Do, 19. September 2019
Süß UND gut - die perfekte Zelda-Mischung

Süß UND gut - die perfekte Zelda-Mischung

The Legend of Zelda - Link's Awakening im Test

Link’s Awakening war immer der Serienteil von The Legend of Zelda, der ein bisschen herausgestanden ist. Zu abgedreht, zu anders, zu ungewöhnlich war das Setting rund um die Insel Kokolint. 26 Jahre, nachdem das Original erschienen ist, nimmt Nintendo diesen Sonderling und verpasst ihm eine Frischzellenkur. Und erinnert uns damit wieder einmal daran, was für ein grandioses Spiel Link‘s Awakening schon immer war.

Rückblickend erscheint es immer mehr wie eine Wahnsinnsleistung, was Nintendo vor mehr als einem Vierteljahrhundert schon auf eine Game Boy-Cartridge gestopft hat. Vier Megabit haben damals gereicht, um eines der interessantesten Zelda-Abenteuer überhaupt zu erzählen. Direkt nach dem Riesenerfolg von A Link to the Past auf dem SNES wollten die Entwickler auch mobiles Futter für Zelda-Fans liefern – in Interviews erzählen sie heute noch gern, wie stolz sie darauf sind, diese Herausforderung bestanden zu haben.

Der Beginn eines großen Abenteuers.

Nun also eine Neuauflage für die Nintendo Switch. Und gleich zu Beginn: Ja, Link‘s Awakening ist immer noch fantastisch. Im Kern bleibt das Spiel ein Zelda der alten Schule, in der ihr Link von oben steuert und durch diverse gefährliche Dungeons bringt. Dazu sammelt ihr haufenweise Items ein, mit denen ihr dann an der jeweils nächsten Bedrohung vorbeikommt. Die offensichtlichste Änderung ist natürlich die Grafik – statt 2D gibt es jetzt 3D, auch wenn die ursprüngliche isometrische Perspektive noch da ist. Mit viel Liebe zum Detail bleibt die Welt von damals zwar erhalten, aber wirklich an allen Ecken und Enden aufgehübscht. Auch die Aufteilung funktioniert nun anders, Bildschirme scrollen nun nicht mehr nach ein paar Metern, sondern die Insel besteht nun aus größeren zusammenhängenden Gebieten. Und, ganz ehrlich gesagt, der neue Look macht das Spiel einfach unglaublich süß.

So knuffig ist das ganze Spiel.

Apropos Insel. Den Reiz von Link‘s Awakening macht zu einem großen Teil die abgedrehte Story aus, die komplett von den anderen Zelda-Teilen abweicht. Auch wenn das Original schon 1993 erschienen ist, wollen wir hier trotzdem nicht zu viel spoilern, vor allem, weil ihr das Abenteuer ja zum ersten Mal erleben könntet. Nur so viel: Link‘s Awakening spielt auf der Insel Kokolint, auf der Link nach einem Schiffbruch strandet. Angeleitet von Inselbewohnerinnen wie der netten Marin und einer weisen Eule macht er sich auf, um den mysteriösen Windfisch zu wecken, weil das angeblich der einzige Weg sein soll, die Insel zu verlassen. Die Story gehört mit zum Bittersüßesten, was das Zelda-Universum jemals hervorgebracht hat, und hat auch heute nichts von ihrem Zauber verloren. Wir sind direkt neidisch auf euch, falls ihr Link‘s Awakening das erste Mal erleben solltet.

Im Zauberwald ruckelts manchmal.

Natürlich hat Nintendo aber nicht einfach nur das alte Spiel genommen und hübscher gemacht. Verbesserungen gibt’s an allen Ecken und Enden, die werden vor allem Kennern des Originals auffallen. Mehr Warppunkte über die Insel verteilt, das Schwert, der Schild und weitere Items haben nun fixe Buttons und müssen nicht mehr „eingewechselt“ werden, außerdem gibt es mehr Hinweise, um sich im teils doch verwirrenden Spielablauf zurecht zu finden, um nur ein paar zu nennen. Die größte Neuerung ist Totengräber Boris: Bei diesem könnt ihr aus bereits gespielten Dungeons neue Herausforderungen basteln und für Belohnungen durchlaufen. Das Rad erfindet Nintendo damit nicht neu, aber das Basteln und dann Altbekanntes neu zu erleben bieten eine nette Abwechslung zur Story an sich.

Kritikpunkte finden wir aber auch, und die liegen überraschenderweise im technischen Bereich. Das Spiel läuft nicht ganz flüssig, gerade wenn Nebel oder Zooms im Spiel sind beginnt es zu ruckeln. Diese Ruckler treten sowohl im Handheld- wie auch im Docked-Modus auf und sind nicht gerade selten. Wir hoffen, dass Nintendo da mit einem Patch nach dem Release nachlegt. Denn immerhin handelt es sich hier um eines der besten The Legend of Zelda-Spiele aller Zeiten – das solltet ihr auch fehlerfrei erleben dürfen.

— Martin Hammerl

9

Das Gute

-perfektes Oldschool-Zelda

-grafische Überarbeitung großartig gelungen

-an den richtigen Ecken und Enden verbessert

-rundes Spielerlebnis

-stellenweise knifflig, aber immer schaffbar

Das Schlechte

-Framerate nicht stabil, Spiel ruckelt oft

-Dungeonbauen bleibt nicht mehr als kleine Abwechslung

Shortcut The Legend of Zelda - Link's Awakening
Release 20. Sep 2019
Studio Nintendo EPD, Grezzo
Publisher Nintendo
Alles in Allem Great