So, 28. Juni 2009

New Hot Music Shit (7te Ausgabe)

Endlich Sommer, endlich Steckerl-Eis, endlich neue Bands die es zu entdecken gilt!
Nordirische Post-Rocker mit theatralischem Namen, Berliner Zirkus-Globetrotter und eine sophisticated One-Man-Show á la Esser! Gefühlvoller Tränen-Indie-Pop von Bombay Bicycle Club, der perfekte Sommer-Soundtrack von den Rumble Strips sowie die extravaganteste Tribal Diva seit Grace Jones, lass dich überraschen, schnell kann es geschehen….

THE TEMPER TRAP – Jenseits von launisch

Eigentlich haben  die vier Australier einen irreführenden Namen gewählt. The Temper Trap klingen nicht wie der tödliche Zorn oder böse Rache. Sie klingen nicht wie Angst oder endlose Wutexplosionen oder irgendetwas, das mit beklemmenden Launen oder Kurzschlüssen zu assoziieren wäre.
Ganz im Gegenteil:  diese Band hört sich warm und freundlich an.  Wie der Moment  wenn man über die Straße schaut, eine verlorene beliebte Person entdeckt und nervös wird, weil man nicht weiß, ob die Haare passen, aber innerlich  vor lauter Freude platzen möchte.  Melodisch, ätherisch, poppig und verspielt, so klingt das Album „Conditions“, das unter der Regie von Jim Abbiss,  der einst Arctic Monkeys zum Erfolg geführt hat, entstanden ist.  In England kein Geheimtipp mehr, dürfen jetzt auch wir The Temper Trap kennen und lieben lernen.
Am besten gleich am 19.Juni beim Nova Rock Festival! 
Link: http://www.myspace.com/thetempertrap

BOMBAY BICYCLE CLUB – Die neuen Indie-Lieblinge

Für viele bedeutet der Sommer nach der Matura, lange Partynächte und den ersten echten Genuss der unendlichen Freiheit. Die North Londoner Jungs von  Bombay Bycicle Club, die ebenfalls 18 sind und soeben ihre „A-levels“ gemacht haben, werden sich an diesen Sommer als ihren großen Durchbruch erinnern.
Denn im Sommer 2009 werden Bombay Bycicle Club den Mainstream-Erfolg abfeiern. Warum wir so sicher sind? Weil sie wunderbare Melodien mit den Teenage Angst Stimme untermalen und damit alle in ihre Bahn ziehen: englischen Hausfrauen mittleren Alters, besserwisserische Musikjournalisten und jüngere Geschwister Deiner besten Freunde. Man könnte sagen, Bombay Bycicle Club wären die neue Indie-Kompromisband, eine von der The Kooks – Vampire Weekend –  Placebo – Sorte. Selbst wenn, es soll uns nichts Schlimmeres passieren, als den Sommer 2009 untermalen von „I Had The Blues But I Shook Them Loose“ Albumklängen zu verbringen. Lasst den Bombay Bycicle Sommer beginnen!
Link: http://www.myspace.com/bombaybicycleclub

THE RUMBLE STRIPS – Mit Schirm, Charme und Mark Ronson

Im Leben trifft man sich zweimal – dieser Spruch trifft auf diese Band aus London wie die Faust aufs Auge.
Denn schon im Jahr 2007 waren sie eine der „großen Hoffnungen“ Englands, für die Sterne mehr als gut standen: die Fanbasis in UK und quer durchs Europa war startbereit, die Medien freundlich gestellt und das Label hielt den Rücken. Nur irgendwie wollte es mit dem Mainstreamerfolg in 2007 nicht wirklich was werden.
Nun haben die guten Jungs aus London die Warterei satt: 2009 haben sie zu ihrem Jahr erklärt und haben ihr Gummiboot mit Zuckerln vollgepackt dass der Osterhase neidig wäre. Für die Albumaufnahmen haben sie die Studios in New York, London und Prag gewählt und das Album von niemand Geringerem als „nom du jour“ Mr. Mark Ronson das Album produzieren lassen.
Die erste Single „London“ klingt hervorranged eingängig, selbstständig und stickt nach Erfolg. Wir freuen uns auf mehr!
www.myspace.com/rumblestripsuk

