Do, 19. September 2019
Von Gunblades und Fan-Liebe

Von Gunblades und Fan-Liebe

Final Fantasy XIV: Yoshida und Oda im Interview

Eine neue Expansion bringt viel Veränderungen mit sich. Wir durften die großen Gesichter hinter Final Fantasy XIV Producer Naoki Yoshida und Writer Banri Oda zu einem kurzen Interview treffen. 

Gratulation zu dem Erfolg von Shadowbringers! Die Spielerzahlen sind gestiegen und nun sogar besser als je zuvor – bereits vor dem Release der Expansion. Woher kommt dieser Erfolg?

Yoshida-san: Wir glauben nicht, dass der Erfolg von Shadowbringers an etwas Besonderem hängt. Das ganze Entwicklerteam arbeitet sowohl an Major Updates als auch an AddOns immer sehr hart und wir geben immer 100% um das Beste für die Gamer zu bieten. Man muss das große Ganze sehen, um den Erfolg von FF XIV erfahren zu können.

Oda-san: Man darf aber nicht nur die inhaltlichen Verbesserungen sehen sondern auch die technischen, die wir in den letzten zwei Jahren implementiert haben. Der Sprung von Stormblood zu Shadowbringers war ein großer und so konnten wir auch die Spielequalität verbessern.
Das Spiel ist jetzt seit 5 Jahren auf dem Markt und wir möchten mit jeder Erweiterung auch frischen Wind bringen, um den Fans, die uns jahrelang begleiten, auch etwas Neues bieten zu können.
Dadurch entstanden auch Features wie das „Trust System“. Aber auch wenn ich privat selbst spiele und mich einlogge freue ich mich, wenn das Chatfenster wieder voll mit Fans ist und die Charaktere um mich herum mehr werden. Das ist ein tolles Gefühl!

Wenn wir uns die Story von Shadowbringers ansehen, finden wir viel mehr Emotionen als bisher. Warum plötzlich das triste und hoffnungslose Setting?

Oda-san: Die Geschichte soll mehr auf die Figuren eingehen. Spieler sollen mehr über die diversen Charaktere innerhalb der Story erfahren und so hat sich auch das „Trust System“ gut etabliert – wir wollen, dass Spieler alleine die Geschichte erfahren und in die Welt eintauchen können. Das Setting wurde deshalb so gewählt, damit wir die Figuren menschlicher und verletzlicher darstellen können und Spieler sich besser in ihre Lage versetzen können und ihnen auch näher kommen können.

Yoshida-san: Auch ich wollte während der Entwicklung die Charakteristika und Emotionen der Personen im Spiel ausgeprägter darstellen – daher kommt der Richtungswechsel innerhalb der Geschichte.
Ein anderer Grund dafür ist, dass Spieler, die schon seit 6 Jahren spielen, bereits Beziehungen zu den einzelnen NPCs haben und sich zu den Personalitäten zugehörig fühlen – somit können wir noch näher an die Community herantreten.

Woher stammt die Idee des „Trust Systems“? Gibt es viele Einzelspieler draußen?

Yoshida-san: Das Konzept von FF XIV ist ein MMORPG. Doch im Kern befindet sich immer noch das RPG. Hinzu kommt noch, dass es sich um ein Spiel im Final Fantasy Universum handelt und daher steht die Story natürlich auch im Vordergrund. Um das Spiel auf die nächste Eben zu bringen, haben wir das „Trust System“ entwickelt. Spieler, die sich voll auf die Story fokussieren wollen, müssen nun nicht mehr alleine in einen Dungeon wandern sondern können dies mit NPCs tun. Dies bringt auch eine noch tiefere Spielebene für das Core-Gameplay mit sich. Nur weil es ein MMO ist heißt das ja nicht, dass man es nicht alleine spielen kann.

Die neue Klasse in Shadowbringers „Gunbreaker“ erinnert an eine Ode an Squall aus Final Fantasy VIII. Ist das ein Zufall, dass 2019 das 20. Jubiläum des Spiels ist und können Spieler sich mehr solcher Huldigungen erwarten?

Yoshida-san: Wenn wir zur letzten Expansion zurückschauen, dann findet man dort auch Omega – bekannt Final Fantasy V als Boss. Dieser hat jedoch sein Eigenleben und wir haben ihn in FF XIV in ein neues Setting gebracht und eine eigene Interpretation davon erstellt. Es gibt natürlich viel mehr Aspekte und versteckte Details, die es überall in der Welt verstreut gibt. Das heißt auch für die Zukunft kann man sich solche Referenzen erwarten.
Für alles, was wir im Spiel implementieren, wünschen wir uns, dass die Spieler es lieben und zu schätzen wissen. Wenn wir jetzt Gunblade der Klasse hernehmen, dann hoffen wir damit den Leuten, die sich eventuell die Klasse „Tank“ zum ersten Mal näher ansehen wollen, diese noch schmackhafter machen zu können. Wir versuchen immer wieder mit solchen Gimmicks Spieler zu neuen Abenteuern zu motivieren und auch Langzeitfans die Möglichkeiten zu geben, eine breitere und neue Palette in Sachen Gameplay erfahren zu können.

Vielen Dank an Naoki Yoshida und Banri Oda für die Zeit und das interessante Interview!

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