Di., 21. Juli 2026
Borderlands mit Tentakeln, Altersfreigabe: 7 Jahre

Borderlands mit Tentakeln, Altersfreigabe: 7 Jahre

Splatoon Raiders

Ja, wir verstehen es auch nicht ganz, wie ein Spiel mit dieser Überschrift eines unserer Games des Jahres werden konnte. Tatsache ist aber, dass euch mit Splatoon Raiders ein absolutes Action-Highlight erwartet, das ihr in jedem Alter genießen könnt.

(Disclaimer: Unser Test bezieht sich rein auf den Singleplayer-Modus, die Multiplayer-Elemente haben wir im Laufe unseres Tests aus Zeitmangel leider nicht ausprobiert.)

Das Splatoon-Universum ist eindeutig eine der kreativeren Ideen, die Nintendo in den letzten 20 Jahren hatte. Die Erfinder haben es geschafft, einen Multiplayer-Shooter jugendfreundlicher und zugänglicher zu machen, indem sie ihn einfach mit Tintenfisch-/Mensch-Mischwesen bevölkern, die sich gegenseitig mit Tinte statt mit Kugeln abballern. Mit Splatoon 3 haben die Entwickler mit einer Singleplayer-Kampagne auch schon einen ersten größeren Vorgeschmack gegeben, in welche Richtung ein reiner Singleplayer-Titel in diesem Universum gehen könnte. Der liegt mit Splatoon Raiders nun vor und wir freuen uns zu sagen: Experiment voll gelungen.

Ihr übernehmt die Rolle der Mechanikerin, die sich mit den drei Mitgliedern des Surimi Syndicates zusammengetan hat, das in Splatoon 3 eingeführt worden ist. Zu Beginn des Spiels kracht ihr auf der Suche nach Schätzen mit eurem Helikopter auf die mysteriösen und dauervernebelten Spiralit-Inseln. Eure Aufgaben ab diesem Moment: Findet so viele Schätze wie möglich, ballert so viele Salmonids (die Gegnerkreaturen) wie möglich ab und lüftet im besten Fall noch das Geheimnis rund um die Spiralit-Inseln. Aus diesem bunten Strauß an Zielen holt Splatoon Raiders locker 20 Stunden Spielzeit bis zum Abspann raus, das Endgame noch nicht eingerechnet.

Borderlands lässt grüßen

Im Gameplay-Kern handelt es sich bei Splatoon Raiders um einen Third-Person-Shooter, wie auch in den bisherigen Teilen der Reihe. Der Unterschied dieses Mal: Ihr ballert mit euren Tintenspritzern nicht auf andere Inklinge (die Rasse der spielbaren Charaktere), sondern auf die bereits erwähnten Salmonids – fischähnliche Kreaturen, die aber in Dutzenden von Varianten daherkommen, von kleinen Kriechern, die nach einem Schuss zerplatzen, bis hin zu riesigen Bossmonstern. Nach ihrem Ableben lassen die Salmonids jede Menge Loot wie Waffen, Gadgets und Erfahrungspunkte zurück.

„Zerplatzen“ klingt dabei dramatischer, als es ist. Splatoon Raiders ist wie auch die Hauptspiele sehr jugendfreundlich gestaltet, bietet aber auch erfahrenen Gamern genug Herausforderung. Gerade in späteren Spielabschnitten, wenn die richtige Waffen- und Gadgetwahl wichtiger wird, kann es stellenweise schon hektisch und anspruchsvoll werden.

