Do, 12. November 2015

Sound-Animateure

Glowing Eyes im Interview

Eine Fusion von Drum & Base, HipHop und Electro, die nicht nur zum Tanzen anregen, sondern dazu animieren soll, sich selbst zu verändern! Booom, das ist die Sound von Glowing Eyes. Mit einer geballten Ladung an gesellschafts- und medienkritischer Lyrik melden sich die Wiener nun mit ihrem neuen Album ‘Animation’ zurück. Grund genug, sich mit den Vieren über ihren experimentellen Soundmix, die österreichische Musiklandschaft und ihre musikalische Animation zu unterhalten.

Glowing Eyes, woher kommt der Name?

Glowing Eyes steht für den Moment, in dem man in die Augen eines anderen Menschen blickt und etwas sieht, das man nicht in Worte fassen kann. Ich habe das Glück, oft in solche Augen zu blicken, die nur so vor purer Entschlossenheit und Konzentration glühen. Es sind Momente des Flows. Wenn wir zum Beispiel gemeinsam unsere Stücke spielen, uns gegenseitig anschauen und ohne Worte kommunizieren.

Eure Musik ist eine Mischung aus Hip-Hop, Electronic und Drum and Bass. Selbst ein Saxofon ist dabei! Klingt experimentell. Woher kommt dieser Mix?

Ich persönlich bin mit klassischer Musik aufgewachsen. Bereits ab dem Alter von sieben Jahren genoss ich eine klassische Klavierausbildung. Als Teenager entdeckte ich dann Hip-Hop für mich und später hab ich angefangen, so gut wie alles in mich aufzusaugen. Wie viele spielte ich eine Zeit lang gleichzeitig in den unterschiedlichsten Bands – von Indie-Rock über Hip-Hop bis hin zu Electro-Pop Projekten. Heute ist es mir wichtig, etwas Neues auszuprobieren.

Was nehmen die anderen Mitglieder in die Band mit?

Red Detail, unser Drummer, ist definitiv der Drum and Bass Nerd. Andi am Bass bringt seine rockigen Einflüssen ein. Flo am Sax ist ein Allrounder, der auch gerne Neues ausprobiert, wie z.B. ein Theremin als fixes Instrument in der Band zu etablieren. Wir sind Kinder der 90er und sind in der Zeit des Crossovers aufgewachsen. Das prägt schon stark.

Einige Songs erinnern an Größen wie Pendulum oder Modestep. Wollt ihr an den Erfolg der Szene anknüpfen?

In erster Linie machen wir unser eigenes Ding. Also wir hören uns nicht explizit Bands an und sagen: „Da wollen wir hin.“ Aber ein Vergleich mit Pendulum ehrt uns natürlich. (lacht)

Viele Songs auf eurem zweiten Album „Animation“ haben klare Statements. In „Animieren“ geht es zum Beispiel um Selbstveränderung. Glaubst du ist das in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich?

Auf jeden Fall. Gerade heute ist es umso wichtiger, dass wir uns unserer eigenen Stärken bewusst werden. Und vor allem bewusster leben und Entscheidungen treffen. Sonst treffen Andere diese für uns. Der erste Schritt ist Handeln.

Eure letzte Tour führte euch bereits bis nach Berlin. Was erhofft ihr euch für die Zukunft?

Mittlerweile spielen wir immer wieder in Deutschland. Das macht echt Spaß und schön langsam kennen uns hier und dort einige Leute. Wir erhoffen uns gar nichts, denn wir wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist… (lacht)

Euer erstes Album „!beloved“ habt ihr durch Crowdfunding finanziert. Wie ging’s euch dabei?

Wenn man viel Zeit und Geduld hat, kann man es durchaus andenken. Es war eine gute Erfahrung und wir hab dadurch Einiges dazu gelernt.

Meinst du, ist es noch möglich, in der österreichischen Musiklandschaft Boden zu fassen?

Es gibt so viele, die raunzen und nörgeln – das ist die österreichische Mentalität. Aber na klar ist es möglich. Man muss sich nur im Klaren darüber sein, dass wir heute so viel Musikangebot und damit Konkurrenz wie noch nie haben. Möge der „Beste“ mit den besseren Kontakten gewinnen! (lacht) Hauptsache auffallen und die Pappen aufreißen. Spaß beiseite. Es kommt darauf an, welche Musik man macht. Wirklich innovative Künstler haben es grundsätzlich schwer, da sie sich keinen vorgeschriebenen Dogmen unterwerfen und den bestehenden auch nicht gefallen wollen. Man muss zu 120% dahinter sein. Es gibt so viel gute österreichische Bands. Wir blicken in eine glückliche Zukunft.

Wann sieht man euch das nächste Mal auf der Bühne und was können Besucher von euren Konzerten erwarten?

Wir haben dieses Jahr bereits 18 Konzerte gespielt. Gerade machen wir eine kleine Konzertpause, aber gegen Ende des Jahres werden wir bestimmt schon noch das eine und andere Konzert spielen. Am Besten uns auf Facebook liken und verfolgen. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber da kommt noch was Tolles. Pure Energie sag ich nur. Man sollte im Winter Ersatzkleidung mitnehmen, denn es gibt nichts Grindigeres, als völlig ausgeschwitzt nach Hause zu latschen. (lacht) Prost.

Vielen Dank! Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

— David Bitzan