Sa, 5. März 2011

New Hot Music Shit - Eurosonic Special

Das heurige EUROSONIC war sehr busy. Nicht nur für die jungen Bands, die überzeugen wollten, sondern auch für uns, die neugierigen Journalisten, die hinter die kreativen Geheimnisse der jungen Künstler schauen wollten. Ein paar haben wir uns geschnappt und sie nach ihrem Wohl befragt. Lieb und ehrlich waren sie alle und zu unserer größten Verwunderung, gaben sie sich im Fragenbeantworten wie die Vollprofis. Thumbs up!

BROTHER:

 

 Wie findet ihr solche Festivals wie Eurosonic? Nur Business oder auch ein bisschen Pleasure?

Wir sind total überwältigt hier zu sein. Das ist unser allererstes Mal in Europa als Band! Ja, es sind all diese wichtigen Leute hier und wir hoffen, dass es uns dabei hilft, in Zukunft mehr in Europa und auf den Festivals spielen zu können, aber wir geben uns deswegen nicht anders und rocken einfach ab!

 

Vor kurzem ward ihr auf dem Titelblatt des englischen Magazins NME und wurdet als die neuen Oasis abgefeiert. Für eine sehr junge Band wie euch muss sich das recht surreal angefühlt haben.

Ja, das ist wirklich cool. Über unsere Band scheiden sich scheinbar die Geister. Jeder hat eine Meinung zu uns – ob gut oder schlecht. Wir finden, solange sie überhaupt eine Meinung haben, macht es uns glücklich.

Wie hat dieser Medienhype begonnen?

Zane Lowe von BBC One Radio hat unseren Song im Internet gefunden und es im Radio gespielt. Daraufhin sind Labels auf uns aufmerksam geworden und ein paar Monate später waren wir auf dem Cover von NME. Verrückt, eigentlich.
 

Welche Goodies genießt ihr als junge, hochgefeierte Band?

Wir müssen gerade nicht arbeiten, das ist toll! Groupie-technisch ist es noch lau, denn die meisten unserer Fans sind männlich. Aber bestimmt kommt das noch. (lachen)
 

Ihr seid im Internet sehr schwer auffindbar. Habt ihr den Suchbegriff „brother“ mal auf die Googlebarkeit überprüft, bevor ihr euch so benannt habt?

Das ist uns bewusst, dass wir schwer zu finden sind. Andererseits ist es gut, wenn man sich ein bisschen bemühen muss, uns zu finden. Danach weiß man unsere Musik richtig zu schätzen und zu genießen.


 

DELOREAN:

 

Ihr seid die einzige Band aus Barcelona auf diesem Festival. Habt ihr das Gefühl, ihr müsst bestimmte Erwartungen erfühlen und den „Barcelona-Sound“ repräsentieren?

Wir finden, es gibt keinen bestimmten Barcelona-Sound und wir versuchen auch nicht, Erwartungen gerecht zu werden. Klar hat die Stadt als solche einen Einfluss auf uns, weil wir dort leben, doch vielmehr sind wir inspiriert von den Bands aus Manchester, wie New Order, aber auch von Dance-Musik. So gesehen repräsentieren wir vermutlich viel mehr den 90iger Jahre Manchester Rave, als Barcelona (lachen).

 

Seid ihr eher eine Club-Band oder eine Festival-Band?

Lieber spielen wir in den Clubs, weil man dort das Publikum näher bei sich hat und viel mehr Feedback von ihnen bekommt. Zuhause in Spanien haben wir aber den Ruf, eine Festival Band zu sein, weil es uns schon lange gibt, und wir auf vielen Festivals gespielt haben. Deswegen ist es schön, jetzt in Europa spielen zu dürfen, wo die Menschen unsere Geschichte noch nicht kennen.

 

Wie lautet diese Geschichte?

Wir haben als Indie-Rock-Band begonnen und uns mit diesem Sound in Spanien einen Namen gemacht. Auf unserem aktuellen Album haben wir uns allerdings bewusst dafür entschieden, elektronische Popmusik zu machen und haben sehr tief in den Elektro/Dance-Topf gegriffen. Manche Fans und Kritiker fühlten sich vor den Kopf gestoßen, aber uns gefällt’s und Menschen im Rest von Europa scheinbar auch. Diese Neuerfindung hat unserer Meinung nach geklappt.

 


 

FRANKIE & THE HEARTSTRINGS

 

Ihr ward schon letzten Sommer unter unseren New Hot Bands. Die mediale Aufmerksamkeit in England war groß, vor allem im Magazin NME. Wie fing alles an?

Wir haben als lokale Band begonnen und von Anfang an unser Ding durchgezogen. Das schien den Leuten zuhause zu gefallen und als wir dann in der nächstgrößeren Stadt, Newcastle, das erste Mal gespielt haben, kam dieses Mädl von NME, Rebecca, zum Gig und schrieb ein kurzes Review. Das brachte den Stein ins Rollen und von heute auf morgen waren wir überall präsent. Es ist wirklich fantastisch, das NME aufzumachen und dein eigenes Gesicht zu sehen. Ich hoffe, wir werden nie genug davon haben.

 

Was hat diese Popularität für Euch verändert?

Es hat mal geholfen, mehr Leute zu unseren Gigs zu bringen. Und Mädls bemerken uns viel mehr als früher, nur weil wir in der Zeitung waren (lachen).

 

Was ist das Besondere an eurer Live-Performance?

Die Stadt, aus der wir kommen, hat einen starken Punk-Background. Das beeinflusst uns und im Speziellen unsere Live-Shows. Gerade ich als Frontmann muss alles geben und dabei versuchen, das Publikum bis zum Maximum zu animieren und zu involvieren. Wie Iggy Pop oder Morrissey zum Beispiel. Andererseits sind wir musikalisch klar eine Indie-Pop-Band – diese Mischung von Punk und Indie haut wahrscheinlich alle um. (lachen) Aber ehrlich, wir wissen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben. We’ve still got lots to prove.