Di, 21. Dezember 2010

Hurts im Interview - Wenn Schmerzen Freude machen

Theo Hutchcraft und Adam Anderson sind Hurts. Die beiden Scheitelträger aus Manchester lassen auf ihrem Debütalbum „Happiness“ den gepflegten Synthie-Pop hochleben und haben mit „Wonderful Life“ einen der heißesten Songs 2010 in der Dauerrotation. Keyboarder und Taktgeber Adam Anderson im Gespräch über Schmerzen im Rücken, selbstverliebte Prolos und die Premiere in Österreich.

Du klagst über massive Rückenschmerzen? Was ist passiert?

Adam Anderson: Alles nur aus Liebe zur Musik. Ich habe ein sauteures Keyboard im Internet ersteigert, ein echtes Sammlerstück (Anm. d. Red.: Ein E-MU Emulator Keyboard, Baujahr 1992), und war etwas übermütig beim Reintragen ins Studio, sodass ich mir dabei souverän einen Muskel verrissen habe. Sehr schmerzhafte Angelegenheit!

Außer mit dem Tragen von Keyboards läuft es für eure Band Hurts sensationell – 2010 war euer Jahr, ihr habt unter anderem den Deutschen Musikpreis „Bambi“ abgeräumt. Nur zur Information und weil es dazu passt: Was ist deine persönliche Lieblingsfigur von Walt Disney?

Vielleicht etwas ungewöhnlich, aber mir ist der Bösewicht aus „Die Schöne und das Biest“ äußerst sympathisch. Gaston ist ein selbstverliebter Prolo, der glaubt, alles haben zu können. Am Ende geht sich das ja bekannterweise doch nicht aus für ihn.
Schade, irgendwie hätte ich es ihm trotzdem vergönnt.

Interessant. Von wegen die Schöne und das Biest – Prinz William und Kate Middleton heiraten nächstes Jahr im April. Wie ist dein Verhältnis zur Windsor Familie?

Ich kann mit Stolz behaupten, dass mein Großvater schon für die Queen musiziert hat. Als sie damals in seinem Dorf auf Durchreise war, durfte er für sie etwas auf dem Banjo vortragen.

Und würdest du mit Theo auf der Hochzeit von William und Kate spielen, wenn es das britische Königshaus von euch verlangt?

Nur wenn es unbedingt sein muss und wir dafür Zeit in unserem Terminkalender finden. (lacht)

Bis zum Frühling könnt ihr euch das Ganze ja noch überlegen. Jetzt geht es erstmal darum, die dunkle, graue und kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen. Dein persönlicher Tipp für einen sympathischeren Winter?

Unbedingt einen Regenschirm besorgen! Kein Scherz: Ich habe den Kontrakt mit unserem Majorlabel nur unterschrieben, weil ich mir darin vertraglich einen Regenschirm zusichern habe lassen. Mit ihm bin ich auf der ganzen Welt gegen Regen oder Schnee gewappnet und kann ihn sogar als Sonnenschirm
benutzen. Sehr praktisch und vielseitig einsetzbar dieses Gerät.

Was hat sich dein Partner Theo in den Majordeal reinschreiben lassen?

Er wollte einen Kamm und hat ihn bekommen.

Darum also seine perfekte Kammfrisur. Mit seinen nach hinten geschleckten Haaren besitzt er eine gewisse Ähnlichkeit zu unserem Musikvolkshelden Hans Hölzel. Habt ihr deswegen den Remix von Falcos „Jeanny“ angefertigt?

Stimmt, ist mir vorher gar nicht aufgefallen. Die Entstehungsgeschichte von unserem Remix ist aber leider eher unspektakulär: Das Label hat bei uns angefragt, wir beide fanden den Song schon immer cool und somit stand fest, dass wir „Jeanny“ neu interpretieren. Ich bin schon gespannt, wie unsere Version in Falcos Heimatstadt Wien ankommt – wir hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß beim
Remixen und Modernisieren.

Noch ein wenig gedulden: Am 15. März 2011 feiert ihre eure Österreichpremiere. Kommen Hurte unter Umständen mit neuem Material nach Wien?

Unser Premierenkonzert ist der Beginn für eine wundervolle Freundschaft: Über Weihnachten werden Theo und ich neue Songs schreiben, die wir in Wien zum ersten Mal live ausprobieren. Außerdem sind wir mit einer kompletten Bandbesetzung auf Tour, und ein paar nette Überraschungen haben wir uns auch schon überlegt. Also heißt die Devise: alle kommen!

Gilt! Zum Abschluss zurück in eure Heimatstadt Manchester: Welche drei Songs dürfen bei einer Madchester Party auf keinen Fall fehlen?

Oasis ist mit „Live Forever“ dabei, von Joy Division darf „New Dawn Fades“ nicht fehlen. Und um jetzt nicht „Blue Monday“ zu sagen, nehme ich „True Faith“ von New Order.

Danke für die Auswahl. Wir sehen uns in Wien!

— Philipp Heinkel