Mo, 11. Sep 2006
Damaged - Lambchop
Lambchop
Damaged
City Slang Records

Ein Album zum Reinhören. Soll heißen, ein Werk das sein Potential erst nach mehrmaliger Konsumation zeigt. Lambchop, das Kollektiv um Mastermind und Sänger Kurt Wagner, siedeln ihre Arbeiten auf dem achten Album in gewohnt traurigen Gefilden an.
Und hier gefällt nicht gleich alles. Die ersten Songs hindurch klingt Wagner vor sperrigen Arrangements wie eine Mischung aus Jarvis Cocker und Ludwig Hirsch. Doch dann eröffnet sich dem geneigten Hörer ab der zweiten Hälfte der Platte ein Universum der Verletztheit welches in eingängigen Songs wie ‚Short‘ kulminiert. Herrlich, da wird die Sache mit Cocker und Hirsch gleich zurückgezogen.
Textlich hat Kurt Wagner viel zu sagen. Nach Werken wie ‚Aw C’mon / No You C’mon‘ scheint dem Titel entsprechend der Schaden angerichtet worden zu sein. Das große Drama ist also vorrüber und es darf über die Ruinen gesungen werden. Selbstzweifel tauchen immer wieder auf.
‚Those who wait will be rewarded, I believe those who wait will be deported‘, solche Zeilen leuchten die Einsamkeit und den Schmerz auf dieser Platte nicht nur aus, sondern werfen den Spot auch auf das vielzitierte Licht am Ende des Tunnels. Dieses Album ist vergleichbar mit dem Zustand bittersüßer Glückseligkeit nach einem heftigen Weinkrampf.
Und das ist gut. (rom)

— Nobody