Di, 9. September 2014

Am Ende geht’s um die Musik

Chakuza im Interview

Chakuza aka Peter Pangerl ist Rapper aus Linz – das Härteste, was Österreich zu bieten hat. 2005 hat er beim Label ‚ersguterjunge‘ unterschrieben, wanderte nach Berlin aus und bewegte sich dort in Dunstkreisen rund um Bushido. Diese Welt wurde ihm aber immer suspekter – nach Ablauf der Verträge startete Chakuza solo durch. VOLUME hat sich mit ihm über seine neue Platte ‚EXIT‘, die alte Heimat Österreich und Medien mit Kontrollzwang unterhalten.

Kurz und knackig – dein Album in fünf Worten?

Melancholisch, verspielt, energiegeladen, nah, ehrlich.

Welcher Song ist für dich der Fundamentalste deiner neuen Platte?

Wahrscheinlich ‚EXIT‘, weil er am weitesten weg vom ‚klassischen‘ Hip-Hop ist und am besten das Gefühl der Platte widerspiegelt.

Hast du schon eine Nummer, die dir besonders ans Herz gewachsen ist?

Mein Lieblingssong ist auf jeden Fall ‚OFF‘.

Knüpft ‚Exit‘ deiner Ansicht nach dort an, wo ‚Magnolia‘ aufgehört hat?

Jede neue Platte fängt ja irgendwie da an, wo die Alte aufhört. Und klar, es gibt natürlich gewisse Parallelen zu ‚Magnolia‘. Aber letztlich geht „EXIT“ musikalisch einen ganz anderen Weg.

Was hat diese neuen Wege geebnet?

Mein Umfeld hat sich einfach verändert. Dadurch, dass ich die Jungs von „In Vallis“ kennengelernt habe, konnte ich einfach ganz andere und neue Eindrücke sammeln. Mittlerweile weiß ich, dass es am Ende des Tages einfach nur um Musik geht.

Apropos Musik. Was kommt für dich zuerst –  der Text oder die Beats?

Unterschiedlich! Ab und zu schreibe ich nur auf Beatskizzen. Manchmal habe ich einen Text aber auch schon fertig und muss ihn nur noch auf den Beat anpassen.

In einem Interview hast du verraten, dass dich ‚Magnolia‘ leer gemacht hat. Wie schwer fällt es dir, diese Songs noch live zu spielen?

Live ist ja immer noch etwas anderes, da fahre ich sowieso einen ganz anderen Film. Da komme ich gar nicht zum Nachdenken. Und vor allem hat sich ja auch meine persönliche Verfassung seit ‚Magnolia‘ stark verändert.

Du hast ja in der Vergangenheit mit vielen Künstlern zusammengearbeitet. Wer ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Sebastian Madsen und Maxim – das war schon sehr cool. Die zwei Jungs haben einen ganz anderen Hintergrund als ich. Dass man sich dann trotzdem ohne Vorurteile zusammensetzen und einfach einen guten Song machen kann, hat mich sehr gefreut. Und ansonsten feiere ich natürlich meine Kumpels wie RAF, Joshi und so weiter…

Aus Österreich sind lange Zeit keine guten Botschaften in deine Richtung gekommen. Sollte dir dein Heimatland nach ‚Magnolia‘ und jetzt zum neuen Album endlich mehr Anerkennung schenken?

Ehrlich gesagt, ist mir das mittlerweile vollkommen egal. Klar hat das eine ganze Zeit lang an mir genagt. Aber ich habe über 50.000 Platten von ‚Magnolia‘ in Deutschland verkauft und freue mich einfach darüber, dass mein Sound dort angenommen wird. Ich finde es manchmal einfach nur schade, dass die Medien den Musikmarkt kontrollieren können bzw. wollen. Und trotzdem, einen sehr großen Dank an meine Fans in Österreich, die immer am Start sind – auch wenn ich nicht so präsent in den Medien bin.

Du warst natürlich in der Produktionsphase extrem viel von deiner eigenen Musik umgeben – gibt es derzeit aber Platten anderer Künstler, die du gar nicht mehr abdrehen kannst?

Auf jeden Fall: Jungle, Citizen Cope und Travis Scott höre ich schon länger rauf und runter. 

Mit welchen Gefühlen spielst du Shows in deiner alten Heimat Österreich?

In welchem Land oder in welcher Stadt wir auftreten, spielt keine Rolle. Der einzige Unterschied ist, dass meine Gästeliste in Österreich immer dreimal so groß ist wie in Deutschland.

Welcher österreichische Künstler hat dich am meisten geprägt?

Geprägt würde ich jetzt nicht sagen, aber EAV und Ludwig Hirsch habe ich schon als Kind gehört.

Wenn du die österreichische Musikszene aus der Ferne betrachtest – welcher Künstler bzw. welche Band hat in deinen Augen derzeit das meiste Potenzial?

Das Einzige, was ich von den neuen Sachen wirklich mitbekommen habe, sind die Jungs von Bilderbuch. Die finde ich auch sehr gut!

Hervorragender Geschmack! Da freut sich VOLUME umso mehr auf die bei