Di, 19. November 2019
Gans und Mamas Rotkohl

Gans und Mamas Rotkohl

Liedfett im Interview

Liedfett, Liedfett, asozial! – Die Hamburger „Gute Laune – Reinbügeln – Akustik-Punks“ von Liedfett waren am 09.11. zu Gast im pickepacke vollen Wiener Chelsea. Vor ihrer bis dato größten Österreich-Show, nahmen sich Dani und Lucas Zeit und plauderten mit VOLUME und dem Punktacks Magazin über Album-Pläne, Kochrezepte und die wichtigsten Tipps fürs Bügeln!

Konsumieren Sie sehr gerne? Sind Sie glücklich im Hier und Jetzt?

Lucas: Hey, die Fragen sind aus unsrem Song „Billiger Wein“!
Dani: Aber tatsächlich konsumieren wir sehr gerne und auch schon lange. Wir halten uns da aber eher an Bier, Schnaps und alles, was man so im Garten anbauen kann. Wir werden schließlich auch älter und das Leben auf Tour ist dann doch auch anstrengend. Generell ist Konsum ja da, um Glücksgefühle auszulösen.

Was macht euch traurig?

Dani: Da gibt es zurzeit jede Menge, was mich traurig macht, wenn man sich die Umstände in Europa, oder generell auf der ganzen Welt ansieht.
Lucas: Ich denke, dass es wichtig ist, auch aus traurigen Momenten, positive Emotionen herauszufiltern und zu versuchen negative in positive Energie umzuwandeln. Wir versuchen auf
unseren Konzerten, eher das Positive in den Vordergrund zu rücken, wobei wir dennoch auf Missstände hinweisen. Darum haben wir auf unserer Tour auch immer Leute von Viva Con Aqua,
oder Seawatch dabei.

Ihr kommt ja aus der Hamburger Ecke. Mir kommt vor, als ob die Hamburger Szene, seien es Punk Bands, die Fußball Szene um St. Pauli, oder eben angesprochene Vereine wie Viva Con Aqua, stark und vor allem united auftritt. Seht ihr das auch so?

Lucas: In Hamburg ist die Welt irgendwie noch in Ordnung. Keine Ahnung warum, aber im Gegensatz zu anderen Großstädten, schauen die Leute hier mehr auf ein gemeinsames Miteinander. Sei es die Punk-Szene, oder auch die Flüchtlingsbewegung. In Hamburg versucht man sich gegenseitig zu helfen, egal wo man herkommt, oder welcher Gesellschaft man angehört.

Ihr macht eine Mischung aus Punkrock und Akustik-Mucke, mit starker eingängiger Stimme. Sind Liedfett die asozialen AnnenMayKantereit?

Dani: (lacht) Find ich sehr gut! Den Vergleich nehmen wir.
Lucas: Ich find die ganz gut. Freut mich auch, dass es ehrliche handgemachte Popmusik zu so einem Erfolg schafft.

Seid ihr für Punk-Rock zu schön, für Pop aber zu obszön?

Lucas: JA!!!!ELF!!!111!1!
Dani: Wir machen auf jeden Fall unangepassten Punk-Rock, weil wir zu viel Wert auf unser Äußeres legen. Der Mann von Welt, der Mann, der verwöhnt! Schubladen waren aber nie so unser Ding. Wir haben einfach angefangen, Musik zu machen, weil wir
Bock hatten, und Mucke ist einfach ein geiler Magnet für Ekstase. Wo kann man besser zusammenkommen, als in einem Moshpit der Liebe?

Ihr befindet euch gerade mitten auf eurer „Goldene Zeiten“ – Tour. Wie war´s bisher?

Dani: Wahnsinnig gut! Die Leute tanzen spätestens ab dem zweiten Song wie verrückt und es war bislang immer richtig gute Party-Stimmung.
Lucas: Außerdem sind sehr viele Frauen auf unserer Tour, was generell ja immer schön ist.
Dani: Und wo viele Frauen sind, sind auch viele Männer. Win Win Situation!

