich schon mega drauf, die Leute von No Fun At All, Bombpops, Get Dead, Not On Tour und Turbobier wieder zu sehen. Alles supernette Menschen!

Hast du bereits Pläne für 2019?

Eher Pläne für 2018. Es wird nämlich im Oktober ein eintägiges Spin-Off des SBÄM Fests geben. Mehr News gibt’s hoffentlich bald. Aber auch für das SBÄM Fest 3 (2019) gibt es schon Pläne. Die Location bleibt die gleiche, das Fest wird nächstes Jahr aber an drei Tagen (01. – 03.05.2019) stattfinden. Mit 45 Acts auf zwei Bühnen. Superlimitierte Early Bird Tickets dafür gibt’s dann schon dieses Jahr am SBÄM 2 zu kaufen.

Vielen Dank! Turbobier, Get Dead, Astpai und Karaokebash hätten auch noch ein paar Fragen an dich…

Marco Pogo (Turbobier): Wie ist es für dich, mit total arbeitsscheuen Menschen zusammenzuarbeiten? Frag für einen Freund.

Ziemlich entspannt, nie stressig, es gibt keine Deadlines. Das sind eigentlich meine chilligsten Kunden.

Sam (Get Dead): Wieso hast du Donald Trumps Mund eigentlich nicht wie einen Anus gezeichnet. Er sieht doch augenscheinlich so aus. War das eine rein künstlerische Entscheidung oder hattest du Mitleid mit ihm?

Hahaha. Daran habe ich noch nie gedacht, aber danke für die Idee, Sam. Das hole ich asap nach!

Marco (Astpai): Ist es für dich wichtiger, dass du die Band gut findest oder die gute Idee, die du umsetzen willst? 

Am besten beides, aber wahrscheinlich eher Letzteres: die gute Idee, die ich umsetzen will.

Vinzz (Karaokebash): Wirst du bei der Aftershowparty endlich mal selbst zum Mikro greifen? Und welchen Song dürfen wir für dich reservieren?

Klares Ja! Ich schwanke noch zwischen Avril Lavigne und Kate Perry, aber bis zum Fest gibt’s eine Entscheidung.