Ach ja, die Waffen und Gadgets! Splatoon Raiders bietet, wie aus den Hauptspielen bekannt, eine ganze Palette an Tintenwerkzeugen. Das geht von der stinknormalen Maschinenpistole über einen Bogen bis hin zu riesigen Pinseln und Farbrollen, mit denen ihr euren Gegnern eins über die Rübe zieht. Die Waffen bringen jeweils eigene Werte und Varianten mit sich, sodass schnell Borderlands-Stimmung aufkommt, wenn ihr euren neugefundenen Loot mit eurer aktuellen Ausrüstung vergleicht. Als wenn das nicht genug wäre, bekommt ihr drei verschiedene Tintentanks an die Hand, die jeweils eine eigene Reihe an Gadgets mit sich bringen, jeweils mit einem Fokus auf Tempo, Power oder Taktik. In der Praxis heißt das dann, dass ihr zusätzlich zu euren regulären Waffen mit einer Axt auf die Viecher losgeht, einen schnellen Sprung mit anschließener Explosion durchführt oder auf Knopfdruck einen Tintengeschützturm aufbaut. Als Unterstützung sind außerdem eure Surimi-Syndicate-Kolleginnen und Kollegen mit dabei, die aus einem Bohrroboter raus noch mit jeweils einem Spezialangriff mitmischen. Insgesamt haben wir das Arsenal als sehr ausbalanciert empfunden, was bei dieser großen Auswahl keine Selbstverständlichkeit ist. Wir hatten tatsächlich nie das Gefühl, dass eine bestimme Kombination an Waffen und Gadgets für einen Sieg zwingend notwendig gewesen wäre.

Mit diesen Tintenwerkzeugen zieht ihr dann los, um den Salmonids auf den Inseln das Fürchten zu lehren. Je nach Missionstyp erkundet ihr dabei eine kleinere Inselgruppe komplett, oder ihr ballert euch in einer Arena mit Zeitlimit durch die Gegnerhorden. Die Missionen sind knackig genug, dass ihr schnell in eine „eine geht noch“-Schleife reinkommt.

Der Doomslayer mit Tentakeln

Und haben wir eigentlich schon erwähnt, was das alles für einen Riesenspaß macht? Selten haben wir ein Spiel gespielt, bei dem sich die reine Bewegung und das Schießen selbst so gut anfühlt wie in Splatoon Raiders. Nach kurzer Zeit werden selbst Splatoon-Neulinge hüpfen, in Tinte eintauchen, schießen und Gadgets verwenden, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Vom reinen Geschwindigkeits- und Bewegungsgefühl haben wir uns bei diesen Tintenfischen tatsächlich an die Doom-Reihe seit 2016 erinnert gefühlt, und das meinen wir im allerbesten Sinne.

Dazu trägt auch bei, mit was für einem unglaublichen Charme das alles passiert. Die Mechanikerin selbst bleibt dabei stumm, das wird aber durch die sehr süßen Dialoge eurer Begleiterinnen und Begleiter wettgemacht. Die Story ist eher Nebensache, wird aber spannend erzählt und reißt vor allem zum Finale hin auch richtig mit. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, könnt ihr auch noch eure Waffen upgraden. Und eure Basis ausbauen. Und verschiedene Outfits sammeln. Und Level auf höheren Schwierigkeitsstufen nochmal spielen, um noch mehr Loot zu sammeln. Und im Multiplayer-Modus online bei anderen Raiders mithelfen. Und und und.

Fazit

Zum Glück verlässt sich Splatoon Raiders aber nicht auf den reinen Umfang, sondern ist einfach, wie schon erwähnt, ein waschechtes Spielspaß-Monster. Wir hatten schon lange nicht mehr so einen unschuldigen Spaß am SPIELEN selbst. Wenn wir Kritikpunkte suchen müssten, dann wären es wohl der fehlende Überblick, wenn es in den Missionen hektisch wird, oder dass für spätere Inhalte dann doch etwas Levelgrinding notwendig wird, um mit den stärkeren Monstern mithalten zu können.

Insgesamt handelt es sich hier aber um ein absolutes Highlight des Sommers und des Spielejahres 2026. Wenn Gamingveteranen auf ältere Spiele zeigen und sagen „Das hatte noch seinen eigenen Nintendo-Zauber!“, dann meinen sie Spiele wie Splatoon Raiders.

— Martin Hammerl

9

Das Gute

+ Gameplay-Loop mit das Beste, was wir je zu spielen bekommen haben

+ Unglaublich charmante Präsentation

+ Durchwegs flüssiges Spielerlebnis in 60 fps (Dock- und Handheld-Modus)

+ Großer Umfang

+ Mit 50 Euro sehr fair bepreist

Das Schlechte

- Später oft arg hektisch

- Grinding zum Schluss hin nützlich bis notwendig

Shortcut Splatoon Raideres
Release 23. Juli 2026
Studio Nintendo EPD
Publisher Nintendo
Alles in Allem Farbtastisch!