Ihr befindet auch gerade also in „Goldenen Zeiten“. Wann kommt dann der richtig große „Durchbruch“?

Dani: Der kommt nächstes Jahr im März. Da gehen wir noch einmal auf Tour und danach veröffentlichen wir unser neues Album, welches tatsächlich „Durchbruch“ heißen wird. (lacht) Demnächst werden wir die 1. Single „Geil, Geil, Geil“ veröffentlichen, die wir auf der Tour auch schon live spielen und die geht schon gut ab. Wir freuen uns drauf.

Wo wir schon beim Live-Spielen sind. Wieso habt ihr eigentlich von der ursprünglichen Cajon irgendwann aufs Schlagzeug gewechselt?

Lucas: Unser Drummer Phillip, der heute leider nicht hier sein kann (wurde am Tag des Konzertes Vater; Anm. der Redaktion), hat über die Jahre so viel an seiner Cajon herumgebastelt und getüftelt, dass das Setting am Ende echt komplex war und vor allem bei Konzerten ein Horror für die Tontechniker war. Eines Tages meinte ein Techniker, warum wir denn nicht gleich mit einem richtigen Drumset spielen würden. Dann haben wir das einfach gemacht. Mittlerweile haben wir ja auch einen Bassisten dabei und ich spiele mehr E-Gitarre, als Akustik-Gitarre. Wir ballern also schon gut rum (lacht).

Euer 1. Album heißt Kochbuch. Wir steuern in großen Schritten auf Weihnachten zu. Gibt´s Rezeptvorschläge von euch?

Lucas: Ich bin da eher der Standard Typ. Gans und Mamas Rotkohl!
Dani: Für mich auch! Hamburger Hausmannskost ist das Beste zu Weihnachten. Angeblich haben die Leute früher Fliegenpilze in Hamburg serviert. Da muss man aber aufpassen bei der Menge und der Zubereitung, ansonsten ballern die richtig.

Eine Klischee-Frage muss erlaubt sein. Euer Motto auf der Bühne ist „Reinbügeln“, was übersetzt so viel wie „Saufen“! heißt. Warum sollte man vor dem Bügeln unbedingt auf Links drehen?

Dani: Damit der Aufdruck nicht beschädigt wird, easy!
Lucas: Wow, ich bin echt begeistert. Mein Spitzname auf der Bühne ist zwar „Bügeln“, aber ich glaube, ich besitze nicht mal ein Bügeleisen (lacht). Ich bügel mir lieber einen rein!

Dani, du bist auch Schauspieler. Für euren Song „Schlaflied“, habt ihr mit Bjarne Mädel (Tatortreiniger, Stromberg, etc.) einen der ganz Großen seiner Zunft für euer Video engagieren können. Wie kam es dazu?

Dani: Bjarne und ich sind bei der gleichen Agentur. Ich hab Bjarne (Mädel) angerufen und gefragt, ob er Bock hätte, generell mal in einem Video von uns mitzuwirken und er meinte, dass er unbedingt bei Schlaflied mitspielen möchte, sollten wir dafür mal ein Video drehen wollen. Zufällig war genau das unser Plan. Manchmal ergeben sich die Dinge von selbst! Wir sind total happy, dass wir mit Bjarne drehen konnten. Er ist echt ein super Typ.

Wer hat dich eigentlich geschubbst?

Dani: Das kann oft vieles sein. Wenn man z.B.: bei einer Party zu sehr einen reingebügelt hat, oder wenn man nach einem bestimmten Wort sucht, das einem gerade nicht einfallen will. Dann denk ich mir oft: „Hey, wer hat mich geschubbst?“.

Besser kann man ein Interview nicht beenden. Wir freuen uns schon auf die neue Platte und die Tour
im nächsten Jahr. In diesem Sinne: REINBÜGELN! REINBÜGELN! REINBÜGELN!

Interview gemeinsam mit dem Punktacks Magazin geführt.