Mo, 12. April 2010

Eternal Tango im Interview

Großer Sound aus dem kleinen Luxemburg: Eternal Tango zählen zu den musikalischen Durchstartern im Jahr 2010. Gerade ist ihr spannendes drittes Studioalbum ‚Welcome to the Golden City‘ erschienen. Leadgitarrist David Schmitt im VOLUME Fragebogencheck!

Ich bin aus Wien und suche verzweifelt das Karussell in dieser goldenen Stadt. Ich treff mich dort mit jemandem, um Tango zu tanzen. Bloß: In welche Himmelsrichtung soll ich mich denn orientieren? Ich bin neu in eurer Stadt. Helft mir.

Richtung Süden. Aber man braucht eine Menge Geduld! Das Karussell ist nicht einfach zu finden, du musst längere Wege gehen und mehrere Hindernisse überqueren, um dort anzukommen. Am Besten, du richtest dich nach Ronny Roy, der dir den Weg weisen wird. Wenn du schlussendlich dort angekommen bist, stellst du schnell fest, was das Ganze auf sich hat. Unser Album wird dir sicher dabei helfen…also KAUFEN und als Kompass benutzen!!!

Ganz ehrlich: Auf der einen Seite hat man’s in Luxemburg ja nicht leicht, wenn man Musik machen will. Auf der anderen Seite kann man es sich aber super aussuchen, ob man für ein flottes Samstag-Bier kurz nach Frankreich, Deutschland, Österreich, in die Schweiz oder (braver Fahrer vorausgesetzt) nach Italien düst. Euch geht’s in der Hinsicht ja viel zu gut, oder?

Wir können uns keineswegs beschweren, da wir durch unsere multikulturelle Umgebung ‚gezwungen‘ werden, sprachlich vielfältig zu sein. Ich denke auch, dass diese Ausgangssituation unserer musikalischen „Karriere“ mehrere Vorteile bringt, weil wir zum Beispiel schnell und effektiv in mehreren Ländern zugleich spielen können. Dadurch ist unser Musikmarkthorizont viel größer als der von manch anderen Bands, da diese an ihr Land gebunden sind. Es bringt natürlich mehr Arbeit mit sich, die sich jedoch auszahlt. An einem Tag nach Paris und gleich darauf in Brüssel spielen, ist für uns somit kein Problem. Jedoch waren wir, trotz der Nähe, noch nie für Shows in Italien. Aber das kommt noch!

Bitte um ein Statement zu folgenden Künstlern (teilweise) aus obigen Ländern:

Gilbert Becaud (F)
Gilbert Becaud gehörte damals natürlich zu den Musikgrößen aus Frankreich. Diesen Still haben sie selbst entwickelt und sind darin unschlagbar. Daumen hoch für G. B.s!!!

Tokio Hotel (D)
Nun ja. Eigentlich erwartet man jetzt was Schlechtes, aber da kann ich nur sagen, dass ich den Hype um Tokio Hotel respektiere und ihren Machern gratuliere für die grandiose Arbeit, die diese hingelegt haben. Außerdem finde ich ‚Automatik‘ und ‚Durch den Monsun‘ gute Lieder. Da muss ich mich schon outen!

Falco (A)
Ich habe eine LP von Falcos ‚Emotional‘ in meinem Zimmer stehen. Also ich denke, dass man Falco nicht schlecht finden kann. Jeder hat doch schon einmal auf einen seiner Songs tanzen müssen!

Yello (CH)
Schande: Ich musste gerade googlen, um etwas über YELLO zu erfahren und will somit kein Statement abgeben.

883 (I)


Kannte ich auch nicht vor dieser Frage. Ich finde “Laura non c’e” von Nek aber ein sehr gutes italienisches Lied.

Daher 99 Prozent aller Europäer Luxemburg nicht einmal richtig schreiben können, 98 Prozent das Fleckchen Land nicht in 2 Minuten auf der Landkarte finden (empirische VOLUME-Hausstatistik, not to be taken serious), interessiert uns tatsächlich etwas ganz brennend: Wie sieht denn bitte die musikalische Infrastruktur aus, auf der Eternal Tango aufgebaut hat? (Nicht, dass es in Österreich besser wäre, aber hier leben zumindest Menschen mit Autokennzeichen, wegen denen man nicht sofort eine kaputte Windschutzscheibe hat – auch wenn das bei Euch meistens mit ‚FL‘ verwechselt wird…)

