So, 31. Juli 2011

New Hot Music Shit (19te Ausgabe)

Also, wir wissen nicht, wie es euch geht, aber wir finden: Dieser Sommer ist zu gut, um wahr zu sein! Wahnsinnswetter, feinste Events und geile neue Musi soweit das Ohr hört – vor allem auf lokalen Festivals. Doch so einfach haben wir es uns nicht gemacht, um den heißen Scheiß zu suchen, zu finden und ins Heft zu bringen. Hier, zu eurer Unterhaltung und den schönsten Sommer-Sonne-Party-Chill-Genuß: psychodelische Australier, sportliche Norweger, eine rappende Brittin, Freaks, Folks und Cowboys.

Katy B

Manche Künstler-Biographien zerschmelzen einem einfach auf der Zunge und lassen einen zumindest für ein Paar Sekunden im Glauben, dass du es mit einer guten Portion Talent im Music Biz ganz nach oben schafft. Vorausgesetzt, frau wächst im toughen Süden Londons auf, ist mit den Typen vom hipsten Piratenradio Englands (Rinse FM) befreundet und drückt die Schulbank der berühmten BRIT School mit James Blake, Adele und noch so manchem Jungstar. So war das bei der süßen Katy B – ehemals Baby Katy –  die sich statt auf Pop, lieber auf Dubstep, R&B, Funky, House und UK Garage konzentriert und auf ihrem Debütalbum recht klar sagt, wohin der Hase laufen soll – nach vorne und nichts als nach vorne. Die besten Voraussetzungen dafür hat sie, den Rest werden das Talent und das Glück richten. „Katy on a Misson“? Und ob!

Link: www.katyonamission.com
Für Fans von:  Ms Dynamite, Rihanna


 

Foster The People

Eigentlich müsste man für Bands wie diese mittlerweile ein eigenes Genre erfinden. Das Easy-Cheesy-Indie-Sommerhymnen-Genre. Peter, Björn& John schrieben eine, genauso wie MGMT oder Empire of the Sun. Eingehende Hookline, schlichte, recht bedeutungsfreie Lyrics und eine große Portion guter Mitsing-Laune. Im Falle von Foster The People heisst diese Pumped up Kicks. Indie-Dance-Pop kann man das auch nennen, was die in Los Angeles lebende, dreiköpfige Band um Sänger/Gitarrist Mark Forster da macht. Jener verdiente sein Geld ursprünglich als Komponist für Werbemusik. Ihren quasi-über-Nacht-Erfolg verdankt die Combo klassischen Erfolgskoordinaten wie dem Auftritt beim SXSW-Festival 2009, großer Breitenwirkung durch den Blog Hype Machine, aber in Österreich zum Beispiel auch dem Airplay bei FM4 . Optisch das Modell smarter Surfer-Boy meets Rocker, spielen sich diese Sahneschnittchen mit ihrer ersten Platte Torches konstant in die sonnenbeschwipsten Herzen zart gebräunter Indie-Mädchen in weißen Hippie-Kleidern.

 

Link: www.fosterthepeople.com

Für Fans von : MGMT, Empire of the Sun, Two Door Cinema Club

 


 

Azari&III

Hört man nur den Sound von Azari&III, fühlt man sich in ein fieses Zeitloch hinein katapultiert, in dem deeper Oldschool-Chigago-House mit modernem, waberndem Massen-Elektro-Pop eine Swinger-Party feiert. Jeder darf mal ran, die Lyrics lassen keine Fragen offen („I know I’ve got you burning up inside, it’s something you can’t hide…“), es geht um die klassischen Sex-, Drugs- & Electro-Überschriften die schon Anfang der 2000er Jahre Protagonisten wie Miss Kittin, Chromeo oder Vive la Fête zu großem Erfolg verhalfen. Betrachtet man zusätzlich noch die auf Hochglanz produzierten, sleeken Videos der kanadischen Newcomer, vergeht einem der Appetit endgültig. American Psycho meets Hipster-Zombies meets Porno-Chic. Ein bis ins letzte Detail durch choreografiertes Image. Dahinter stecken die Produzenten Alixander III und Dinamo Azari, gesanglich unterstützt von den Vocalisten Fritz Helder und Starving Yet Full.  Die Live-Performances ähneln eher einem durchdachten, fliessenden DJ-Set, so munkelt man, lassen wir uns überraschen. Entdecke deine dunkle (Electro)Seite!

