Fr, 20. März 2020
Hail to the hardest King

Hail to the hardest King

NioH2 Review

Gibt mir ein N, gebt mir ein I, gebt mir ein O, gebt mir ein H. Was bekommt ihr dann? Richtig eine ordentliche Packung Aktion-RPG in einer japanisch angehauchten Spielewelt voller Feinde und Dämonen. NioH 2 bietet Samurai-Gemetzel der alten Schule kombiniert mit den Tücken der Moderne. Warum uns der Titel wieder mal aus den Socken haut?

In Nioh begleiteten wir den Protagonisten William Adams auf seinem Feldzug im 16. Jahrhundert gegen die japanische Geisterwelt. NioH 2 setzt das Gemetzel gegen die Yokai-Dämonen fort, allerdings übernehmen wir die Rolle eines eigenen Protagonisten, den wir optisch so gestalten können wie es uns gefällt. Doch das ist nicht die einzige Neuerung die man uns in NioH 2 bietet.

Was ist Neu

Eines können wir wohl gleich zu Beginn sagen: Der Schwierigkeitsgrad ist nicht nur hart, wir würden meinen NioH2 zum aktuellen König der Härteklassen krönen zu können. Damit stellt Entwickler Team Ninja alle anderen Games des letzten Jahres etwas in den Schatten. Natürlich nur wenn man das Spiel als Singleplayer ohne Unterstützung durch andere Spieler bestreitet. Denn diese Option gibt es auch und erleichtert so manchen Bosskampf extrem.

Desweitern können wir erstmalig unseren Charakter, wie zuvor erwähnt, selbst erstellen. Funfact: Es gibt natürlich auch ein Kostüm, das uns wieder wie William aussehen lässt, falls Spieler bereits Sehnsucht nach ihrem Lieblingscharakter haben. Ansonsten sind dem Charaktereditor wieder (fast) keine Grenzen gesetzt und jeder Spieler kann sich persönlich verewigen und so viel Zeit damit verbrinden wie er möchte. Keine Angst, ihr könnt den Charakter auch später jederzeit wieder anpassen. Eure Entscheidungen sind daher nicht als final anzusehen.

Desweitern können wir nach der Charaktererstellung aus einem weitreichenden Sortiment unsere Startwaffen, wir können nämlich zwei tragen, wählen. Mit dabei sind zwei neue Typen: Die Glefe und die Doppel-Beile. Da es sich für NioH 2 empfiehlt unterschiedliche Typen auszurüsten haben wir uns auch zufällig genau für dieses neue Set entschieden. Warum? Die Glefe ist eine lange Waffe und wir können damit die Feinde auch aus weiterer Entfernung treffen als beispielsweise mit dem Schwert. Die Doppelbeile sind schnell und agil und helfen uns vor allem flotte Gegner rasch ins Jenseits zu befördern. Aber auch hier keine Angst bei der Wahl, denn ihr könnt alle Waffen zunächst ausprobieren und findet diese auch, vermutlich sogar alle, innerhalb der ersten Mission.

Zuletzt gilt es noch unseren Schutzgeist zu wählen. Dieser nimmt von uns Besitz und wir können ihn in der Hitze des Gefechts als Joker nutzen, sofern die Aktionsleiste dafür gefüllt ist, und damit eine Yokai Gestalt annehmen. Je nach gewähltem Schutzgeist sind wir in dieser Form wendiger oder stärker und können zusätzlich Spezialfähigkeiten aktivieren. Allerdings nur solange die Aktionsleiste andauert. Die Wahl des Schutzgeistes sollte hier wohlüberlegt sein, denn die Auswahl ist zwar nicht final, aber die anderen Schutzgeister können erst später in Form von Nebenmissionen freigeschalten werden.

Zusätzlich können wir unseren Schutzgeist mit bis zu zwei zusätzlichen Fähigkeiten verbessern. Dafür brauchen wir Seelenkerne, die besiegte Feinde hinterlassen. Dazu zählen einfache Yokai-Dämonen bis hin zu Bossen. Jede dieser Seelenkernfähigkeiten ist einzigartig und kann das Zünglein an der Waage in einem haarigen Gefecht sein. Die Seelenkerne können auch verbessert und fusioniert werden, sofern wir mehrere davon in unserem Inventar vorfinden.

