The Way of Sushido - Sushi Striker

Hinter Sushi Striker verbirgt sich die vielleicht bisher größte Mogelpackung des Jahres. Denn wer bei diesem Titel an ein kurzes Smartphone-Game à la Fruit Ninja denkt, wird von einem abgedrehten Puzzlespiel überrascht, das lange motivieren kann.

Vergesst Öl, vergesst Land, vergesst politische Meinungsunterschiede – der Hauptgrund für Kriege ist, wer mehr rohen Fisch essen darf. Zumindest ist das die Ausgangslage in Sushi Striker – The Way of Sushido. Die Republik und das Imperium liegen sich deswegen schon lange gewaltig in den Haaren. Um das Blutvergießen zu beenden und endlich alle hungrigen Bäuche zu füllen, kommt ihr ins Spiel. Ihr wählt aus, ob ihr lieber einen Helden oder eine Heldin spielen wollt, beide heißen Musashi. Zu Beginn von Sushi Striker freundet ihr euch mit dem Sushigeist Jinrai an. Denn ja, ganz recht: In dieser Welt kommt Sushi nicht aus der Küche, sondern aus einem mystischen Geisterreich.

Zu zweit ziehen Musashi und Jinrai nun los, um das Imperium in die Knie zu zwingen und die Freuden des Sushis über die ganze Welt zu verbreiten. Im abgedrehten Anime-Stil, der in Sachen „Was soll das jetzt eigentlich“ durchaus mit der Grundgeschichte mithalten kann, erzählt Sushi Striker eine knapp 20-stündige Kampagne (je nachdem, wie viele Nebenquests ihr erledigt). Und womit kämpft man in so einer sushiverrückten Welt? Natürlich mit Sushi.

Jinrai und seine Geisterkumpel stellen tonnenweise davon zur Verfügung, das ihr farblich passend verputzen musst. Das Sushi fährt über drei Fließbänder durch den Bildschirm. Wenn ihr eine Tellerkette zustande bringt, die lang genug ist, fliegt sie dem Gegner automatisch um die Ohren – alternativ könnt ihr das auch manuell machen, um die Farbkombos besser hinzubekommen. Aufgelockert werden die Gefechte gegen die schillernden Anime-Gegner durch Spezialfähigkeiten der Geister. Während Jinrai etwa dafür sorgt, dass für kurze Zeit nur eine Tellerfarbe zu sehen ist, blockiert Schneemann Yukizo sämtliche Gegner-Skills. Gewonnene Kämpfe geben Erfahrungspunkte, mit denen werden Musashi und die Geister in Sachen Lebenspunkte und Angriffsstärke aufgemotzt. Diese RPG-Note bleibt aber ein Nebenschauplatz, denn das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf den rasanten Gefechten.

Das Spiel führt euch nintendotypisch sehr langsam und zart an die Mechaniken heran – die ersten Gegner sind locker zu besiegen. Später, wenn ihr dann vier verschiedene Sushibänder + unterschiedliche Farben  der Teller+ Geisterspezialfähigkeiten + Items auf den Bändern im Auge behalten müsst, sieht das schon ein bisschen anders aus. Erschwerend kommt hinzu, dass die Switch-Steuerung mit den Joy Cons mehr als fummelig ist. Es wird euch öfter passieren, dass ihr aus Versehen Sushi reinschlingt, das ihr überhaupt nicht im Auge hattet, und ihr euch so die Combo ruiniert. Dass Sushi Striker einst ein 3DS-Spiel war und vorranging auf die Touchsteuerung ausgelegt ist, merkt man an allen Ecken und Enden.

Solche Schnitzer verzeiht man dem Spiel aber gerne, denn hinter der Sushifressattacke steckt erstaunlich viel Suchtpotenzial. Die Kämpfe sind knackig-kurz, Extras wie Kampfarenen oder der Mulitplayer-Modus werten das Grundprinzip auf, und die komplett jenseitige Geschichte sorgt für mehr als einen ungläubigen Kopfschüttler – aber auf die gute Art. Wenn sich etwa zwei Charaktere darüber unterhalten, ob jetzt der Geschmack von Sushi ihr Leben ruiniert hat oder nicht, bleibt euch kaum etwas anderes übrig, als Sushi Striker – The Way of Sushido zu lieben oder zu hassen.

Fazit

Mit Sushi Striker – The Way of Sushido ist Nintendo ein kleiner Überraschungshit gelungen. Man muss dem Unternehmen wirklich gratulieren, denn über diese Art von Spiel würde sich nicht jeder Entwickler drübertrauen.
Wer sich auf das komplett abgedrehte Setting einlassen und sich auch für Anime begeistern kann, auf den wartet ein herausforderndes Puzzlespiel, das auch längerfristig unterhalten wird. Wenn euch allerdings allein schon die Vorstellung von schwebenden, sushibeschwörenden Pelztierchen mit tiefer Stimme verstört, solltet ihr einen weiten Bogen um Sushi Striker machen.

7

Das Gute

+ herausforderndes, aber einsteigerfreundliches Grundkonzept

+ abgedrehtes Anime-Setting

+ unverbrauchte Spielidee

+ viel zu tun und zu entdecken

Das Schlechte

- fummlige und ungenaue Steuerung

- Kämpfe stellenweise eher chaotisch

- Story nicht für jedermann geeignet

Shortcut Sushi Striker
Release 9. Jun 2018
Studio Nintendo
Publisher Nintendo
Alles in Allem Good