Mi, 26. Februar 2014

HVOB: Kein Bock auf Amadeus Austrian Music Awards

Musicnews 26.02.14

Her Voice Over Boys, kurz HVOB, verzichten auf ihre Nominierung bei den Amadeus Austrian Music Awards 2014. Die Elektropop-Band aus Wien hat den Organisatoren des österreichischen Musikpreises eine Absage per Mail geschickt, den die Sängerin Anna Müller öffentlich auf Facebook geteilt hat.

Absage an die Organisatoren der Amadeus Austrian Music Awards 2014: Her Voice Over Boys verzichten mit sofortiger Wirkung auf ihre Nominierung in der Kategorie ‘Electronic/Dance by KRONEHIT’. Warum? Frontfrau Anna Müller hat die Mail öffentlich auf Facebook geteilt. Hier das Statement von HVOB in voller Länge:

Lieber Amadeus,

zunächst lieben Dank für die Nominierung.

Wir meinen das ehrlich.

Die Amadeus-Jury ist so kompetent besetzt, dass man sich als junge Band wirklich freut, nominiert zu werden. Man fühlt sich wahrgenommen und bestätigt, weil sich die Leute, die in dieser Jury sitzen, ernsthaft mit Musik beschäftigen. Und wir finden auch den Amadeus überhaupt gut und wichtig für Österreichs Musik.

Trotzdem ersuchen wir euch, unsere Nominierung in der Kategorie „Electronic/Dance by KRONEHIT“ umgehend zurückzuziehen.

Wir möchten keinen Preis in einer Kategorie bekommen, die ihre wichtigste Aufgabe darin sieht, die plumpsten Marketingbedürfnisse eines (und zwar eines unserer Meinung nach alles andere als geeigneten) Partners – zumal ungefragt – auf den Rücken österreichischer Bands zu befriedigen. Es ist uns insbesondere unangenehm, für das Abgreifen von Email-Adressen jener Leute missbraucht zu werden, die unsere Musik so sehr mögen, dass sie für uns voten möchten.

KRONEHIT ist ein Partner, der seinen Respekt für die Nominierten und ihre Fans nicht nur durch sein an österreichischer Musik aufreizend desinteressiertes Programm zum Ausdruck bringt. Sondern auch dadurch, dass Leute, die gerne ihre Stimme beim wichtigsten österreichischen Musikpreis abgeben möchten, 1.) von einem intelligenzbefreiten Werbevideo für ein Katy Perry-Poster belästigt werden, anschließend 2.) ihre Daten angeben müssen, um sich 3.) über die Nominierten inhaltlich unzutreffend und grammatikalisch fragwürdig informieren zu lassen.

Da können und wollen wir nicht dabei sein. Wir sind davon überzeugt, dass sich österreichische Musik nur dann Respekt verdient, wenn sie Respekt einfordert. Dass sie an ihre Partner dieselben Ansprüche stellen muss wie an sich selbst.

Vielen Dank für euer Verständnis.

Liebe Grüße
HVOB