Für unsere Größe haben wir schon eine Menge zu bieten, was unsere musikalischen Strukturen betrifft. Es gibt 3 nennenswerte größere Konzertsäle (ATELIER, ROCKHALLE, KULTURFABRIK) die mittlerweile gute Bands nach Luxemburg holen und auch lokale Bands gut unterstützen – ob das nun mit der Ausstattung von Proberäumen, oder das Ermöglichen von Support einer größeren Band ist. Außerdem finden auch im Sommer einige mittelgroße Festivals in Luxemburg statt, die sich auch zeigen lassen können. Wir haben auch eine Menge an guter, talentierter Bands, die es aus unterschiedlichen Gründen halt nicht richtig schaffen, aus Luxemburg raus zu kommen. Andere wiederum sind dabei, sich langsam aber sicher einen Namen auf der anderen Seite der Grenzen zu machen. Hierzu möchte ich Bands erwähnen wie Mutiny on the Bounty, Inborn oder auch Black out Beauty. Diese kann ich euch nur wärmstens empfehlen!

Ich hab’s ja schon schwierig, in Texas ‚Austria‘ zu erklären. Wie erklärt ihr in den US of A vernünftig Eure Herkunft? ‚We’re from Luxemburg!‘ – ‚Cool, so you like luxury?‘

Ja, genauso erklären wir es den Amis! Scherz: Eigentlich müssen wir das sogar überall machen wo wir spielen. Ob das nun in Deutschland, Österreich oder Portugal ist. Welche Sprache sprecht ihr? Ist Luxemburg eine Stadt in Belgien, oder ähnliche Fragen müssen wir wieder und wieder neu beantworten. Es ist wirklich erstaunlich zu erfahren, was die Leute so über einen denken. Ich sage dann meistens, dass wir zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich liegen und viele Sprachen sprechen können. Meistens bleibt es dann dabei und wir trinken ein zweites Bier!

Zur Musik: Mangels Promo-Cd muss ich mich auf myspace verlassen. Erstens: Wer ist Ronny Roy Johnson? Und zweitens: Warum will da jemand kein S.T.A.R sein?

Ronny ist der Kerl, der dich, wie Oben schon erwähnt, zum Karusell führen wird. Du musst dir eigentlich dein eigens Bild von ihm machen. Er ist weder gut noch böse. Was ist denn ein S.T.A.R? Die Punkte zwischen den einzelnen Buchstaben lassen das Wort vielleicht zu etwas ganz anderem erscheinen als man denken mag. Hier kann ich wieder nur dem Hörer selbst die Antwort überlassen. Ich versuche in Wahrheit bloß, ein Mysterium um unsere CD aufzubauen…

Habt ihr einen Alltags-Tick? Im Sinne von ‚Sachen-gerade-rücken-müssen‘ oder Ähnliches?

Nicht wirklich. Eigentlich versuchen wir jeden Tag, dass unsere Band Eternal Tango vorankommt – wir sind ständig am Proben, Malis beantworten bzw. verschicken und so weiter…Mein persönnlicher Tick ist, dass ich meine Nägel abbeisse. Kann man auch als schlechte Angewohnheit betrachten!

Allerdings! Ihr seid einen Monat mit Ozzy Osbourne in einer 3x3x3-Meter-Zelle gefangen. Ohne Licht, einmal am Tag wird Brot und Wasser reingeworfen. Totale Dunkelheit. Was passiert, wenn alle wieder rausdürfen?

Ozzy wäre dann tot. Ich würde danach seine Tochter, Zwecks Promo, heiraten und dann mit The Used auf Tour gehen. Danach hätte ich 20 Prozent Gewinnanspruch auf alle Black Sabbath Songs.

Prost: Das beste Pub in Luxemburg ist…

…die ‚Why Not Bar‘ in Düdelingen!

Zum Schluss: Ich bitte um die besten 5 Lieder, um eine DJ-Party-Nacht zu starten. In der richtigen Reihenfolge: Intro…Aufbau….Bridge, etc.?

Entweder, man legt einfach die Abba Gold Platte in den Player und die Party läuft von selbst, oder so:

Justice – ‚DVNO‘
Jay-Z – ’99 Problems‘
Lil‘ Wayne – ‚A Mili‘
Digitalism – ‚Pogo‘
Does It Offend You, Yeah? – Dawn Of The Dead

Hierbei braucht man auch keine Übergänge. Da kann man die Songs einfach so hintereinander laufen lassen!

Danke für den Tipp und das Gespräch!