So, 3. Juni 2012

Moonbootica im Interview

Von Disco zu Disco

Die zwei Fischköpfe von Moonbootica fliegen mit einem extra frischen Langspieler zum Urban Art Forms, ‚Our Disco Is Louder Than Yours‘ heißt das starke Stück der Hamburger Jungs. Im Interview beichtet Tobitob seine ersten Discobesuche und beschreibt, wie ein fetter Club sein sollte. KoweSix darf am Ende dann auch noch über Sex, Drugs & Techno philosophieren…

Das letzte Mal in Österreich waren Moonbootica im Vorprogramm von Deichkind am Start. Dein Lieblingssong von den Hamburger Kollegen?

Tobitob: Mir taugt das komplette neue Album, also ‚Befehl von ganz unten‘. Aber mein persönlicher Dauerbrenner ist nach wie vor ‚Limit‘.

Euer neues Album heißt ‚Our Disco Is Louder Than Yours‘ – in welcher Disco hast du zum ersten Mal gefeiert?

Tobitob: Kaiserkeller, Hamburg. Damals hatte ich noch das Problem, der einzige Hip Hopper im Freundeskreis zu sein. Die Anderen waren eher so auf Heavy Metal oder Gothic. Schrecklich! Mittwoch war Crossover Night – schwacher Trost, aber wenigstens ein paar dicke Beats und Rage Against the Machine.

Dafür spielen Moonbootica jetzt in den heißesten Tanztempeln der Erde. Was macht einen guten Club aus?

Tobitob: Leider gibt’s genügend Möglichkeiten, dem DJ die Arbeit schwierig zu machen – schlechtes Monotoring zum Beispiel. Aber im Endeffekt lebt der Club von den Leuten! Im Frankfurter Cocoon ist alles perfekt ausgestattet und bis ins letzte Detail durchgestylt. Nur entsteht dort keine Interaktion mit dem Publikum, weil die DJs knapp 20 Meter über der Tanzfläche auflegen. Dann doch lieber Drecksanlange, aber dafür mitten in der schwitzenden Feiermenge.

Wie hat es eigentlich der amerikanische Kultrapper Redman auf die Gästeliste eures neuen Albums geschafft?

Tobitob: Wir haben ihn eingeladen, er hat Ja gesagt und ein Traum ist in Erfüllung gegangen.

Schwere Jungs, leichte Mädels und harter Stoff: Im Video zu eurem Song ‚Iconic‘ geht’s ordentlich zur Sache – Sex, Drugs & Techno sozusagen? Was bzw. wie viel haben Moonbootica damit zu tun?

KoweSix: Alles Kunst bzw. das Ergebnis eines talentierten Regisseurs, dem wir freie Hand gelassen haben. Wir wollten einfach ein cooles Video zu dem Song haben und weg von diesen Musikwerbefilmchen. Ich habe Mitte der 70er Jahre mit den Drogen abgeschlossen, dass Tobitob einige Frauen am Kiez stehen hat, ist ja nichts Neues und spielt auch keine Rolle in diesem Zusammenhang. (lacht)

Leider nicht geil: Euer Lieblingsösterreicher ist letztes Jahr von uns gegangen, Ruhe in Frieden Kurt Hauenstein! Welches Verhältnis haben Moonbootica zu Supermax gepflegt?

Tobitob: Was nur wenige Leute wissen – schon während meiner Zeit bei Fünf Sterne deluxe habe ich mit Kurt zusammengearbeitet. Dabei ist eine sehr intensive Partnerschaft von großer, gegenseitiger Wertschätzung entstanden.

KoweSix: Supermax ist massiv zu früh gegangen und hinterlässt eine nicht zu schließende Lücke in der Musikwelt. Einer der wenigen Künstler, die mich wirklich inspiriert haben. Aber man sieht sich immer zwei Mal im Leben!

Hoffentlich! Wieso müssen wir Moonbootica am Urban Art Forms wiedersehen?

KoweSix: Weil wir immer wieder super sind und genau das abliefern, was die Leute von uns erwarten. Darauf können wir auch stolz sein.

Tobitob: Außerdem gibt’s gute Käsekrainer.

Na dann, Mahlzeit und bis später in der Freiluftdisco Urban Art Forms.