Mi, 11. August 2021
Follow The Reaper

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NEO: The World Ends With You Review

Was passiert am Ende unser aller Tage? Eine Frage, die wir bis jetzt nicht ganz beantworten konnten. Doch NEO: The World Ends with You greift diesen Gedankengang auf und schickt uns in den Rivalenkampf mit anderen Verstorbenen und gegen die Reaper und deren Geschöpfe, die Noise. Dabei stellt sich nur eine Frage: Welchen Pin wirst du wählen?

Neo: The World Ends With You ist das Sequel (oder doch ein Prequel?) zu The World Ends with You das 2007 für den Nintendo DS erschienen ist. Dieses durfte sich in der REMIX Edition auch an seinen Port auf die Nintendo Switch erfreuen. Nun 2021 greift man mit Neo viele Gedanken und Elemente der Vorgänger auf und zaubert uns ein Abenteuer, das sich auch auf Sony und Microsofts Plattformen erleben lassen darf.

Eines gleich zu Beginn: So verwirrend Neo: The World Ends With You zu Beginn ist umso spannender ist die stückchenweise Auflösung, die wir mit jedem Kapitel des Spieles erhalten. Wir werden in diesem Spiel, wie unser Hauptprotagonist Rindo, einfach in die Stadt Shibuya geworfen. Zu Beginn wirkt noch alles normal doch kurzerhand finden wir uns im Kampf mit übernatürlichen Wesen, den Noise, wieder. Unsere einzige Waffe ist ein Ansteck-Pin, den uns unser Freund und Begleiter Fret  zukommen hat lassen. Dadurch befinden sich die beiden schnell in einem Spiel der sogenannten Reaper wieder dessen Ausgang für die beiden Helden noch fatale Folgen haben könnte.

Als Rindo erhalten wir jeden Spieletag neue Herausforderungen und Rätsel, die wir lösen müssen, um Punkte zu sammeln. Nach 7 Ingametagen wird ein Sieger der Woche gekürt und bekommt eine Belohnung, wohingegen keiner so genau weiß was mit dem Letztplatzierten passiert. Dabei variieren die Aufgaben von Besiegen von feindlichen Noise, über zum Auffinden und Interagieren mit anderen NPC bis hin zu Rätseln, bei denen wir einen guten Überblick über das Spiel haben sollten.

Neben den üblichen Rätseln müssen unsere Helden aber auch ihre individuellen Fähigkeiten nutzen um in der Geschichte voranzukommen. Ohne hier zu viel zu Spoilern sagen wir Mal so: Zeitreisen und Manipulation von NPC zählt hierzu zur Tagesordnung. Dank der Zeitreise braucht ihr übrigens auch keine Angst haben etwas zu verpassen, denn ihr könnt jedes Kapitel mit eurem aktuellen freigeschalteten Equipment „neu“ besuchen.

Shibuya selbst ist dabei in einige Bezirke eingeteilt, die wir nicht immer vollzählig betreten dürfen. Zu Beginn stehen uns nur einige davon zur Verfügung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Übergänge zwischen den Bezirken zeitweise von Reapern blockiert wird, die uns zusätzliche Aufgaben stellen. Dazu zählen auch zeitweise Eskalationskämpfe, bei denen wir in mehreren Runden gegen die Noise bestehen müssen.

Unser Team besteht dabei mindestens aus Rindo und Fret, wird aber im Spielverlauf variieren. Der Vorteil dadurch ist, dass anfangs jeder Spieler nur einen Pin ausrüsten kann. Die Milchmädchenrechnung erklärt somit: Ein Pin, eine Fähigkeit für den Angriff. Mehr Mitglieder, mehr Angriffsmöglichkeiten. Dadurch können wir also je nach Spielsituation individuell unsere Pins und somit unsere Angriffe zusammenstellen.

Die Pins selbst besitzen unterschiedliche Kategorien von Fähigkeiten. Von Nahangriff, über Fernangriff bis hin zu Support-Fähigkeiten wie Heilung. Haken an der Geschichte: Ihr müsst die Pins natürlich erst im Kampf mit den Noise finden oder käuflich in einem der Läden erwerben. Insgesamt gibt es 333 Pins, die wir finden aber auch leveln und gegebenenfalls sogar weiterentwickeln können.

