Let's talk about Plastic

Vor uns die Sintflut #73

2018 hat für unsere Umwelt glorreich geendet: Die EU beschloss einen ersten Schritt, Einwegplastik aus dem Verkehr zu ziehen. Adé Strohhalme und Wattestäbchen aus Plastik! Alles, wofür es nachhaltige Alternativen gibt, wird verbannt. Yeah! Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln, denn das ist erst der Anfang von etwas Großem.

Die neue Verordnung betrifft hauptsächlich Gegenstände, die wir nur einmal verwenden und dann wegschmeißen. Wattestäbchen, Besteck und Geschirr aus Plastik, Strohhalme oder To-Go-Verpackungen aus Styropor zum Beispiel. Produkte, für die es noch keine sinnvollen Alternativen gibt, wie zum Beispiel Feuchttücher, müssen mit einem Hinweis auf die negativen Umweltfolgen gekennzeichnet werden.

Diese Maßnahme könnte dazu beitragen, dass wir die Ressource „Kunststoff“ endlich wieder mehr schätzen lernen. Richtig gelesen, Kunststoff darf nicht generell verteufelt werden, ist er doch in vielen Bereichen – wie zum Beispiel der Medizin – ein wichtiger Bestandteil. Plastik ist zu kostbar, um weggeworfen zu werden.

REDUCE, REUSE, RECYCLE!

Klingt heftig, aber seinen Mist zu trennen, reicht nicht mehr. Recycling steht nicht umsonst an letzter Stelle des „Reduce, Reuse, Recycle“-Prinzips. Denn zuerst solltest du deinen Plastikkonsum reduzieren. An zweiter Stelle steht das Wiederverwenden oder Reparieren und erst, wenn beides nicht mehr geht, solltest du wegwerfen und recyceln.

Von 1950 bis 2015 sind weltweit 6,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll angefallen. Nur 9 % wurden wiederverwertet, 12 % verbrannt und der Rest liegt irgendwo verstreut auf den Deponien oder in den Meeren unseres Planeten. Die Hälfte der Plastikverschmutzung der Ozeane wird übrigens asiatischen Ländern wie Thailand, Vietnam oder China zugeschrieben. Warum?

Billiges Recycling! Aussortierter Plastikmüll mit geringer Qualität wurde bis vor kurzem aus vielen EU-Ländern nach China exportiert. Stolze 7,3 Millionen Tonnen Plastikmüll hat das Land der Morgenröte aus der ganzen Welt gekauft, um es selbst zu recyceln und neuen Kunststoff daraus zu gewinnen. Die Kunststoffe, die in den zugemüllten Städten Chinas auch von Kindern recycelt werden, sind großteils stark verschmutzt und enthalten Giftstoffe. Die Bäche sind vom Plastikmüll verstopft, die Städte versmogt und die Menschen krank, weil sie im Müll leben und ohne Atemmasken Plastikreste verbrennen. China hat keine Umweltstandards. Aber immerhin wurde beschlossen, mit 2018 den Import von Altkunststoff zu reduzieren.

Wohin also mit dem Dreck? Mittlerweile landet er aufgeteilt in Chinas Nachbarländern Indonesien, Malaysia oder Taiwan. Das in Asien recycelte, aber immer noch minderwertige Plastik wird zwar weiterverarbeitet, landet aber in Spielzeug oder Kleidungsstücken – garantiert ohne Qualitätsstandards, aber dafür mit schädlichen Inhaltsstoffen.

Also am besten gar nicht so viel Plastikmüll produzieren! In der nächsten VOLUME Ausgabe habe ich ein paar hilfreiche Tipps für euch, wie das ganz einfach gelingt.

In diesem Sinne: Auf ein sauberes und nachhaltiges 2019!