Do, 31. Juli 2014

Volle Festivalkraft voraus!

Olympique im Interview

Ganz heißer Musikscheiß aus Salzburg: Olympique. Die drei Jungs haben für ihren Song ‚The Reason I Came‘ im Frühjahr ein fantastisches Video veröffentlicht und mit ‚Crystal Palace‘ ein starkes Debütalbum in der Pipeline. Im August spielen Olympique live am Red Bull Brandwagen. Was das Trio in Sachen Festivals empfiehlt: Hygiene vernachlässigen, Hemmungen ablegen, Depressionen vergessen und flexibel auf Schlafplätze reagieren. Da kann am FM4 Frequency Festival nichts mehr schief gehen…

Smoke weed everyday?

Wir lieben diesen Snoop Song.

Was habt ihr eurer Heimatstadt Salzburg zu verdanken?

Salzburg ist eine wunderschöne Stadt mit herrlichen Mozartkugeln und Audi A6-Festspiel-Limos, für Jugendliche aber oftmals ein sehr, sehr langweiliger Boden – dadurch verbrachte jeder von uns sehr viel Zeit mit seinem Instrument.

Wie seid ihr dort aufgewachsen und welche Art von Musik hat eure Jugend geprägt?

Fabian: Aufgrund von fehlenden Angeboten ging ich früher oft auf Metalfestivals in die Arge, in der Schule wurde ausschließlich klassische Musik unterrichtet. Zum Glück ist aber das, was sich in Großbritannien musikalisch bewegt hat, auch irgendwann nach Salzburg herübergeschwappt.
Leo: Ich hatte eine schon fast idyllische Jugend- konnte immer das machen, auf was ich Lust hatte und wurde dabei auch noch gefördert von meinen Eltern. Dass ich kaum in der Schule war und die Zeit lieber im Proberaum verbrachte, wussten sie jedoch nicht. Nachdem mich meine Mutter jeden Tag in die Schule fuhr, ich einmal wieder nicht hinging, sorgte sie wenigstens dafür, dass ich früh aufstand und somit schon um zehn Uhr vormittags geprobt habe. (lacht)
Nino: Als Drummer muss man wohlbehütet aufwachsen oder sich damit zufrieden geben, auf alten Kochtöpfen herumzuschlagen. Bei mir war es wohl eine Mischung aus beidem (lacht). Meine ersten beiden CDs waren ‚Blue‘ von Eiffel56 und ‚Mambo Nr.5‘ von Lou Bega.

Wann und wo ist die Band Olympique entstanden oder war das einfach die logische Konsequenz aus eurer Vorgängerband ‚Sequence of Tenses‘?

Es war vor allem für uns selbst wichtig, mit ‚Sequence of Tenses‘, abzuschließen und über den Tellerrand von Salzburg zu blicken. Da dieser Name von anderen, aber auch von uns selbst, immer noch mit einer Nachwuchsband assoziiert wurde, wollten wir eine Identitätsänderung. Unsere Musik wurde erwachsener und das sollte sich auch in unserem Bandnamen wiederspiegeln.

Wird Olympique immer ein Trio bleiben?

Live spielen wir jetzt schon seit einiger Zeit zu viert und das tut uns auch gut. Wir spielen mit jedem Musiker andere Versionen der Songs. Das macht Spaß – so bleiben die Songs für uns immer aktuell und wir bekommen immer wieder neue Inputs. Aber im Studio verstehen wir uns musikalisch einfach blind – wir respektieren und vertrauen uns dabei voll und ganz. Deswegen werden wir vorerst unsere Songs zu dritt schreiben und aufnehmen.

Welchen Sound hören die Jungs von Olympique im Van/Tourbus/Auto/Red Bull Brandwagen, wenn sie gerade zum nächsten Auftritt fahren?

Das reicht von Morissey bis zum Aveshai Cohen Trio. Peters (Live-Bassist) Anekdoten aus seinem Leben nehmen aber zweifelsohne den größten Teil der Zeit in Anspruch.

In Anlehnung an eure Tour mit dem Red Bull Brandwagen: Warum ist ordentliches Aufwärmen vorm FM4 Frequency Festival unverzichtbar?

Es ist ja wie im echten Leben: auf (Festival-)Anarchie sollte man gut vorbereitet sein. Aufwärmen würden wir hier aber eher als Vorbereitung bezeichnen. Unsere Tipps: Hygiene vernachlässigen, Hemmungen ablegen, Depressionen vergessen und flexibel auf Schlafplätze reagieren.

Was macht den Red Bull Brandwagen für Bands so besonders?

Es schwingt ordentlich Rock’n’Roll-Lifestyle mit – man fährt mit dem Bus herum, baut sein Equipment auf und spielt dort, wo man Bock hat (bzw. wo man heutzutage noch Genehmigungen dafür bekommt).

In jedem Song von Olympique soll das Gefühl eines positiven Endes mitschwingen. Gewinnt immer das Gute im Leben?

Nein, auf keinen Fall. Es muss doch auch Scheiße im Leben passieren. Sonst hättest du keinen Vergleich für die guten Erlebnisse.

Warum die Wahnsinnsidee, euer Video zu ‚The Reason I Came‘ in sechs Ländern zu drehen? Werdet ihr jemals an diese Entstehungsorte zurückkehren?

Wir sind zufällig auf diese Monumente im Internet gestoßen und wussten sofort, dass wir dort hin müssen, weil sie die Thematik unseres Songs perfekt verkörpern. In diesem motivierten Zustand konnten uns auch 3000 km nicht davon abhalten, das Video letzten Endes umzusetzen. Mit dem Privatjet inklusive Fallschirmsprung oder einem Helikopter würden wir uns das schon einreden lassen. Wie aber ‚The Reason I Came‘ zu vermitteln versucht, gehört die Reise immer zum Ziel.

Von welchen Orten oder Plätzen lasst ihr euch in eurem alltäglichen Leben inspirieren?

Leo: Ich glaube das Leben selbst ist Inspiration genug: Beziehungen, Natur, Städte, Reisen…Auf Reisen lernt man nicht so viel dazu, weil mal unterwegs klüger ist, sondern aufmerksamer. Deshalb probiere ich, jeden Tag als Tourist wahrzunehmen und aufmerksamer durchs Leben zu gehen.

Euer Debütalbum erscheint im kommenden Herbst. Wo und wann gibt’s die dazugehörige Release Show?

Wir wollen den Leuten mal Zeit geben, sich mit dem Album auseinanderzusetzen, um sich reinzuhören. Wann die Release Show sein wird, dürfen wir derzeit noch nicht verraten.

Was wollt ihr jetzt schon über ‚Crystal Palace‘ verraten?

Ω

Wem wird euer Album ganz besonders große Freude bereiten?

(1. Unseren Ex-Freundinnen – weil es sehr viel um sie gehen wird.
2 .Unserem Produzenten, der schon sehnsüchtig auf Tantiemen wartet.
3. Unserem Booker und Manager, die endlich mit unserem Album hausieren gehen können.) Uns selbst. Damit wir das Album hinter uns lassen können und uns auf neues Material konzentrieren können.

Fotos (c) Matthias Heschl