Aber auch unser Team sammelt Erfahrungspunkte und steigt im Level auf. Dadurch können wir im Spielverlauf auch gegen stärkere Rivalen oder Noise bestehen. Ein Wort zum Schwierigkeitsgrad. Auch dieser kann im weiteren Spielverlauf variiert werden. Zu Beginn steht uns nur Normal zur Verfügung. Durch Freischalten können aber auch noch Einfach, Schwierig und Ultimativ außerhalb eines Kampfes wechseln. Warum solltet ihr das tun, fragt ihr euch?

Höherer Schwierigkeitsgrad bedeutet natürlich auch schwere Noise, aber auch seltenere Pins. D.h. wollt ihr am Ende alle 333 euer Eigen nennen, dann werdet ihr früher oder später in einen höheren Schwierigkeitsgrad wechseln. Neben dem Schwierigkeitsgrad können wir auch unseren Level reduzieren. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit Pins im Kampf mit den Noise zu finden. Auch wenn ihr vielleicht schon aktuell alle Pins von einem Noisetyp erbeutet habt empfiehlt sich der Multiplikator trotzdem, denn alle doppelten Pins können gegen Geld eingetauscht werden und davon kann man nie genug haben.

Was man mit Geld so alles anstellen kann? Na ausgeben natürlich. In den zahlreichen Shops, die eingeschränkt und individuell für den jeweiligen Bezirk sind könnt ihr euch für den weiteren Wettkampf rüsten. In den Läden könnt ihr neue Pins erwerben oder Kleidung, die sich auf eure Spielerstatistik auswirkt einkaufen und später ausrüsten. Dabei kann jedes Kleidungsstück von jedem Mitglied im Team angelegt werden. Bei den Pins können leider nicht alle Spieler alle Pins anlegen, sofern eine Fähigkeitstaste schon belegt ist (zumindest zu Beginn ;)). Aber auch die unzähligen Foodstores ermöglichen uns die Statistik der Helden permanent zu erhöhen. Die einzelnen Mahlzeiten und Getränke stärken uns und bieten bei der richtigen Wahl pro Held auch noch einen Bonusbuff.

Neben Pins zählen auch Bücher, Musikstücke, Kleidung und Essen zu den sammelbaren Objekten. Im Archiv werden uns die aktuellen Statistiken angezeigt und mit einer Prozentwertung zusammengerechnet.

Absolvieren wir neben der Hauptmission auch noch Nebenmissionen oder bestehen besondere Kämpfe winken uns „Freundschaftspunkte“. Diese können wir in unserem Sozialen Netzwerk gegen einen Bonus eintauschen. Dazu zählen beispielsweise die anderen Schwierigkeitsgrade.

Fazit

Neo: The World Ends With You ist eine würdige Fortsetzung und auch Paradebeispiel wie eine solche auszusehen hat. Es holt nicht nur alte sondern auch neue Spieler beispielhaft ab und bindet sie ins Spielgeschehen ein. Das Kampfgameplay ist zwar zeitweise gewöhnungsbedürftig und ab und zu gibt es schon einmal einen Fingerkrampf, aber dank unterhaltsamer Storyline drängt man uns richtig weiter zu spielen. Auch vom Sammelfieber wird man gepackt und unter dem Motto „Schnapp sie dir alle“ strebten wir nach 100%. Wer das alles auf sich nimmt hat mit Neo: The World ends with You an die 40-50h Spielespaß. Fans der Reihe kommen auf ihre Kosten, aber auch neue Spieler der JRPG oder Sammelfront sollten ein Auge auf diesen Titel haben.

PS: Wer Teil 1 nicht spielen will, der kann sich auch das 12 Episoden lange Anime anschauen.

— Fabian Padrta

8.4

Das Gute

+ Innovative und interessante Storyline

+ zahlreiche Aktivitäten

+ Unmengen an Anpassungsmöglichkeiten

Das Schlechte

- Leider nur „LastGen“

Shortcut NEO: The World Ends with You
Release 27. Jul 2021
Studio h.a.n.d.
Publisher Square Enix
Alles in Allem Great