Das härteste Gameplay

Spieler des ersten Teiles erinnern sich noch an die wirklichen low-level Basics an Bewegungs- und Kampfmechaniken. Wir besitzen sowohl einen leichten wie auch einen schweren Angriff. Zusätzlich kann eine Verteidigungshaltung eingenommen oder zur Seite hin ausgewichen werden, um einem feindlichen Schlag zu entgehen. Jede Aktion verbraucht dabei KI, welches mit Ausdauer gleichzusetzen ist. Zusätzlich kommt es bei Kämpfen es in weiterer Folge auf die richtige Haltung an. Zur Auswahl stehen hierbei: Niedrig, welche schnell und eher passiv zu werten ist, Hoch, welche langsamer dafür aggressiver ist, und Mittel, welche einen Kompromiss aus den anderen beiden darstellt. Je nach gewählter Haltung verbraucht ein Angriff dann unterschiedlich viel KI. Erwischt man aber nach einem Angriff zur richtigen Zeit die R1-Taste, so kann man einen KI-Boost erlangen, welcher die Anzeige wieder sofort nachfüllt. Gebiete, die durch Feinde verunreinigt wurden, verlangsamen die KI-Regeneration. Diese können aber durch einen KI-Boost wieder gesäubert werden.

In NioH 2 kommt zusätzlich noch die Yokai Fähigkeiten hinzu, die eine eigene Leiste (Lila) besitzen. Diese lädt sich im Spielverlauf auf und wird beim Nutzen der Seelenkernfähigkeiten verbraucht. Zusätzlich nutzen wir diese auch wenn wir einen geladenen Konter ausführen. Sobald sich ein Gegner eine roten aufgeladenen Angriff starten, haben wir mit unserem normalen Block und ausweichen oftmals keine Chance. Mit dem geladenen Konter ist es uns aber möglich im Richtigen Zeitpunkt diesen schweren Angriff zu kontern und wir bekommen auch noch die Chance den irritieren Gegner ordentlich Schaden zuzufügen.

Viel zu Tun

NioH 2 bietet einen ähnlichen Umfang von mehr als 60 Spielstunden. Denn man bietet uns zahlreiche Hauptmissionen, Trainings und Nebenmissionen an. In diesen stellen wir uns erneut einem der Bossgegner, erkunden das Levellabyrinth auf andere Art und Weise, oder stellen uns einer Horde von Gegnern. Die Zwielichtmissionen sind der große Bruder der Hauptmissionen. In diesen stellt man uns täglich vor Hauptmissionen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Als Belohnung winken zahlreiche Erfahrungspunkte und seltene Ausrüstungen sowie Materialien.

Alle Missionen können über eine Übersichtskarte ausgewählt werden. Nach Abschluss einer Mission finden wir uns auf dieser wieder. Hier können wir uns von den harten Missionen erst einmal erholen und beim Schmied unsere Waffen bzw. Ausrüstung verbessern, neue schmieden lassen oder unser Inventar wieder auffüllen.

Fazit

NioH 2 schafft es, dass wir uns immer wieder Fragen: Warum zur Hölle tu ich mir das eigentlich an. Doch dann schaffen wir endlich einen Levelabschnitt oder einen Bosskampf, sind stolz auf unseren Erfolg und Freude in uns keimt auf. Das weckt den Tatendrang und wir begeben uns in die nächste Schikane von Team Ninja. Das geniale Gameplay wurde um würdige Aspekt der Seelenkerne erweitert und damit schafft man immer wieder den nahtlosen Übergang von schrecklich einfach in einfach schrecklich. Das Zusammenspiel aus Kampfsystem, gewählter Ausrüstung und dem aktuellen Gegner reizen unsere Spielkenntnisse in jeder Situation aus. Kein Kampf ist wie der andere und ständig fordert man uns zu neuen Ansätzen. Wer also wieder auf der Suche nach einer Hardcore Erfahrung ist oder schon Teil 1 mochte, macht mit NioH 2 absolut nichts verkehrt und wird sicherlich auf seine Spielstunden kommen. Freiwillig oder Unfreiwillig J. Wer also nicht sehr Frustresistent ist sollte somit eher die Finger davon lassen. Wir wünschen euch zum Schluss noch ein fröhliches Sterben und freuen uns auf eine gemeinsame Zwielicht Mission mit euch.

— Fabian Padrta

9

Das Gute

+ Geballte Ladung Aktion

+ Forderndes und flexibles Kampfsystem

+ Variierender Schwierigkeitsgrad

+ Neue Yokai-Fähigkeiten

+ Umfang des Spieles

Das Schlechte

- Teilweise frustrierende Bosskämpfe

- Flache Storyline

- Repetitives Missionsdesign

Shortcut NioH2
Release 13. Mär 2020
Studio Team Ninja
Publisher Tecmo Koei Holdings, Sony Interactive Entertainment
Alles in Allem Great