ESSER – One Man Show mit haariger Attitüde

Als Drummer der mässig erfolgreichen Band Ladyfuzz wirbelte er vor ein paar Jahren das erste Mal über britische Bühnen. Doch mittlerweile hat der 25-jährige Benjamin Esser nicht nur eine steile neue Frisur sondern auch ein erstes Solo-Album namens „Braveface“ am Start.
Optisch einmal den jungen Steven Patrick Morrissey mit Vanilla Ice in den Mixer gekippt, klingt das musikalisch nach einem Brückenschlag zwischen Jamie T. und  den Bumblebees. Groovy Sprechgesang mit viel Melodik, vermatscht mit Tango-Rhythmen und einer Spur E-Gitarrenschaum oben drauf.
Abwechslungsreich wie fusion cooking, selbst wenn die Songtexte eher das Prädikat  „einfallslos“ oder „langweilig“ tragen ( „I Love You“, „Satisfield“), davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Schon die erste Single „Headlock“ hat sich auf der Insel zu einem respektablem Club-Hit gemausert. Auch Herr Rock’n Roll-Chef-Fotograf Hedi Slimane hat die Pin-Up-Qualitäten dieses Schnittchens schon erkannt..Girls will follow him, boys will copy his haircut…Ihr werdet schon sehen!
http://www.myspace.com/esserhq
Esser – Braveface ( Warner/VÖ: 04.05.09)

BONAPARTE – Der Alleinherrscher-Zirkus

Ja, sind denn die überhaupt noch ganz der neue heisse Scheiss? Na, logo. Das Berliner Chaoten-Kollektiv gibt es zwar schon 3 Jahre, in denen sie selbstorganisiert den halben Erdball bespielt haben, aber jetzt geht’s erst richtig los. Das Album rotiert auch im österreichischen Radio, es wird getourt was das Zeug hält und eine Festival-Saison 2009 ohne den wilden Haufen ist nicht vorstellbar.
Tobias Jundt, der Kopf und Koordinator der Gang, brüllt und zelebriert den ganzen Wahnsinn, der sich mal eben so anstaut in all seinen Facetten, er gibt die Parolen vor, die das Live-Publikum dankend übernimmt. „Too Much“, „Who took the Pill?“ oder „Anti Anti“ bedürfen keiner näheren Erläuterung. Rock’n Roll-Riot Deluxe.
Und das Prädikat „Deluxe“ verleihen wir Ihnen natürlich für ihre opulenten Bühnenshows, die nicht nur durch fantastische Kostüme, Burlesk-Tanz und manchmal auch Feuerspuckerei betören, sondern auch durch die wunderbaren Einzel-Charaktere der Kerntruppe.
Jeder hat auf der MySpace-Seite der Band ein eigenes Fotoalbum mit seinen liabsten Schnappschüssen. Ob „Caesar (gestreifter Valiumpatient)“, „Clea Cutthroat (Bloody Miss Bunny) oder „Lulu Rafano (Stripping Skeleton)“, je abgefahrener desto besser.
Na, neugierig geworden? Nicht verpassen…
http://www.myspace.com/findingbonaparte

EBONY BONES – Colourfully going insane

BAM! Bei erster Betrachtung besteht die Gefahr eines akuten Pupillen-Kollaps. Diese Lady ist so grellbunt und überfrachtet mit allem was der Ethno-Fantasy-Kasten hergibt, dass man gar nicht weiss wohin man zuerst kucken soll. New Tribal Pop nennt man das heutzutage, was die macht, aber diese Bezeichnung ist absolut nicht ausreichend, da die hörbaren Einflüsse so zahlreich sind wie die Bühnenaccessoires am linken Fuss ihres Bassisten.
Siouxsie Sioux, Gang of Four, Parliament, um nur einige zu nennen…
Genauso exquisit liest sich die Aufzählung ihrer prominenten Fans und Verehrer:
Grace Jones, Jarvis Cocker, Timbaland, um nur einige zu nennen..
Frau Bones trällert, deklamiert, krächzt und schreit, dass einem schier ganz mulmig wird, urbane Angst-Musik mit klimpernden Rhythmen, die einem ins Mark fahren.
Interessantes Detail: In Grossbritannien ist sie keine Unbekannte, als Teenager spielte sie jahrelang eine Hauptrolle in der TV Serie „Family Affairs“ und war sogar schon als „Sexiest Actress“ nominiert.
Da meint es jemand ernst, Sie werden schon sehen…
www.myspace.com/ebonybones