Do, 13. September 2018

Rise of the Phoenix

Mavi Phoenix im Interview

Die Rapperin Marlene Nader alias Mavi Phoenix geht im Herbst auf ihre erste eigene Konzerttour. Mit süßen 23 Jahren gehört die gebürtige Linzerin zu den heißesten und innovativsten Popstars, die Musikösterreich zu bieten hat. Das ist von Ibiza bis nach Island allerdings kein großes Geheimnis mehr. Denn nach diesem Rekordsommer voller Mavi Phoenix Hits und Shows auf den großen europäischen Festivalbühnen, kann es nur noch eine Richtung geben: Sky’s The Limit! Im VOLUME Interview spricht die am Boden gebliebene Marlene über Trends, Alltag, Dirndl, Liebe und Ofenkartoffeln.

Der Rekordhitzesommer 2018 ist Geschichte. Was waren deine heißesten Highlights?

Sowohl das Donauinselfest als auch das Popfest bleiben mir in bester Erinnerung – zu meinen Wiener Shows sind krass viele Menschen gekommen. Danke noch einmal an dieser Stelle! Auch meine Auswärtsspiele am Primavera Sound, Roskilde, Melt oder Kosmonaut Festival gehen in meine persönliche Erfolgsgeschichte 2018 ein.

(c) Nikolaus Ostermann

Was sind die wichtigsten „Trends“ für den kommenden Herbst?

Mavi Phoenix geht im Herbst auf ihre erste eigene Tour. Ich darf dann nicht nur die großen österreichischen Landeshauptstädte bespielen, auch Stopps in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Dänemark, Island und in der Schweiz stehen auf meinem Fahrplan.

Warst du schon mal auf Ibiza?

Klar! Mein Stiefvater hat mich und meinen Bruder schon ein paar Mal mit auf die Insel genommen. Der kennt sich dort bestens aus, auch in den Clubs.

Privat habe ich aus meiner Vorstellung von zwischenmenschlicher Liebe nie ein Geheimnis gemacht.

In deinem Song „Ibiza“ und dem dazugehörigen Video geht es aber weder ums Partyfeiern noch um die Erinnerungen an deine Familienausflüge. Mavi Phoenix küsst eine Frau!

Na und? Das macht Marlene Nader auch. Privat habe ich aus meiner Vorstellung von zwischenmenschlicher Liebe nie ein Geheimnis gemacht. Mit zunehmender Popularität war es mir jetzt einfach ein Anliegen, auch als Mavi Phoenix für sogenannte „klare Verhältnisse“ zu sorgen. Nicht, weil ich muss oder es zusätzliche Aufmerksamkeit bringen soll. Sondern aus dem Gefühl heraus, dass ich in letzter Zeit von manchen Menschen bzw. Medien in ein Eck gestellt wurde, in das ich nicht passe, geschweige denn gehöre. Außerdem kann ich leider nichts mit den ganzen männlichen Liebesbekundungen anfangen, die über soziale Netzwerke bei mir landen. Sorry, Boys! Ein bisschen Mut war für dieses Outing mit dem Video zu „Ibiza“ schon nötig, doch es zeigt die Realität des Menschen hinter dem Künstlernamen Mavi Phoenix. Nicht mehr und nicht weniger …

Mehr Musik von Mavi Phoenix erscheint am 5. Oktober in Form der EP „Young Prophet II“. Bist du ein geduldiger Mensch?

Geduld gehört nicht unbedingt zu meinen Stärken. Ich habe erst lernen müssen, dass Warten zum Musikgeschäft gehört wie das Amen in die Kirche. Mein Song „Trends“ war beispielsweise schon im Sommer 2017 fertig, ist aber dann erst ein Jahr später offiziell erschienen. In der Zwischenzeit sind weitere Produktionen entstanden und generell ergeben sich permanent neue Projekte oder Möglichkeiten. Bis dieses Material jedoch dann auf öffentliches Gehör stoßen kann, heißt es wieder warten. Die meisten Künstler bzw. Künstlerinnen sind ihrem Publikum also immer einen Schritt voraus.

Ich habe erst lernen müssen, dass Warten zum Musikgeschäft gehört wie das Amen in die Kirche.

Du hast dein Studium der Politikwissenschaft geschmissen, um dich voll und ganz der Kunst zu widmen. Was machst du jetzt den lieben langen Tag? Feiern bis in die Morgenstunden, schlafen bis zum Mittagessen, rausgehen erst nach Sonnenuntergang …

Schön wär’s! Statt dem doch eher gemütlichen Studium habe ich jetzt einen fordernden Vollzeitjob. Das war aber auch immer das Ziel – Politikwissenschaftlerin ist an mir wohl keine verloren gegangen. Dafür geht an anderer Stelle ordentlich was weiter. Mein Team und ich haben gerade eine GmbH gegründet. Es fällt in meinem Alltag genügend Arbeit an, die nichts mit dem süßen Künstlerleben zu tun hat, aber dennoch erledigt werden muss. Mein Terminkalender ist gut gefüllt, ein Studium nebenbei geht sich einfach nicht aus. Habe ich schon erwähnt, dass ich im Herbst auf Tour gehe?

Bleibt bei so viel Arbeit noch Zeit für die wichtigen Dinge im Leben? Kochen zum Beispiel?

Als Vegetarierin feiere ich die vietnamesische Küche, besonders Sommerrollen standen in letzter Zeit ganz weit oben auf meinem Speiseplan. Die bestelle ich mir jedoch lieber als sie selbst zuzubereiten. Ich koche eher selten, bin in meinem Freundeskreis aber berühmt berüchtigt für meine köstlichen Ofenkartoffeln. Öl, Salz, Erdäpfel, geht schon …

(c) Nikolaus Ostermann

Was gibt’s zu Marlenes Ofenkartoffeln zu trinken?

Gute Frage!

Warum?

Alkoholika gehören nicht zu meinem Fachgebiet. Ich bekomme oft gesagt, wie brav ich für eine Rapperin in Bezug auf Drogen bin. Mich interessiert der ganze Scheiß einfach nicht!

Öl, Salz, Erdäpfel, geht schon …

Dafür hast du angeblich ein Faible für Mode. Wann hast du eigentlich zum letzten Mal ein Dirndl getragen?

Das ist schon sehr lange her – als ich acht Jahre jung war. Und ich schwöre hiermit, dass ich auch in Zukunft nie wieder ein Dirndl tragen werde …

Solange du weiter so fantastischen Sound veröffentlichst, ist kein Dirndl notwendig. Alles Gute für Mavi Phoenix!