Di, 7. April 2015

Rock'n'Roll zum Leben

The Kyle Gass Band im Interview

Zusammen mit seinem Freund und Weggefährten Jack Black bildet Kyle Gass das dynamische Duo Tenacious D. Jetzt geht der pummelige Glatzkopf seinen eigenen musikalischen Weg. Gerade ist das selbstbetitelte Debütalbum seiner Kyle Gass Band erschienen, im Mai kommt er damit nach Dornbirn und Wien. Gemeinsam mit seinem Bandpartner John Konesky spricht Kyle Gass den Beruf Rockstar, Spionageaktivitäten in Russland und das Leben ohne Roadies.

Eure neue Single heißt ‚Our Job To Rock‘ – wie hart ist der Beruf ‚Rockstar‘ heutzutage?

Kyle: Kein Schwanz ist so hart wie das Rock’n’Roll Business – früher wie heute, da hat sich meiner Meinung nach nicht viel verändert in den letzten Jahren. Du musst Geld verdienen, um dir Essen kaufen zu können. Dann ist es sicher kein Fehler, wenn du deine Instrumente pflegst und regelmäßig übst. Denn du musst die Leute jedes Mal aufs Neue rocken – das funktioniert nur mit vollem Magen und ambitionierter Spielfreunde. Sonst bist du schneller weg vom Fenster als dir lieb ist.

John: Es spielen natürlich viele verschiedene Faktoren eine Rolle, wie sich eine Musikkarriere über mehrere Jahre entwickeln kann. Natürlich ist es für Newcomer härter als für alt eingesessene Superstars. Doch prinzipiell gilt ‚ohne Fleiß kein Preis‘ – wie überall im Berufsleben. Unser Job ist es, zu rocken. Das kann manchmal auch hart sein, bereitet uns allen aber die meiste Zeit sehr große Freude.

Die Abkürzung von Kyle Gass Band, also KGB, könnte in Russland für Verwirrung sorgen. Schon einmal darüber nachgedacht?

Kyle: Mist, das ist mir bis jetzt noch gar nicht aufgefallen. Ehrlich! Grundsätzlich haben wir nichts gegen Spionage – da gibt’s super Filme und spannende Bücher darüber. Aber wir gehören weder zum KGB noch zur NSA. Also sollte sich jemand an dieser Abkürzung stören, nennen wir uns in Zukunft ein Kyle Gass Projekt. Ganz einfach!
 

Bevor das passiert, spielt ihr im Mai live in Österreich. Wie bereitet Mann und Frau sich am besten auf ein Konzert von euch vor?

Kyle: Ein Glas Whiskey hat noch niemandem geschadet! Der Rest bleibt jedem Gast selbst überlassen. Wir haben auch kein bestimmtes Ritual oder Gebet, das wir vor der Show zelebrieren. Was kommt, das kommt! Wir wissen genau, was wir auf der Bühne zu tun und zu lassen haben…
John: Kurz vorm Gig brauche ich ein wenig Zeit für mich alleine – aber das empfinde ich nicht unbedingt als außergewöhnlich!

Was passiert nach euren Konzerten?

Kyle: Wir sind dankbar für jeden Fan, der zu unserer Show kommt. Darum ist es uns ein Anliegen, diese Leute danach etwas besser kennenzulernen. Natürlich klappt das nicht jedes Mal und in jeder Stadt. Aber im Grunde sind wir sehr volksnahe Musiker.
John: Nach der Show wird umarmt, werden Hände geschüttelt und Autogramme geschrieben. Ehrensache!
Kyle: Und natürlich versuchen wir herauszufinden, wo es die beste Afterparty gibt.

Kyle, hast du überhaupt Zeit zu feiern? Du bist ein vielbeschäftigter Künstler – auf der Showbühne mit Tenacious D oder Solo und vor der Kamera als Schauspieler…

Kyle: Ach Quatsch! Ich liebe Rock’n’Roll – dafür finde ich immer Zeit. Und da gehört feiern natürlich auch dazu. Das lasse ich mir sicher nicht von meinem Terminkalender verbieten. Ganz im Gegenteil…

Warst du nervös, als du zum ersten Mal unter deinem Namen eigene Musik veröffentlicht hast?

Kyle: Alle Künstler, die behaupten, ihnen sei die Reaktion des Publikums egal, lügen oder haben eine gestörte Selbstwahrnehmung. Natürlich will ich, dass mein Sound möglichst vielen Leuten gefällt. Bei meiner neuen Amsterdam Platte habe ich auf jeden Fall ein sehr gutes Gefühl. Wer Rock’n’Roll liebt, wird „Kyle Gass Band“ sehr schätzen!

Wie entstehen die Songs der Kyle Gass Band?

Kyle: John, Mike und ich schreiben die Songs gemeinsam, unsere Verbindung nennen wir Brain Trust – dabei gibt es keine Regeln oder Vorgaben. Dabei können Balladen oder klassische Rocknummern entstehen. Wie wir das Ganze jedes Mal auf den Boden bringen, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Auf jeden Fall sind wir eine sehr organische Einheit, ohne Profilierungsbedürfnis oder Egotrips.

Die Bühnen, auf denen du mit deiner Band spielst, sind jetzt noch wesentlich kleiner als die von Tenacious D – schlimm für dich?

Kyle: Überhaupt nicht! Denn wie eine alte chinesische Weisheit besagt: Umso kleiner die Bühne, desto mehr darf getrunken werden. Okay, ob diese Weisheit wirklich aus China kommt, kann ich jetzt nicht bestätigen. Aber was ich aus Erfahrung weiß: Das Publikum hat in der Regel mehr Spaß, wenn die Band nicht so weit entfernt ist. Logisch!

Stimmt es, dass ihr ohne Roadies und Tourmanager unterwegs seid?

Kyle: Richtig, wir brauchen so etwas nicht – denn wir sind echte Männer, keine verzogenen Weicheier! Aber um ehrlich zu sein, hat das Ganze auch wirtschaftliche Gründe – natürlich sparen wir damit auch Geld, wenn wir nur so viele Leute mit auf Tour nehmen, die wir auch tatsächlich brauchen. Und es gehört im Rockgeschäft einfach dazu, selbst anzupacken. Also bitte dafür sorgen, dass es bei unseren Shows in Österreich viel Schnitzel und sonstiges Kraftfutter gibt. Sonst klappt das mit dem Rocken nur halb so gut…

Geht klar! Wir freuen uns auf die Kyle Gass Band im kommenden Mai in Wien und in Dornbirn…Mahlzeit!