 

Link: www.azariandiii.com

Für Fans von: Oldschool-Kram à la Jack The House, Hercules & Love Affair, Holy Ghost, Wolfram 

 


 

Team Me

Die Bezeichnung „Team“ hört man im beruflichen und sportlichen Alltag viel zu oft, und vor allem dann wenn einem nichts Besseres einfällt: „Wie ein Team zusammenspielen!“, „Teamspirit“, „Teamplayer“ etc. In der (Rock)musik ist man ehrlicher und weiß, dass es auf das Talent und die Egos ankommt, weshalb das Wort „Team“ wie die schwarze Pest gemieden wird. Die sechs jungen Norweger aus der Hauptstadt Oslo, deren Karriere derzeit auf einem goldenen Pfad zu stehen scheint, brechen mit diesem Aberglauben. Sie sind viele und genug, um eine Volleyballmannschaft zu bilden und ihre wunderbar harmonische Popmusik versprüht Friede, Freude, Eierkuchen-Stimmung, die scheinbar die Egos verkleinert. Keine Angst also vor dem „Team “. Auch nicht vor dem Erfolg, der ihnen nach dem erfolgreichen Tour-Support von The Wombats und British Sea Power vorhergesagt wird. Auf dem, im Herbst erscheinenden, Debütalbum werden sie uns mit ihrem komplexen und magischen Pop beweisen, dass sie mit all diesem Team-Gerede 100% Recht haben.

 

Link: www.teamme.no

Für Fans von:  Beach House, Efterklang

 


 

Cloud Control

Zugegeben, der Weg von Australien nach Großbritannien und Europa ist kein Kurzer. Für ein Paar geldbefreite musizierende Jugendfreunde ist er sogar ein recht Weiter. Doch dank der To Do-Listen fleißiger britischer A&R-Manager, auf denen, scheint es, jedes Jahr als Fixpunkt „eine Band aus dem Aussie-Land importieren“ steht, verkürzt sich der lange Reiseweg für ein Paar talentierte Musikköpfe. Heuer lächelte das Schicksal CLOUD CONTROL an – eine neohippie-psychodelische Indie-Truppe mit dem Hang zu Folk-Geräuschen und einer großen Vorliebe für Popmelodien. Ganz zu Recht finden wir, denn das Debütalbum „Bliss Release“ liefert, was es im Titel verspricht: eine Stunde wohltuender Glückseeligkeit und fröhlichen Hüftenschunkelns. Und da jeder Song einen kleinen Hit in sich birgt, lässt man sich von Cloud Control gerne auch von der Bühne aus verzaubern. Sehr bald auch hierzulande – am Frequency Festival 2011!

 

Link:  www.cloudcontrolband.com

Für Fans von:  Kasabian, Fleet Foxes

 


 

Keith TOTP (= Top of the Pops)

Das zur Schau stellen abartig übertriebener und damit schon wieder lächerlich wirkender Arroganz, ist im Showbiz seit jeher ein beliebtes Mittel, Aufmerksamkeit zu erlangen.  Genau das macht nun der Spross einer Londoner Tintenfarben-Hersteller-Dynastie (bored rich kid?), der gute Keith. Er nennt sich Keith Top of the Pops, so wie die legendäre, mittlerweile leider eingestellte TV-Charts-Show britischer Herkunft. Was natürlich unvermeidlichen Erfolg implizieren soll. Offensichtlich hat er mit den richtigen Leuten gekokst… pardon, gesoffen, denn seine Backing Band besteht u.a. aus Eddie Argos (Art Brut), Julia und Simon von den Indelicates sowie den Robots in Disguise, allesamt ziemlich bekannt aber auch nicht mehr auf der Spitze der Karriereleiter stehend. Das Album heißt Fuck you! I’m Keith Top of the Pops und die Songs etwa Two of the Beatles are dead oder I hate your Band. Und wenn man denkt, hat der sie noch alle, hält hinten ein bereits ergrautes Mitglied von Monty Python ein kaum lesbares Schild hoch : „It’s ironic!“ Ach so, na dann…. 

 

Link: http://keith-totp.livejournal.com

Für Fans von: Art Brut, The Cribs, The Indelicates