Di, 22. März 2011

Round Table Knights im Interview: Bart aber herzlich

Die Round Table Knights sind zwei DJs bzw. ein Produzentenduo, kommen aus der Schweiz, genauer gesagt aus Bern, und haben im vergangenen Jahr einen der Clubhits des Jahres aus den Ärmeln geschüttelt – ‚Calypso‘ heißt der noch immer fette Killertrack. Mit ‚Say What‘ schießen Marc und Biru Bee gerade ihr Debütalbum hinterher. Im Interview geben die beiden Schweizer unverbindliche Kaufempfehlungen ab und verraten, welchen Anteil Österreich an ihrem neuen Werk hat.

Welche Platte hat euch den ultimativen Kick für euren Karrierestart gegeben?

Biru: Für mich gibt es keine spezielle ‚eine‘ Platte, sondern es ist eher ein Mix aus verschiedenen Genre wie Hip Hop, Pop oder Folk.

Marc: Bei mir war die entscheidende Platte, um mit dem Auflegen zu beginnen, ‚Endtroducing‘ von Dj Shadow.

 

Ihr seid derzeit mitten im Tourstress – wie ist  das Gefühl, in der Nacht die Sau raushängen zu lassen und am Tag danach wieder in eine neue Stadt zu fahren?
 

Es ist ein unglaubliches Gefühl! Es ist wirklich ein Traum in Erfüllung gegangen, dass wir überall auf der Welt spielen dürfen. Wichtig für uns ist auch, dass wir was von den Orten mitbekommen, die wir bereisen. Wenn wir also an einem Ort sind, wo wir vorher noch nie waren, achten wir schon manchmal darauf, dass wir nicht allzu hart die Sau rauslassen. So können wir am nächsten Tag noch ein wenig die Stadt anschauen. Aber ja, auf Tour vergisst man schon gerne mal was für ein Tag gerade ist und durch die Zeitverschiebung verliert man auch mal das Zeitgefühl.

 

Wie fühlt sich der Morgen nach einer Round Table Knights Show an?
 

Ist immer ganz unterschiedlich. Es kommt ja meistens sowieso anders als geplannt! Aber mit der Zeit wird man auch vernünftiger, denn Reisen mit einem brummenden Schädel macht nicht so viel Spaß.

 

Mit welchem Argument appelliert ihr an die Welt da draußen, dass sie unbedingt eure neue Scheibe „Say What“ kaufen sollten?

Falls die Menschen da draußen Lust auf ein abwechslungsreiches Album haben, das genauso gut zuhause oder im Auto sowie auch zum Einstimmen aufs Wochenende funktioniert, dann liegen sie bei ‚Say What‘ genau richtig. Für uns war es wichtig, unsere verschiedenen Einflüsse aus all den Jahren mit Auflegen und Musikhören einfliessen zu lassen, um ein stimmiges Album zu produzieren – nicht einfach eine Anreihung von Clubhits.

Was macht euch mehr Spaß – remixen oder selbst produzieren?

Beides hat seinen Reiz. Beim Remixen ist es vielleicht ein wenig einfacher, weil man nicht bei null anfängt, da schon Parts vorhanden sind. Aber natürlich ist man meistens mehr Stolz auf die Eigenproduktionen, weil man da zu 100 Prozent alles selbst gemacht hat.

Zeit für Anekdote: Welchen Moment in eurer bisherigen Musikkarriere werdet ihr nie vergessen?
 

Dieses Jahr in Montreal am Igloo Festival! 8500 Leute, die draußen bei minus 20 Grad total durchdrehen! Das war einfach unglaublich!

 

Wie definieren die Round Table Knights das magische Wörtchen ‚Pop‘?
 

Zugängliche Musik für eine breite Masse.

 

Warum ist es gerade bei euch wichtig, bei einem Liveauftritt mittendrin statt nur dabei zu sein?

Jede Show ist anders bei uns. Wir wissen vorher nie genau, welche Tracks wir spielen werden. Wenn wir dann auf der Bühne stehen und Spass haben, überträgt sich das aufs Publikum – so steht einer langen durchtanzten Nacht nichts mehr im Wege.

 

Swiss meets Austria: Wie habt ihr die Zusammenarbeit mit Ogris Debris empfunden?
 

Wir sind große Fans von Ogris Debris und ihr Name war ganz oben auf unserer Wunschliste. Als wir bei ihnen für ‚Say What‘ angefragt haben, waren sie sofort dabei und die Zusammenarbeit war perfekt. So kam es auch, dass dieser Track gleich zur Leadsingle wurde und auch den Albumnamen ergeben hat. Es ist auch toll, dass durch die Zusammenarbeit eine Freundschaft entstanden ist. Erst gerade letzte Woche haben wir zusammen Fondue gegesen!
 

Wo ist euer aktuelles Album entstanden, welche Inspiration steckt in dem fertigen Werk und welcher Produktionsmittel habt ihr euch bedient?
 

Das Album ist im Studio von unserem Freund Benfay entstanden. Wir produzieren seit zwei Jahren die ganze Musik mit ihm zusammen. Wenn wir einen Track machen, beginnt es meistens so, dass Marc mit einer Skizze ins Studio kommt. Dann machen wir den Track zusammen fertig. Inspiration holen wir uns überall. Meistens finden wir Inspiration in Dingen oder an Orten wo man es nie erwarten würde.

Was ist das beste Rezept, mit dem man sich auf einen Auftritt vorbereiten kann und sich selbst so richtig motivieren kann?

Der Auftritt alleine ist doch schon die Motivation – die Leute zum Tanzen zu bringen und eine schöne Zeit zu haben.

Ein Satz bzw. eine Beschreibung, den ihr beide über euch sagen könnt, ohne dass der andere böse wird?

Bart aber herzlich.