Do, 7. Juli 2016

Feel The Love

Manuel Reifenauer im Interview

Kommendes Wochenende geht das Electric Love Festival in seine vierte Auflage. Die Verantstalter erwarten heuer einen Besucherrekord im schönen Salzkammergut. Einer der hauptverantwortlichen Organisatoren ist Manuel Reifenauer. Im Interview mit VOLUME erzählt der Salzburger die Entstehungsgeschichte des Electric Love Festivals, verrät die bis dato beste Anekdote und wagt einen Blick in die Zukunft.

Eine kurze Vorstellung fürs Publikum: Wer bist du und was machst du genau für das Electric Love Festival?

Manuel Reifenauer ist mein Name, geboren und zuhause in Salzburg. Ich bin 31 Jahre jung und neben Tim Moser und Thomas Priewasser einer der drei Gründer bzw. Geschäftsführer des Electric Love Festivals.

Aus welcher Motivation und Überzeugung habt ihr das Festival gegründet?

Wir wollten reich werden! (lacht) Spaß beiseite, wir hatten schon immer einiges für elektronische Musik in allen Facetten übrig und konnten seit 2008 gemeinsam einige Events in diesem Genre veranstalten. Für uns ist dann 2012 der Moment gekommen, an dem wir uns entscheiden mussten, ob das Ganze ein ewiges, zeitintensives Hobby bleibt oder wir es zu unserem Beruf machen. Unser Traum war schon immer, ein elektronisches Festival zu veranstalten – im Herbst 2012 entschlossen wir uns dann dazu, dieses Großprojekt anzugehen.

Welche besonderen Menschen machen das ELF überhaupt erst möglich?

Das sind so viele, ich denke dafür reicht der Platz hier nicht aus – aber auf jeden Fall unsere aktuell 25 Mitarbeiter, die wirklich die geilsten, schrägsten und individuellsten Menschen sind, die ich kenne.

In diesem jungen Team ist so viel Kreativität und Leidenschaft. Außerdem die Leute aus den umliegenden Gemeinden des Salzburgrings. Da ist schon ungewöhnlich viel Identifikation vorhanden und ohne das lokale Know How der Bauern, der Vereine, aber auch der Offiziellen der Gemeinden wäre das alles nicht möglich. Dann gibt es natürlich auch noch die Lieferanten, die sich teils wirklich über ihre Grenzen hinaus für das Festival stark gemacht haben und an uns geglaubt haben. Aber auch die Gäste, die mich jedes Jahr aufs Neue beeindrucken! So viele interessante, fröhliche und friedliche Menschen auf einem Haufen – das ist schon aller Ehren wert! Ganz klar gibt es da noch viele, viele andere, aber wie schon gesagt, dafür wird der Platz nicht reichen.

Wer ist dein persönliches Highlight im diesjährigen Line-up?

Mein persönliches Highlight ist zum einen Odesza, die ich als unglaublich innovativ empfinde bzw. die ganz sicher ein bisschen die elektronische Zukunft prägen werden. Aber natürlich auch Jack Ü, ein Booking das viel Zeit und Nerven gekostet hat, weil Skrillex und Diplo sehr selektiv vorgehen bei der Auswahl ihrer Shows. Sie spielen 2016 nur drei Festivals in Europa – eines davon ist das Electric Love. Das ehrt uns schon sehr! Abgesehen davon, ist die Show einfach auch unglaublich geil…

Habt ihr schon Angst vor dem Artist Rider von Jack Ü?

Nein, wir haben vor gar keinem Rider Angst. (lacht)

Welche schönen Anekdoten aus den letzten Festivaljahren kannst du aus erster Hand berichten?

Die wahrscheinlich ungewöhnlichste Geschichte hat sich 2013, also gleich in unserem ersten Jahr zugetragen. Von Vollblutmusikern oder Bands wird ja oft etwas hämisch erwähnt, dass DJs ausschließlich einen USB-Stick zum ‚Musizieren‘ benötigen. Auf jeden Fall hat Chuckie selbst diese Kleinigkeit vergessen und war dann zwar am Festivalgelände, jedoch ohne Musik. Ich sehe ihn noch immer vor mir wie er etwas ratlos schauend zu mir sagt: ‚I forgot all my music!‘. Was danach allerdings passiert ist, war bestimmt viel besser als seine gewöhnliche Performance. Showtek, Dyro und W&W haben sich spontan entschlossen, ihrem Kollegen aus der Patsche zu helfen und spielten mit ihm gemeinsam ein Set, das ich und auch viele Besucher nie vergessen werden. Insgesamt fünf DJs auf der Bühne, die spontan eine derartig geniale Show abgeliefert haben! Das war einzigartig und hat uns dann auch gleich am nächsten Tag in sämtlichen EDM-Magazinen in die Schlagzeilen katapultiert.

Was gibt es nur beim Electric Love Festival?

Elektronische Musik in allen Variationen, mit fröhlichem, friedlichem, internationalem Publikum und den besten DJs der Welt in einer der schönsten Landschaften, die man sich vorstellen kann.

Und welche Neuigkeiten habt ihr für eure vierte Auflage geplant?

Da sind einige Dinge am Start, zu viel möchte ich da nicht verraten. Über was man zum Beispiel sprechen kann, ist der Donnerstag, an dem jetzt auch die Hardstyle Fans auf ihre Kosten kommen. Im Club Circus steht der Abend im Zeichen von Pussy Lounge, einem niederländischen Hardstyle Label.

In welche Musikrichtung bewegt sicher euer Festival in Zukunft?

Klar ist, dass es immer elektronisch sein wird, aber ein Aspekt der uns ganz wichtig ist, ist Abwechslung – von den musikalischen Spielarten, aber auch, was die Bookings betrifft. Wir versuchen keinen Act mehr als zweimal in Folge spielen zu lassen. Heuer gehen wir sehr mit der Zeit und bringen viel im Bereich Bass Music, aber auch ein gewisser Konzertcharakter kommt in den nächsten Jahren verstärkt auf uns zu.

Danke für den Ausblick! Jetzt aber erst einmal viel Spaß und Erfolg mit dem Electric Love Festival 2016.