Do., 2. Juli 2026

"Manchmal sind wir vielleicht eine Spur zu spicy."

Parla Soleil im VOLUME-Interview

Das Donauinselfest 2026 startet mit einer Gewürzsymphonie! Parla Soleil machen „Spicy Oriental Soul“ und schicken ihr Publikum nur zu gerne auf unerwartete psychedelische Trips mit verschiedensten kulturellen Einflüssen und Instrumenten. Mit VOLUME waren die 5 Bandmitglieder im Gespräch über Community-Resonanz, Alien-Tarnung, den „Cinnamon Daddy“ und warum nicht nur Reden die Leut zusammenbringt.

(c) Parla Soleil

Ihr macht „Spicy Oriental Soul“ mit psychedelischen Vibes. Welche Gewürze landen bei euch im Gericht, und wie hoch ist der Scoville-Faktor?

Domi: Uh da schmeißen wir viel rein! Auf jeden Fall würzig, die eigentliche Schärfe hängt bei uns aber immer davon ab, was wir grad rüberbringen wollen. Sagen wir so: Manchmal sind wir vielleicht eine Spur zu spicy, aber genau das macht es ja spannend! Und lustige Frage, ich habe tatsächlich einen Spitznamen, der unmittelbar damit zusammenhängt.

Jasmine: Wir haben drin: Zimt, echter türkischer Sumach, Pfeffer und ein überraschender Schuss Essig. Wir sind die Art von Gewürz, bei der man im ersten Momen niesen muss, wenn man nicht damit rechnet. Und dann feiert man es voll.

Ihr verbindet euren Stilmix charmant mit dem urwienerischen Spruch: „Durch’s Reden kommen die Leit’ zam“. Wie übersetzt ihr diese Kaffeehaus-Philosophie in euren Sound?

Jasmine: Wir haben alle einen gemischten Background, von türkischen, lateinamerikanischen bis zu afrikanischen Einflüssen. Für mich bedeutet der Spruch, ganz organisch zwischen den Genres zu switchen und echte Brücken zu bauen. Ich habe dadurch Gleichgesinnte im Leben gefunden, wir haben in der Band dieses echte Family-Feeling. Und genau diesen Effekt wollen wir mit unserer Musik weitergeben. Unsere Konzerte sind deswegen so mitreißend, weil genau dort alle zusammenkommen und gemeinsam diese emotionale Reise teilen. Im Nachhinein sagen uns Leute oft, dass sie im Vorfeld nicht gewusst hatten, was sie erwartet und im Nachhinein tief inspiriert waren. Und diese Resonanz inspiriert uns wiederum unendlich.

Flo: Vielleicht liegt es an unserer emotionalen Art, wie wir die Songs und die Message rüberbringen. Da kann sich niemand so leicht entziehen.

Domi: Das denk ich auch! Viele kommen zu den Gigs und haben überhaupt nicht damit gerechnet, einen musikalischen Trip zu erleben. Unser Sound zieht die Leute anscheinend richtiggehend in seinen Bann und sie verlieren sich darin. Daraus entsteht eine unfassbar loyale Community, die gemeinsam diese Musik fühlt. Man merkt das bei jedem einzelnen Gig: Die Stammgäste kommen immer wieder, bringen neue Gesichter mit, es entstehen neue Freundschaften, fast ein familiäres Gefühl. Die Resonanz ist pure Magie.

Unser Sound zieht die Leute anscheinend richtiggehend in seinen Bann und sie verlieren sich darin. Daraus entsteht eine unfassbar loyale Community, die gemeinsam diese Musik fühlt.

Wenn man sich eure Vorstellungs-Fotos auf Instagram anschaut, sieht man verschiedenste Einflüsse. Wie einigt man sich da bitteschön auf einen gemeinsamen roten Faden? Oder braucht es den gar nicht?

Domi: Ehrlich gesagt? Niemand von uns hat einen roten Faden und ich glaube, das lässt alles so organisch werden. Es passiert einfach. Wir setzen uns nicht hin und konstruieren das strategisch, wir machen einfach Jams. Wer auch immer eine Idee hat, bringt sie ein und wir nehmen das direkt auf. Flo und ich spielen manchmal völlig zufällig Sachen, die im selben Moment harmonieren. Es ist ein konstantes aufeinander Einschwingen.

Jasmine: Der einzige rote Faden ist Gefühl und für mich ist das pure Magie. Das war von der allerersten Sekunde an so zwischen uns. Ich bringe immer viel Input in Form von Songs mit, aber gebe nie einen exakten Weg vor. Als wir losgelegt haben, war plötzlich alles exakt so, wie ich es gefühlt hatte. Wir waren von Anfang an auf einer Wellenlänge.

Flo: Im Proberaum jammen wir oft und daraus entwickelt sich alles aus diesem intuitiven Zusammenspiel.

In eurer Band-Biografie wird die Darbuka erwähnt, eine traditionelle orientalische Trommel. Wie hat das Instrument seinen festen Platz in eurem Neo-Soul-Gefüge gefunden?

