Nordlichterjagd in Island

Nordlichterjagd in Island

Globerocker #75

Wenn man seinenFreunden und Familie erzählt,dass man Island im Februar bereisen möchte, ist die Reaktion meistens dieselbe: „Island im Februar? Warum … da ist es doch saukalt und den ganzen Tag dunkel, oder?“ Das stimmt so jedoch nicht ganz. Denn obwohl Island sehr weit im Norden liegt, wird es vom Golfstrom umflossen, der für verhältnismäßig milde Temperaturen sorgt. Im Schnitt hat es dort im Februar 3 °C, es ist also nicht wirklich kälter als bei uns. Und auch die Tage sind gar nicht so kurz, wie man glauben möchte. Am 1. Februar ist es ca. sieben Stunden hell, gegen Ende des Monats sogar um die zehn Stunden.

Schnee im Februar kann ein Glücksspiel sein. Entweder man erlebt ein Winterwonderland wie aus dem Bilderbuch, oder – unwahrscheinlicher, aber möglich – eine Warmfront mit Regen fegt wie bei uns den kompletten Schnee weg. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Was auf jeden Fall bleibt und den Winter so besonders macht, ist die Chance, Nordlichter zu sehen.

Da wir nur neun Tage hatten, haben wir uns gegen eine komplette Umrundung der Insel entschieden – dafür sollte man mindestens zwei Wochen einplanen – und uns auf die Halbinsel Snaefellsnes und den Süden des Landes konzentriert. Dort gibt es ohnehin genug zu entdecken und wir wollten uns keinen Stress machen. Highlights im Süden sind neben dem touristischen Golden Circle definitiv Vík mit seinem DC-3-Wrack und dem Reynisfjara Beach (unbedingt den Sonnenaufgang dort genießen), der Skógafoss mit seinem versteckten Nachbar Kvernufoss, der Skaftafell Nationalpark mit einer Wanderung zum Sjónarnípa Aussichtspunkt, die Gletscherlagune Jökulsárlón und last but no least das beeindruckende Vestrahorn.

Generell gilt: Island ist zu jeder Jahreszeit ein tolles Land. Wir hatten uns zwar mehr Schnee und weniger Touristen erhofft, wurden aber trotzdem nicht enttäuscht. Schließlich hat es auch seinen Reiz, Ende Februar mit kurzem T-Shirt fast auf Höhe des Polarkreises wandern zu gehen. Nichtsdestotrotz würden wir Island-Neulingen ein wärmeres Monat mit stabilerem Wetter empfehlen. Der September bietet sich hierfür ganz gut an: Es ist nicht mehr ganz so viel los wie in der Hauptreisezeit von Juni bis August, die Preise sind etwas billiger und mit Glück sieht man schon die ersten Nordlichter. Für Wiederkehrende ist ein Besuch im Februar aber durchaus ein lohnendes Abenteuer.

Nordlichter jagen in Island

Flugzeit ab Wien: ca. 4:30 h
Empfohlene Dauer: 10-14 Tage
Empfohlene Reisezeit: Für Nordlichter: Dezember bis Mai

Einen ausführlichen Reisebericht mit vielen Bildern findet ihr auf Hello Planet.