Domi: Streng genommen heißt das Instrument, das ich spiele, ein bisschen anders, es ist eine Doumbek, eine ziemlich alte afrikanische Handtrommel, die mit der Darbuka verwandt ist. Ich nutze sie, weil ich mich immer schon zu arabischen und afrikanischen Klängen hingezogen gefühlt habe. Diese spezielle Trommel hat mir irgendwann jemand geschenkt, weil er sie selbst nicht mehr gebraucht hat. Auf ihr ist sogar ein ganz besonderes Symbol eingraviert. Sie hat mich quasi gefunden, und jetzt bringt sie genau diese erdige, orientalische Würze in unsere Tracks und noch ein bisschen extra Spice.

Jasmin, du warst früher unter dem Pseudonym „Air of Jasmine“ als Solokünstlerin unterwegs. Wie war der Prozess vom Dasein als Solo-Artist hin zu einer kompletten Band?

Jasmine: Es war vorher ein Soloprojekt und dann wurde mir bewusst, mir fehlt etwas. Ich bin auf die Suche nach musikalischen Kumpanen gegangen. Jetzt mit der Band hat sich mir eine andere Welt eröffnet. Ich mache ja im Endeffekt Musik, weil ich in Resonanz mit Menschen treten will. Gemeinsam ist das so viel schöner, dynamischer und man fühlt sich einfach viel mehr alive! Außerdem singe ich ehrlicherweise viel besser, als ich Gitarre spiele. Meine Gitarrenlehrerin brachte mich damals auf die Idee, auch Gesangsunterricht zu nehmen. Meine Neugierde auf das, was im Kollektiv möglich ist, wurde einfach zu groß, um es alleine zu versuchen.

(c) Parla Soleil

Geza, du bist im „echten Leben“ als Maschinenbauer tätig. Welchen Part deines Jobs kannst du hinter dem Schlagzeug einbringen?

Geza: Ganz klar: die Struktur und die Basis an sich. Ich sorge im Hintergrund dafür, dass rhythmisch absolut nichts ausbricht und bin ein stabiles Fundament. Man muss im Auge behalten, dass das gesamte Konstrukt ordentlich geerdet bleibt und flüssig läuft, egal, wie wild die Synths oder die Gitarren rundherum werden.

Bruno, wir müssen über deine Bandaufnahme sprechen. Wie war es für dich, als die Band plötzlich dahinterkam, dass du eigentlich gar kein Bassist bist, sondern ein „getarnter“ Jazz-Gitarrist auf Jobsuche?

Bruno: Ich hatte das Gefühl, dass ich das gut gefaked habe und die Leute lang genug und gut genug an der Nase herumführen konnte, sodass sie mir glauben, dass ich ein Bassist bin. Es ist natürlich eine komplett andere Rolle in der Band und für mich jetzt schon ein neues und sehr cooles Territorium.

Domi: Dass Bruno ein studierter Gitarrist ist, macht sein Bassspiel einzigartig und ergänzt unseren Stil enorm.

Dominik, eurem Anteasern zufolge besitzt du einen spicy Spitznamen, den man angeblich nur erfährt, wenn man live auf euren Konzerten aufkreuzt. Kannst du uns das Geheimnis schon jetzt verraten? Wir schwören hoch und heilig, dass wir trotzdem zur Show kommen!

Domi: Na gut, wenn das Versprechen steht… Der Name lautet: Cinnamon Daddy. Aber wie das live performed wird, müsst ihr euch trotzdem selbst anschauen!

Florian, im Bandkreis hält sich hartnäckig der Verdacht, dass du in Wahrheit ein Alien bist. Wie schaffst du es, deine intergalaktische Tarnung im irdischen Wien aufrechtzuerhalten?

Flo: Ich bin einfach der „Sparkle of Randomness“. Ich steuere das Unerwartete, das Kosmische bei. Mit mir können wir immer abheben und niemand weiß, wohin die Reise geht.

Jasmine: Und genau das ist übrigens auch der Grund, warum Flo niemals ein Gesangsmikrofon auf der Bühne haben wird! Das liegt nicht an seiner Stimme, sondern eher an den Inhalten, die er da reinschmeißen würde…

Wo kann man sich euren „Spicy Oriental Soul“ als Nächstes live geben?

Jasmine: Am 3. Juli spielen wir auf der Donauinsel auf der Friedensbühne! Wir machen den Opener-Slot um 16:00 Uhr. Was wir jetzt schon versprechen können: Wir geben alles, was wir haben, bei unseren Shows. Weil wir das lieben, was wir tun, und die Menschen im Publikum lieben wir auch.

Schauen wir aufs restliche Jahr 2026: Was steht nach dem Donauinsel-Konzert am Plan?

Jasmine: Nach der Donauinsel liegt unser Fokus auf den anstehenden Releases, wo wir gerade extrem viel Herzblut und Energie in den Produktionsprozess stecken. Unsere Qualitätsansprüche an uns selbst sind hoch. Die größte Herausforderung ist es, unsere Live-Energie ins Studio und auf Platte zu übersetzen. Das ist echt nicht so easy, um den Vibe einfangen zu können. Dafür experimentieren wir mit verschiedenen Bedingungen und Setups.

Geza: Genau, wir brauchen dieses magische Live-Feeling, verpackt in Studio-Qualität.

Jasmine: Und das Thema Merch ist natürlich voll in the making. Wir haben eine großartige Designerin an Bord, die unsere visuelle Vision sofort verstanden hat. Wir versuchen, genau unsere bandeigene Weirdness in die Klamotten und Accessoires zu bringen. Falls es uns nicht so gelingt, bleiben wir einfach bei Socken.